Hingeschaut

«Wahr oder was?» - Das ist hier die Frage

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Als letztes Format im TVLab 2012 ging am Freitagabend das minimalistische Quiz «Wahr oder was?» auf Sendung – und unterhielt auf einfachste Art und Weise.

Nach Fiction, Talks und Gameshow-Variationen stellte sich im TVLab zu guter Letzt noch einmal eine etwas andere Art der Spielshow vor. Das Konzept ist ebenso simpel wie amüsant: Ein Kandidatenpaar muss verschiedene Geschichten richtig einschätzen. Welche sind wahr und welche ausgedacht? Für jede richtige Einschätzung gibt es 100 Euro – ein Gewinnbetrag, der zu Zeiten von «Wer wird Millionär?» fast geizig scheint. Doch «Wahr oder was?» möchte nicht opulent sein. Auch nicht besonders spektakulär oder ausgefallen. Stattdessen sucht sich die Sendung einfache Spielregeln und vertraut auf den alleinigen Unterhaltungswert des Konzepts.

Nachdem das Pärchen jede Theorie jeweils richtig oder falsch eingeschätzt hat, besteht in der letzten Runde die Möglichkeit, das Geld zu verdoppeln. Der Moderator äußert eine Tatsache, die es der richtigen Person zuzuordnen gilt. Ganz nach dem Motto „Alles oder nichts!“ können die Kandidaten das Geld auf eine Person setzen und im Glücksfall verdoppeln – oder zum Schluss vielleicht doch mit leeren Händen dastehen. Mit insgesamt sechs Geschichten kommt man so auf einen Maximalgewinn von 1200€. Doch viel interessanter als die Höhe des Geldgewinns ist die Gestaltung der Sendung.

Der charismatische Moderator Fero Andersen, unter anderem bekannt aus «Schau dich schlau» oder der RTL II-Eventshow «Deutschlands klügste Kinder», bittet seine Gäste in ein kleines Hotel. Hinter sechs Zimmertüren befindet sich jeweils eine Person, die eine ausgefallene Lebensgeschichte oder ein ungewöhnliches Hobby vorzuweisen hat. Nun liegt es an ihnen, sich möglichst glaubhaft darzustellen und die beiden Kandidaten – in diesem Fall ein junges Paar – von ihrer Geschichte zu überzeugen. Zunächst präsentieren sich die einzelnen Personen in einem kurzen Einspielfilm. Anschließend haben die Kandidaten 30 Sekunden Zeit, den Darstellern Fragen zu stellen, um somit mehr über sie zu erfahren und ihnen eventuell zu entlocken, wie viel Wahrheit in den gezeigten Videos steckt. Nach einer kurzen Beratungszeit muss sich das Paar entscheiden und schon wenige Sekunden später wird das Rätsel aufgelöst.

Zugegeben: Besonders revolutionär ist die Idee nicht. Zudem gibt sich die Sendung nicht besonders pompös oder gar reißerisch. Doch das alles macht nichts, wenn sich der Zuschauer darauf einlässt, keinen weiteren Kandidaten der Kategorie „Schneller, höher, weiter!“ gezeigt zu bekommen. Vielmehr möchte «Wahr oder was?» diejenigen vor die TV-Bildschirme locken, die sich all dem Zirkus der immer größer und spektakulärer werdenden Shows entziehen und stattdessen lieber auf handgemachte, minimalistische TV-Unterhaltung vertrauen möchten. Durch die einfachen Spielregeln ist das Konzept leicht nachvollziehbar. Das vorgegebene Tempo ist flott. Längen, geschweige denn Langeweile kommt nicht auf und gleichzeitig wirkt die Sendung nicht gehetzt. Kurzweilige Unterhaltung ist das Zauberwort und dank eines charismatischen Moderators, der auf nette Art und Weise mit dem Kandidatenpaar interagiert, wirkt die Sendung rundum sympathisch.

Fraglich – beim TVLab allerdings von hoher Bedeutung – ist jedoch, ob sich solch ein Format über mehrere Folgen, vielleicht sogar Staffeln, halten kann. Auf den ersten Blick scheint es das. Gerade durch die unterschiedlichen Geschichten hätte «Wahr oder was?» das Potential, in jeder Folge auf’s Neue zu unterhalten. Auf den zweiten Blick möchte man dem deutschen TV-Publikum das Gefallen an solch einem einfachen Unterhaltungs-Konzept gar nicht mehr zutrauen. Dürstet es ihm doch nach Spektakulärerem. Dennoch ist «Wahr oder was?» nicht das schlechteste Format des TVLab 2012.

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