Quotencheck

«Private Practice»

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Die fünfte Staffel der Ärzteserie holte die bis dato schwächsten Quoten. In der zweiten Staffelhälfte verschlimmerte sich die Situation sogar noch: Auf sich alleine gestellt ging die ProSieben-Serie unter.

Am Mittwoch ging die fünfte Staffel von «Private Practice» zu Ende – und aus Quotensicht war es kein guter Abschied. Nie tat sich die Serie so schwer wie dieses Jahr. Die Folge: gegen Ende durchgängig einstellige Marktanteile. Doch woran hat das gelegen? Dass mittwochs hin- und wieder Fußballspiele laufen, ist bekannt. Quotentechnisch können sie ProSieben nur wenig anhaben, da die Ärzteserie auf ein anderes Publikum zielt. Die Konkurrenzsituation hat sich größtenteils ebenfalls nicht verändert. Richtige Probleme hatte die Serie erst, als «Grey’s Anatomy» nicht mehr im Vorprogramm lief – und das war nach der Fußball-EM der Fall. Mit Doppelfolgen schnitt sich ProSieben ins eigene Fleisch.

Das hätte man ahnen können, denn schon der Staffelauftakt konnte am 28. März nicht so überzeugen wie die vorherigen: Nur 1,47 Millionen Zuschauer ab drei Jahren sahen sich die erste neue Folge an, daraus resultierten 4,7 Prozent Marktanteil. Aus der werberelevanten Zielgruppe schauten 1,20 Millionen zu, das entsprach einem mauen Marktanteil 9,6 Prozent. 2011 waren hier noch 13 Prozent drin. Eine Woche danach ging die Zuschauerzahl auf 1,36 Millionen zurück, der Zielgruppenmarktanteil belief sich auf 9,3 Prozent. Am 11. April der vorläufige Tiefpunkt: 8,4 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe. Immerhin 10,6 Prozent waren es am darauffolgenden Mittwoch.

Am 25. April folgte der nächste Tiefschlag: Mit der Folge „Der erste Schritt“ krachte man auf miese 7,4 Prozent. Im Gegenprogramm spielte der FC Bayern – das kostete im Übrigen auch «Grey’s Anatomy» Zuschauer. 1,17 Millionen schalteten insgesamt ein. Aufwärts ging es am 2. Mai, als zum zweiten Mal ein zweistelliger Wert gemessen wurde: ordentliche 11,4 Prozent. Sieben Tage später kamen 10,6 Prozent zustande. Weniger gut sah es dafür für die Folge vom 16. Mai aus, die bloß auf 9,8 Prozent kam. Dafür wussten die weiteren drei Episoden zu punkten: Bei den Umworbenen wurden 12,1, 12,0 und 10,6 Prozent Marktanteil verbucht – das waren Zahlen, wie man sie noch von früher gewöhnt war. Bis zu 1,66 Millionen Gesamtzuschauer waren dabei, die für solide Marktanteile zwischen 5,1 und 5,8 Prozent sorgten.

Ausgerechnet dann musste die Serie aber eine kleine Zwangspause einlegen. Gegen die Fußball-EM hätte «Private Practice» sowieso nicht bestehen können. Und trotzdem kam die Pause ungelegen, war doch mit den letzten drei Folgen ein deutlicher Aufschwung zu erkennen. Als die Ärzte am 4. Juli zurückkehrten, war davon nichts mehr zu spüren – ganz im Gegenteil. Da die Rückendeckung von «Grey’s Anatomy» fortan ausblieb, ging es sogar noch weiter nach unten. Das bewies schon die erste Doppelfolge, die nicht über Zielgruppenmarktanteile von 8,4 und 9,5 Prozent hinaus kam. Zum Vergleich: Mit der ersten Staffelhälfte generierte ProSieben im Schnitt 10,2 Prozent.
Auf diesen Wert sollte zunächst keine andere Folge mehr kommen. Die höchsten Marktanteile, die jetzt noch ermittelt wurden, lagen bei gerade einmal 9,7 Prozent. Sie wurden beide mit der 21.15-Uhr-Folge erfasst, am 11. und 25. Juli 2012. Auch die Reichweiten wurden immer schlechter. Am 1. August fuhr man die schlechtesten Werte aller Zeiten ein: Nur 1,04 Millionen Menschen wollten die erste Folge des Abends sehen, 0,79 Millionen davon waren zwischen 14 und 49 Jahre alt. Das hatte Marktanteile von 4,2 und 8,9 Prozent zur Folge. Bevor die fünfte Staffel startete, lag man bei den 14- bis 49-Jährigen nie unter der Marke von einer Million. Diese wurde während der zweiten Hälfte gleich sieben Mal nach unten durchbrochen.

Zum Ende lief es versöhnlich: 1,33 Millionen Fernsehzuschauer schalteten das Staffelfinale vom 8. August ein, darunter waren 1,07 Millionen im Alter von 14 bis 49 Jahre. Bei den für die Werbewirtschaft wichtigen Menschen wurden 10,2 Prozent Marktanteil eingefahren. Für diese Staffelhälfte war das ein Bestwert.

Unter die fünfte Runde kann abschließend also kein guter Strich gezogen werden. Im Mittel wurden die 22 Folgen nur von 1,31 Millionen Menschen gesehen, das waren rund 0,35 Millionen weniger als noch vor einem Jahr. Der durchschnittliche Gesamtmarktanteil verringerte sich von 5,8 auf 4,6 Prozent. In der Zielgruppe fielen die Verluste noch dramatischer aus: Hier führten 1,07 Millionen Zuschauer zu katastrophalen 9,7 Prozent Marktanteil. Staffel vier kam auf 12,3 Prozent, die dritte Season sogar auf 12,8 Prozent. Sind die goldenen Zeiten von «Private Practice» vorbei? Bis zur sechsten Staffel vergeht nun noch einige Zeit. Doch bei ProSieben wird man es sich wohl zweimal überlegen müssen, ob die Serie für einen weiteren Primetime-Einsatz taugen kann.

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