Die Kritiker

«Bankraub für Anfänger»

von
Inhalt
Weil die Bank, für die Jürgen Wolf arbeitet, die Gelder ihrer Kunden in Kosak-Papiere investiert hat und dafür nach der Pleite von Kosak nicht mehr geradestehen will, wird Jürgen Wolf zum Robin Hood. Er überfällt seine eigene Bank - was natürlich nicht ohne Folgen bleibt. Beim Überfall entpuppt er sich als Gentleman und kluger Kopf, doch rechnet er nicht mit seiner Kollegin Rosalie, die sich in den Bankräuber verliebt.

Auch rechnet er nicht mit Kriminalkommissar Lamm, der ihm auf die Schliche kommt. Und vor allem rechnet er nicht damit, dass er sich mit anderen Kriminellen einlassen muss. Als diese Kriminellen dann wirklich gierig werden, ist es um Jürgen Wolf fast geschehen. Wenn da nicht Rosalie wäre, die dann doch ein Auge auf Jürgen Wolf wirft. Und wenn da nicht der Polizist wäre, der die Wahrheit „falsch“ interpretiert.

Darsteller
Wolfgang Stumph («Stubbe – Von Fall zu Fall») ist Jürgen Wolf
Steffi Kühnert («2 für alle Fälle - Manche mögen Mord») ist Rosalie Westermann
Edgar Selge («Hannas Entscheidung») ist Frank Lamm
Pheline Roggan («Russendisko») ist Miriam Böhm
Michael Ehnert («Stadtgeflüster - Sex nach Fünf») ist Christoph Müller
André Hennicke («Die Vermissten») ist Victor
Doris Buchrucker («Trans Bavaria») ist Ingeborg Böhm
Arndt Schwering-Sohnrey («Der Schwarzwaldhof») ist Rainer Baltz
Tamara Simunovic («Kommissarin Lucas») ist Angelika Huber
Stephan Szasz («Sind denn alle Männer Schweine?») ist Stefan Huber
u.a.

Kritik
Robin Hood trifft auf den Themenkomplex der weltweiten Finanzkrise. So könnte man den Inhalt der ZDF-Komödie «Bankraub für Anfänger» mit Wolfgang Stumph und Edgar Selge als gegensätzliche Protagonisten ganz kurz umschreiben. Denn hier verschlägt es den Dorfbewohnern doch glatt die Sprache – der US-Fonds, der vor Jahren als profitable Geldanlage propagiert wurde, ist mittlerweile zusammengebrochen und das ganze eingezahlte Geld ist weg. Banker Wolf bekommt daraufhin ein schlechtes Gewissen und versucht auf seine eigene Art und Weise den Betroffenen zu helfen. Dafür greift er dann zum äußersten Mittel und holt sich das Geld mit Waffengewalt aus seiner eigenen Bank.

Das alles ist nicht wirklich neu und wurde vielerorts schon filmisch ausgeschlachtet. Was Regisseurin Claudia Garde («Tatort», «Flemming») und Autor Holger Karsten Schmidt («Mörderisches Wespennest») jedoch aus dieser Komödie mit Drama-Elementen gemacht haben, wirkt trotzdem sehr ansehnlich und wechselt stets gekonnt zwischen den dramatischen und heiteren Elementen hin- und her. Dass es zum Ende hin gut ausgehen wird, kann man dabei getrost übergehen. Aber auch die Freunde des trockenen Humors kommen hier nicht zu kurz – stets wohl dosiert – versteht sich.

Ohnehin haben die Filmemacher mit der Besetzung Stumphs als gutmütigen Schreibtischtäter wieder mal eine sehr gute Wahl getroffen. Als kleiner Angestellter hat dieser schließlich schon in so mancher Rolle überzeugt. Aber auch das Zusammenspiel mit seinen Mitstreitern Steffi Kühnert, Edgar Selge und „Filialleiter“ Michael Ehnert ist sehr gut gelungen. Alle liefern eine sehr unterhaltsame und sehenswerte Leistung ab, vor allem Selge als sehr akribischer KHK ist eine wahre Freude. Untermalt mit der passenden Musik und mithilfe einer ansehnlichen Bildregie ergibt sich so ein kurzweiliges Filmvergnügen mit einer kleinen Prise Sozial- und Gesellschaftskritik.

Das ZDF zeigt «Bankraub für Anfänger» am Donnerstag, den 12. April 2012, um 20:15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/56003
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