Quotencheck

«Heiter bis tödlich - Henker & Richter»

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Die neue ARD-Krimiserie hat in den vergangenen Monaten vollkommen versagt und lag weit unter Senderschnitt.

Eigentlich hatte man sich das neue Vorabend-Konzept in der ARD gut überlegt. Jeden Tag sollte es eine andere Krimiserie zu sehen geben. Ganz so ernst wie in der Primetime sollten die Formate aber nicht werden, man wollte die Zuschauer zum Lachen bringen. Deshalb stellte man die verschiedenen Serien unter den Titel „Heiter bis tödlich“. Eigentlich war die Idee gar nicht so schlecht, schließlich holt das ZDF schon seit Jahren mit seinen «SOKO»-Serien sehr gute Einschaltquoten am Vorabend. Doch dann kam Thomas Gottschalk und die Programmplaner warfen die ganze Reform über den Haufen. Sie schoben den Talk des Entertainers kurzerhand vor die Tagesschau, die Krimiserien begannen früher. Doch für «Henker & Richter» begannen die Probleme schon, als Gottschalk noch gar nicht auf den Bildschirmen war.

Die erste Folge sahen am 10. November ab 18.50 Uhr nämlich nur 1,72 Millionen Menschen, der Marktanteil lag bei schlechten 6,9 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen lief es mit 409.000 Zuschauern nicht besser. Nur 4,7 Prozent Marktanteil standen auf der Uhr. Eine Woche später sah es für die Serie, die immer am Donnerstag zu sehen war, noch schlechter aus. 1,53 Millionen Zuschauer sorgten beim Gesamtpublikum für 6,0 Prozent. Bei den jungen Zuschauern wurden 4,1 Prozent gemessen.

Die Episoden drei und vier bewegten sich in ebenfalls auf diesem Niveau. Am 8. Dezember setzte es dann den nächsten Tiefschlag. Nur noch 1,37 Millionen Menschen ab drei Jahren schalteten ein, 307.000 davon waren zwischen 14 und 49 Jahren alt. Die Marktanteile betrugen desaströse 5,6 und 3,7 Prozent. Zwei weitere Folgen im Dezember konnten sich nicht signifikant verbessern. Anfang Januar sah es mit 2,9 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen richtig mies aus, insgesamt schalteten damals 1,63 Millionen Menschen ein.

Ab dem 26. Januar begann «Henker & Richter» schließlich 20 Minuten früher, um 18.30 Uhr. Die Serie lief fortan bis 19.20 Uhr, wo schließlich Thomas Gottschalk mit seinem Live-Talk übernahm. Doch auch das veränderte Programmumfeld half der Serie nicht, im Gegenteil: Direkt am 26. Januar setzte es mit 1,35 Millionen Zuschauern einen neuen Tiefstwert. Der Marktanteil lag bei 5,6 Prozent. Sieben Tage später schalteten 1,43 Millionen Menschen ein und sorgten damit für 6,0 Prozent.

Was dann folgte, hätte man wohl auch in der ARD nicht für möglich gehalten. «Henker & Richter» stürzte am 9. Februar erneut spürbar ab. 1,15 Millionen Zuschauer bescherten dem Ersten 4,9 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum. Bei den 14- bis 49-Jährigen mussten sich die Verantwortlichen mit 3,0 Prozent zufrieden geben. Bis Mitte März dümpelte die Krimiserie auf diesem Niveau, am 15. März sah es mit 2,4 Prozent beim jungen Publikum äußerst düster aus.

Auch die zwei finalen Folgen wussten nicht mehr zu überzeugen. Beide Episoden kamen auf durchschnittlich 1,08 Millionen Zuschauer, die Marktanteile beim Gesamtpublikum lagen bei 5,4 und 5,1 Prozent. Das Format unterbot den Senderschnitt damit um ein Vielfaches. Auch bei den jungen Zuschauern konnte die Serie mit 2,7 und 3,4 Prozent nicht überzeugen.

Insgesamt kann Das Erste nicht zufrieden sein mit seiner Donnerstags-Serie «Henker & Richter». Im Schnitt wurden die 16 gezeigten Folgen zwischen November und März von 1,37 Millionen Menschen gesehen. Dabei lief es sogar anfangs noch besser: Bevor Thomas Gottschalk ins Programm kam, lag die durchschnittliche Sehbeteiligung bei 1,55 Millionen, danach bei 1,18 Millionen. Das Format holte im Mittel einen Marktanteil von 5,7 Prozent - eigentlich viel zu wenig für die Senderverhältnisse.

Und auch beim jungen Publikum gelang es dem Format nicht, genug Beachtung zu finden. Durchschnittlich 290.000 Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren führten zu einem schlechten Marktanteil von 3,6 Prozent. Mit diesen miesen Werten zeigt sich vor allem eins: Die derzeitigen Diskussionen um den Vorabend des Ersten drehen sich zwar vor allem um Thomas Gottschalk, die Probleme beginnen aber schon viel früher. So sind die schlechten Werte von «Gottschalk live» zum Teil mit dem Vorprogramm zu erklären. Ob es eine zweite Staffel der Krimiserie geben wird, steht derzeit noch nicht fest. Das Erste wiederholt das Format aber ab dem 12. Mai immer samstags um 18.55 Uhr.

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