Die Kritiker

«Frühling für Anfänger»

von

Inhalt


Die Großstädterin Katja Baumann krempelt ihr Leben um: Sie beendet die unglückliche Ehe zu ihrem Mann Peter, absolviert die Prüfung zur Dorfhelferin und zieht von München in die tiefste bayerische Provinz. Gerade letzteres passt ihrer 17-jährigen Tochter Kiki, die so eben erst von ihrem einjährigen Auslandsaufenthalt im sonnigen Kalifornien zurückkehrt, überhaupt nicht. Auch Gatte Peter ist mit den Plänen der frisch gebackenen Dorfhelferin nicht einverstanden und nimmt sich fest vor, seine Frau zurück zu gewinnen. Katja will von der Männerwelt allerdings nichts mehr wissen und wehrt sich nicht nur gegen die Avancen ihres Mannes, sondern auch des Tierarztes Mark, der sie selbstbewusst umgarnt.

In ihrer neuen Tätigkeit als Dorfhelferin soll sich Katja derweil um den verlotterten Almeinsiedler Sepp kümmern, der sich kaum noch um sein Vieh sorgen kann und nicht einmal seine Enkelin kennt, welche vor kurzem ihren Vater verloren hat. Der miesepetrige Almöhi will sich aber nicht unter die Arme greifen lassen, und sich noch weniger mit seiner nun verwitweten Tochter versöhnen. Katja hat also im bayerischen Bergparadies also allerhand zu überwältigen ...

Darsteller


Simone Thomalla («Tatort») ist Katja Baumann
Martin Feifel («Der Bergdoktor») ist Peter Baumann
Carolyn Genzkow («Doktor Martin») ist Kiki Baumann
Marco Girnth («SOKO Leipzig») ist Dr. Mark Weber
Peter Mitterrutzner («Bergblut») ist Senner Sepp
Jan-Hendrik Kiefer («Klimawechsel») ist Matze Gmeiner
Petra Berndt («Das wilde Leben») ist Lisa Gmeiner
Beate Maes («Zodiak: Der Horoskop-Mörder») ist Steffi Gruber
Martin Brambach («Unter anderen Umständen») ist Georg Gruber
Emilia Pieske ist Emma Gruber

Kritik


Saftige, grüne Wiesen, prachtvolle Berge und ein einladender, strahlendblauer Himmel als Kulisse, ein routiniertes Ensemble handelt Familienstreitigkeiten und die üblichen Klischees einer modernen Städterin auf dem traditionellen Land ab. Natürlich darf dabei der griesgrämige, tief unter seiner schroffen Schale aber herzliche und weise Einsiedler nicht fehlen. «Frühling für Anfänger» ist im Groben und Ganzen ein typischer Fernseh-Heimatfilm mit vielen Zutaten, die ihn auch problemlos zu einem Teil der «Bergdoktor»-Reihe machen könnten.

Diese Dramödie mit Simone Thomalla richtet sich, wie auch der vergangenes Jahr gezeigte Vorgängerfilm «Für immer Frühling», an ein ähnliches Publikum. Dass der Almausflug der «Tatort»-Kommissarin aber leichter durchzustehen ist, als die typische «Bergdoktor»-Episode, ist hauptsächlich der Regieführung zu verdanken. Achim Bornhak, der 2007 mit «Das wilde Leben» Uschi Obermaier ein Kinoporträt widmete, bemüht sich redlich, in die Konventionen des heimatlichen ZDF-Herzkinos etwas Frische zu bringen. Die Kamerafahrten sind vitaler, die Ausleuchtung ist stimmiger und die Musikauswahl ist nicht nur einfallsreich, sondern auch deutlich zeitgemäßer, als man in dieser Art Fernsehfilm jemals erwarten würde. Damit wird man wohl kaum ein jugendliches Publikum zum Heimatfilm bekehren, und wie sehr die Kernzielgruppe von «Frühling für Anfänger» all dies zu schätzen weiß, dürfte ebenfalls fraglich sein. Aber es sind immerhin löbliche Bemühungen und heben diesen Film von vergleichbaren, lieblos runter gedrehten Produktionen ab.

Auch inhaltlich ist «Frühling für Anfänger» zwar keinesfalls drauf und dran, sein Genre zu erneuern, aber immerhin fähig, die üblichen Standards etwas zu bereichern. Die klassischen Generationskonflikte und Zwiste zwischen Land- und Stadtmensch werden gelegentlich mit dramatischeren Zwischentönen versehen, insbesondere die Beziehung zwischen dem Almöhi und seiner Tochter weist Potential auf, welches von Drehbuchautorin Natalie Scharf zum Schluss hin jedoch wieder für Kitsch geopfert wird. Ein scharfsinniges, kommentierendes Drama darf man auf diesem Sendeplatz halt nicht erwarten, stattdessen muss es ein dramaturgisch nicht zu aufregendes, mild amüsantes Familiendrama sein, das den üblichen Erwartungen des älteren Publikums entspricht.

Und so gibt es abseits standardmäßigem Schauspiel und einem urtypischen Drehbuch mit gelegentlich überdurchschnittlich fein geschliffenen Dialogen in «Frühling für Anfänger» nur eine unerwartet vitale Regieführung zu bewundern.

Das ZDF strahlt «Frühling für Anfänger» am Sonntag, den 25. März, um 20.15 Uhr aus.

Kurz-URL: qmde.de/55671
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