Die Kritiker

«Es war einer von uns»

von

Story


Die Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin Leonie hat alles, was zu einem gelungenen Fest dazu gehört: Gute Musik, Alkohol ohne Ende, alle Freunde sind dabei – und doch soll es für Johanna die schlimmste Nacht ihres Lebens werden. Sturztrunken radelt sie früh morgens nach der Party alleine nach Hause. Die Bilder verschwimmen vor ihren Augen, dann wird es schwarz.

Johanna erwacht einige Stunden später blutend im Wald. Die Hose heruntergezogen, vom Fahrrad keine Spur. Was ist passiert? Die junge Frau kann sich an nichts erinnern, gibt dennoch eine Anzeige wegen Vergewaltigung bei der Polizei auf. Zunächst schenkt ihr niemand Glauben, bis eine Untersuchung die Vergewaltigung und KO-Tropfen in ihrem Blut nachweist. Johanna begibt sich, von der Polizei im Stich gelassen, selbst auf die Suche nach dem Täter. Eine Jagd, bei der die junge Frau ihre Freundschaften aufs Spiel setzt. Wer hat ihr das angetan? Und warum? Eines ist sicher: Es war einer von ihren Freunden…

Darsteller


Maria Simon («Die Gräfin») ist Johanna Schröder
Anja Kling («Fünf Freunde“) ist Leonie Grothe
Devid Striesow („12 Meter ohne Kopf») ist Björn Reichsmann
Patrick Heyn («Mord mit Aussicht») ist Philipp Reichsmann
Adam Bousdoukos («Soul Kitchen») ist Yanis
Hans-Jochen Wagner ist Henning Uhland
Johanna Gastdorf («Wie immer») ist Kommissarin Ute Burckhar
Maren Kroymann («Mein Leben & Ich») ist Sabine Schröder

Kritik


Das ZDF nimmt mit dem Fernsehfilm der Woche «Es war einer von uns» direkt zwei ernste Themen auf. Zum Einen den Gebrauch von Drogen und die oftmals fatalen Folgen, zum Anderen die Vergewaltigung von Frauen. Die Suche nach dem Täter ereignet sich dabei über nahezu die gesamte Filmlänge spannend und glaubwürdig. Das ist vor allem der Besetzung rund um Maria Simon zu verdanken, die mit der Darstellung einer zutiefst verletzten Frau eine starke Leistung ablegt.

Zügig finden wir uns mit der Hauptdarstellerin auf der Party ihrer besten Freundin wieder. Drehbuchautorin Astrid Ströher («Notruf Hafenkante») nutzt die Gelegenheit, um die anderen Charaktere vorzustellen. Viel erfahren wir nicht, für einen ersten Eindruck reichen die Momente jedoch allemal. Für das folgende Rätselraten ist dies ein entscheidender Punkt. Schließlich könnte jeder der Täter sein, anhand Johannas Zuneigungen auf der Party kristallisieren sich die Kandidaten schnell heraus. Das weiß allerdings auch die Drehbuchautorin und lässt den Zuschauer zunächst völlig im Dunkeln.

Die Kameraarbeit und der Soundtrack samt seiner Effektgeräusche ergänzen das Gezeigte hervorragend. Die im Alkoholrausch verwackelten und entfremdeten Bilder mit der lauten Geräuschkulisse transportieren das Empfinden Johannas auf den Zuschauer. Das Aufwachen nach der Tat aus Johannas Sicht ist sicherlich keine neue Idee, hier aber effektiv eingesetzt.

Maria Simon durchlebt im Laufe des Films mit ihrer Figur Johanna eine glaubwürdige Wandlung. Die Geschichte beginnt und endet im November mit Zwischenstationen im März und Juli. Besteht das Leben der Hauptfigur bis zum März lediglich aus Verzweiflung, Misstrauen, beendeten Freundschaften und der Suche nach der Antwort auf das Warum, gelingt es den Filmeltern rund ein halbes Jahr später, dass ihre Tochter mit der Vergangenheit abschließen kann. Stimmungswechsel, die Musikbegleitung hat die Tristesse ebenfalls abgelegt, es wird ruhiger. Johanna scheint es wieder gut zu gehen, dem Zuschauer auch. Doch ein Abend auf einer Bowlingbahn wirft die Protagonistin für einen kurzen Moment zurück in jene Partynacht.

Regisseur Kai Wessel («Hilde») gelingt es bis zum Finale kurz vor Schluss, die Spannungsschraube zunächst anzuziehen und einen spannenden Krimi abzuliefern, der mit der angeblichen Genesung der Protagonistin eine Wende erfährt, um dann am Ende mit der Auflösung noch einmal anzuziehen. Die Auswirkungen der eingesetzten KO-Tropfen weist Wessel deutlich auf – und genau darum scheint es Regisseur Wessel gegangen zu sein. Was er uns nicht liefert ist die Antwort auf die Frage nach dem Warum. Das jedoch hätte diesen soliden und stimmigen Fernsehfilm auch wirkungsärmer machen können.

Das ZDF strahlt «Es war einer von uns» am Montag, den 21. November, um 20.15 Uhr aus.

Kurz-URL: qmde.de/53306
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