Hingeschaut

«Flash»: You just got punk'd!

von
D! und Engelhardt im Auftrag der Liebe unterwegs: Ein Tanzflashmob als Heiratsantrag.

So wirklich schlau wird man aus ProSieben nicht: Nachdem die Castingshow «Popstars» in diesem Jahr lieber in Österreich statt in Deutschland zelebriert wird, fehlt dem Münchener Sender jede Menge quotenstarke Massenhysterie. Eher schlecht als recht hat man das in den vergangenen Wochen durch neue Shows und Spielfilme zu kaschieren versucht – und auch «Flash» ist bloß ein weiterer Anlauf, den Donnerstagabend mit halbwegs interessanten Formaten zu füllen. Die Idee kokettiert mit der seit vielen, vielen Jahren bekannten Form des Flashmobs – einem scheinbar spontanen Menschenauflauf auf einem öffentlichen Platz, der in einer vorher verabredeten und synchron ausgeführten Tätigkeit gipfelt und die nicht eingeweihten Passanten damit in Erstauen versetzen.

ProSieben verbindet die Idee des Flashmobs mit einer Mischung aus «Nur die Liebe zählt» und der Rückführung von Detlef "Ich kürze meinen Vornamen ab" D! Soost und Charlotte Engelhardt ins deutsche Fernsehen: Menschen, die ein Geheimnis haben, können es mit Hilfe von «Flash» loswerden, verkündet Soost in einem von «Galileo Mystery» entliehenen Kellergewölbe stehend – und als Engelhardt mit quietschenden Reifen vorfährt, erwartet der Zuschauer Großes und Einmaliges. Dass der Maurer Markus seiner Freundin Maren einen Heiratsantrag machen will, ist dann zwar eine recht unspektakuläre Auflösung, passt aber ins Profil. Mit über 1000 Tänzern „aus ganz Deutschland“ will Soost einen Tanzflashmob im Einkaufszentrum veranstalten, der Maren dazu bewegen soll, ihren Freund gleich vor Ort zu heiraten.

Diese Vorbereitungen bekommt der Zuschauer allerdings nur am Rande der Sendung zu sehen – viel mehr Zeit vergeht mit Aufbau- und Koordinationsarbeiten, einem 30-sekündigen Besuch bei Engelhardts in Markus‘ Haus, um sich ein Foto von Maren anzuschauen und vielen pathetischen Hochzeitsideen. Bis Markus zu „Eternal Flame“ den Flashmob anstößt, ist also fast gar nichts passiert – mehr als die Hälfte der Sendezeit allerdings schon vorüber. Es folgt ein recht beeindruckendes Showfeuerwerk durch das Einkaufszentrum mit Verlobung und anschließender Blitztrauung. Als Sahnehäubchen durfte Markus Mutter aus Australien begrüßt werden, die vorher in einer obligatorischen Videobotschaft ihr Kommen aufgrund von Zeitproblemen in Frage stellen musste. Wirklich romantisch ist das alles nicht, dafür geht die Show ohne große Langweile über die Bühne. Nur dass Soost und Engelhardt nach dem Ja-Wort auf die Bühen stürmen und in bester «Punk‘d»-Manier brüllen, „Herzlichen Glückwunsch, ihr seid jetzt Mann und Frau! Und wir haben euch geflasht!“, kann das noch toppen. Wenigstens wird man diese Geschichte wirklich noch den Enkeln erzählen.

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