Kino-Check

Neu im Kino: Diktatoren, Musketiere und Prinzessin Lillifee

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In dieser Woche unter anderem mit einem Hollywood-Film in deutscher Verantwortung, rachsüchtigen Mitarbeitern und einem Film für die ganz jungen Mädchen.

«Die drei Musketiere»
Großes internationales Starkino ohne Bernd Eichinger, dafür aber mit «Resident Evil»-Regisseur Paul W.S. Anderson: Kann das funktionieren? Quotenmeter.de-Kritiker Sidney Schering sah den Film vorab und beantwortet diese Frage: «Die drei Musketiere»

OT: «The Three Musketeers» von Paul W.S. Anderson; mit Logan Lerman, Milla Jovovich, Matthew MacFadyen, Ray Stevenson, Luke Evans, Orlando Bloom und Christoph Waltz

«Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn»
Seitdem Monika Finsterbusch vor einigen Jahren erstmals ein Abenteuer der Prinzessin Lillifee in Form eines Buches auf den Markt gebracht hatte, hat sich dieses Franchise nicht nur in Deutschland zu einem sehr profitablen Geschäft entwickelt. In wenigen Jahren sind acht Bücher, ein Pop-Musical, zahlreiche Hörbücher, ein Film und sehr viele weitere Merchandiseprodukte erschienen. Da auch der erste Kinofilm im Jahr 2009 ein großer Erfolg war und fast eine Million Zuschauer in die Kinosäle führen konnte, war eine Fortsetzung nur eine Frage der Zeit. Statt jedoch das zweite Buch zu verfilmen, entschied man sich für den vierten Teil mit einem kleinen Einhorn. Dabei ist auch der neue Streifen vornehmlich an sehr junge, weibliche Zuschauer gerichtet und wartet wie gewohnt mit einem beinahe schon aufdringlichen Pinkton auf. Mit einer sehr moderaten Laufzeit von nur 72 Minuten dachten die Regisseure Hubert Weiland und Ansgar Niebuhr an die Sehgewohnheiten der jungen Zielgruppe.

Im Zauberreich Rosarien ist die Welt noch in Ordnung: Es ist Sommer und die Bewohner genießen die Idylle, um die sich Prinzessin Lillifee gemeinsam mit dem Schweinchen Pupsi jeden Morgen besonders gerne kümmert. Eines Nachts hat die Prinzessin jedoch einen seltsamen Traum, in dem sie das Einhorn Rosalie bittet, ihr Baby Lucy aufzunehmen. Dank ihrer speziellen Fähigkeiten muss sie das Wesen noch nicht einmal selbst abholen, als sie aufwacht steht es nämlich bereits an ihrem Bett. Gerne ist sie bereit, es aufzunehmen und zu pflegen, doch nach einigen Missgeschicken muss sie erkennen, dass ihre Qualitäten als Ersatzmutter doch eher begrenzt sind. Als Lillifee und ihre Freunde gemeinsam nach der Mutter suchen, bemerken sie, dass der bösartige Prinz Eis dem Nachbarland Bluetopia ewigen Winter beschert hat. Gemeinsam treten sie gegen den bösartigen Prinzen an...

OT: «Prinzessin Lillifee und das kleine Einhorn» von Ansgar Niebuhr und Hubert Weiland

«Kill the Boss»
Viele Menschen kennen dieses Problem, doch kaum jemand traut sich, dagegen offensiv vorzugehen: Bösartige Chefs, die ihren Mitarbeitern den Berufsalltag zur Hölle machen. In «Kill the Boss» werden die Rachefantasien nun endlich in die Tat umgesetzt, denn drei gepeinigte Mitarbeiter setzen sich zur Wehr - und wollen ihren modernen Sklaventreiber töten. Dabei knüpft der Film an Genreklassiker wie «Warum eigentlich... bringen wir den Chef nicht um?» an. Das Werk von Regisseur Seth Gordon kann aber vor allem aufgrund einer äußerst namhaften Besetzung auf sich aufmerksam machen, unter anderem sind die Hollywood-Stars Jason Bateman, Kevin Spacey, Jennifer Aniston und Colin Farrell vertreten. Bateman und Aniston standen bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera. Mit rund 35 Millionen US-Dollar hielten sich die Produktionskosten jedoch trotzdem noch in einigermaßen engen Grenzen. Das Budget konnte in den Vereinigten Staaten bereits nach fünf Tagen wieder eingespielt werden. Auch bei den Kritikern konnte die Produktion weitgehend positive Einschätzungen generieren.

Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) leiden unter einer großen Belastung: Sie müssen unter einem wahrlich ekelhaften Chef arbeiten. Nick hofft seit langer Zeit vergeblich auf eine Beförderung und unterwirft sich deshalb den sadistischen Machtspielchen seines Chefs Dave Harken (Kevin Spacey). Zahnarzthelfer Dale wird von seiner Chefin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston) sexuell belästigt, während er eigentlich nur an seiner Verlobten Stacy interessiert ist. Und Kurt muss nach dem Tod des Senior-Chefs seiner Firma mit ansehen, wie dessen Sohn mit diskriminierender Firmenpolitik und zahlreichen Eskapaden das Geschäft immer mehr gegen die Wand fährt. Als die drei Freunde eines Abends unter latentem Alkoholeinfluss bemerken, wie schön doch das Leben ohne ihre Mini-Despoten wäre, schmieden sie einen Plan: Sie werden ihre Vorgesetzten einfach ermorden. Um diesen Plan in die Tat umzusetzen, bitten sie den "Mord-Berater" Dean "Motherfucker" Jones (Jamie Foxx) um tatkräftige Unterstützung...

OT: «Horrible Bosses» von Seth Gordon; mit Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Kevin Spacey, Jennifer Aniston, Colin Farrell, Jamie Foxx, Donald Sutherland und Julie Bowen


«Mein bester Feind»
Es gab gerade in den vergangenen Jahren nicht wenige gelungene Versuche aus Deutschland, den Nationalsozialismus in Form von Filmen aufzuarbeiten. Jedoch geschah dies in den meisten Fällen in Form von Dramen wie «Der Untergang» oder «Sophie Scholl - Die letzten Tage», während die wenigen Versuche einer satirischen Aufbereitung in deutschen Produktionen meist kläglich scheiterten. Insbesondere Hauptdarsteller Moritz Bleibtreu kann ein Lied davon singen, denn er spielte den Nationalsozialisten Joseph Goebbels im kürzlich erschienenen und überaus kontrovers diskutierten «Jud Süss». Deutlich hochwertigere Farcen auf das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte konnten Charlie Chaplin mit «Der letzte Diktator» oder auch kürzlich noch Quentin Tarantino mit «Inglourious Basterds» auf die Leinwand zaubern - der österreichische Regisseur Wolfgang Murnberger versucht sich in «Mein bester Feind» wieder einmal an einem solchen Film. Bei der 61. Berlinale in diesem Jahr wurde er zum ersten Mal aufgeführt, in den österreichischen Kinos startete er bereits am 11. März dieses Jahres.

Deutschland steht seit einiger Zeit unter der Herrschaft von Diktator Adolf Hitler. Der jüdische Kunstexperte Jakob Kaufmann (Udo Samel) besitzt seit einigen Jahren eine sehr begehrte Zeichnung des Malers Michelangelo und verteidigt sie mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen die Nazis, die ihre Fühler bereits danach ausgestreckt haben. Sein Sohn Victor (Moritz Bleibtreu) ist seit vielen Jahren mit dem Deutschen Rudi Smekal (Georg Friedrich) befreundet, doch die politischen Verhältnisse erschweren die Freundschaft beträchtlich. Schon bald tritt Rudi der SS bei und verrät die Kaufmanns an seinen Vorgesetzten Widrizek (Uwe Bohm), der sie auch gleich inhaftieren und das wertvolle Gemälde beschlagnahmen lässt. Einige Jahre später soll es dem italienischen Führer Benito Mussolini zurückgegeben werden, doch plötzlich stellt sich heraus, dass es sich lediglich um eine sehr gelungene Kopie des Originals handelt. Diese Schmach wollen Smekal und Widrizek nicht auf sich sitzen lassen und lassen Victor Kaufmann nach Berlin zum Verhör fliegen. Doch nachdem das Flugzeug abstürzt, kommt es zu einem folgenschweren Rollentausch...

OT: «Mein bester Feind» von Wolfgang Murnberger; mit Moritz Bleibtreu, Georg Friedrich, Udo Samel, Uwe Bohm, Ursula Strauss, Marthe Keller, Rainer Bock und Merab Ninidse

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