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«Standoff»

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Eine Romanze am Arbeitsplatz als Grundthema – klang wohl zu sehr nach «Verhandlungssache».

Romantische Beziehungen am Arbeitsplatz sind immer mit Vorsicht zu genießen. Entweder sie zerstören eine Freundschaft oder sie ruinieren das Arbeitsverhältnis. In einigen Ausnahmefällen kann die Romanze im Beruf sogar ein Vorteil sein, wenn man einander versteht, oder dank des Partners Mimik und Gestik sofort die Gefahr der Situation herauslesen kann. Okay, letzterer Punkt war nur ein Storyanteil in der Krimiserie «Standoff», doch war es genau dieser Punkt, der die Serie überhaupt für einige Folgen ansehbar machte, bevor die Autoren rund um Serienerfinder Craig Silverstein («Nikita») erkannten, dass ihre Serie nicht mehr als eine TV-Variante des Hollywood-Thrillers «Verhandlungssache» ist. Und nachdem «Standoff» in weniger als zwei Monaten mehr als die Hälfte seiner Zuschauer verloren hatte, verbannte FOX die Serie in die Winterpause und versendete die restlichen Episoden im Sommer am Freitag Abend.

«Standoff» beschäftigte sich mit den beiden FBI-Agenten Matt Flannery (Ron Livingston) und Emily Lehman (Rosemarie DeWitt), die sich als Verhandlungsführer der Crisis Negotiation Unit durch krisengeschüttelte Situationen reden und Geiselnahmen möglichst unblutig und ohne Gewalt beenden wollen. Außerhalb der Bürostunden führen die beiden Profis auch eine Beziehung, die sich bald als noch komplizierter herausstellt als eine Geiselnahme mit einem unberechenbaren Terroristen. Am 5. September 2006 feierte die Serie auf FOX ihre Premiere und konnte starke Einschaltquoten aufweisen: Mit 13 Prozent Marktanteil bei allen Zuschauern war «Standoff» am Ende sogar auf dem sechsten Platz der Wochencharts, was auch dem starken Lead-in von «Dr. House» zu verdanken war. Mit der Zeit verdichtete sich allerdings, dass nicht nur die Autoren zu viele Einseitigkeiten in ihrer Serie sahen, auch die Zuschauer sprangen von Bord und zwangen FOX die Serie in die Winterpause zu verbannen, welche bis Juni 2007 dauerte.

Dabei hatte FOX Vertrauen in die anfänglich charmante Serie: Obwohl die Reichweite im November unter die Fünf-Millionen-Marke gerutscht ist, wurde den Produzenten eine Gnadenzeit von sechs zusätzlichen Episoden gegeben. Der Sender kämpfte somit nicht nur gegen seinen damaligen Ruf als Broadcast Network, welcher seinen schwach laufenden Serien keine Chancen für Zuschauerbindung gibt, sondern wollte auch abwarten, ob die Rückkehrer «24» und «American Idol» im Januar eine positive Auswirkung auf die Quoten von «Standoff» hätte haben können. FOX zeigte sich jedoch schnell ungeduldig und verschob seine Serie, welche ursprünglich im März zurückkehren sollte, zuerst in den April und schlussendlich in die zuschauerarmen Sommermonante. Während der Upfronts-Veranstaltung am 16. Mai verkündete FOX, dass «Standoff» nach 18 Episoden endet und der Sender die Serie nicht verlängern wird.

Für die beiden Hauptdarsteller war «Standoff» sicherlich kein Flop. Livingston und DeWitt führten nicht nur eine Beziehung für die Zuschauer, sondern starteten auch hinter den Kameras eine Romanze. Noch bevor sich die beiden Schauspieler im November 2009 das Ja-Wort gaben, übernahm DeWitt Rollen in den kritikergelobten «Mad Men» (2007) und «Rachel Getting Married» (2008), während Livingston in der kurzlebigen Science-Fiction-Serie «Defying Gravity» (2009) ebenfalls eine Romanze am Arbeitsplatz durchleben durfte. In Deutschland strahlte VOX die Serie im Herbst 2008 aus, hatte jedoch ebenfalls keinen allzu großen Erfolg mit den fiktionalen Krisenverhandlungen. Zwar konnten die Quoten sich über dem Durchschnitt des Senders einpendeln, doch in der Reichweite machte sich eine gravierende Distanz zwischen der Zielgruppe und den Gesamtzuschauern bemerkbar.

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