Hingeschaut

«X Factor»: Mehr Lust als Frust

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Der Start der Castingshow verlief erstaunlich reibungslos, schnell konnten sich die Zuschauer einfinden. Doch es gab auch Schwachstellen.

Da ist sie also. Die neue VOX-Castingshow «X Factor», deren zwei Auftaktsendungen von RTL gezeigt werden. Sarah Connor, Till Brönner, George Glueck und natürlich Jochen Schropp sollen in den kommenden Wochen für gute Quoten sorgen. Letzterer blieb zur Premiere eher im Hintergrund, was aufgrund der Castings aber auch keine Überraschung war. Schropp interviewte in Marco Schreyl’s «Supertalent»-Manier die Kandidaten und deren Angehörige im Backstage-Bereich, seine eigentliche Bewährungsprobe wartet aber ohnehin erst in den großen Live-Shows. Was sonst noch in der Show passierte…

Eines bleibt nach der Auftaktsendung sofort im Gedächtnis: die Leistung der Kandidaten. Man konnte mitunter glatt das Gefühl entwickeln, dass sich alle Hochkaräter aus «Deutschland sucht den Superstar» und «Popstars» zusammenfanden und bei «X Factor» performten, schon gleich zu Anfang gab es viele gute Auftritte zu sehen. Die schrägen Vögel durften natürlich nicht fehlen und bekamen entsprechenden Platz in der Sendung freigeräumt. Ein paar dieser Teilnehmer wurden ausgiebig gezeigt, viele allerdings nur im Schnelldurchlauf. Dies erwies sich als cleverer Schachzug, verkam die erste Sendung damit nicht zur Comedy-Show.

Auch die kompletten Auftritte der untalentierten Teilnehmer wurden anders präsentiert als zum Beispiel bei «Deutschland sucht den Superstar». Zuerst ließ es nichts Gutes erahnen, als sekundenlange Blödel-Musik eingespielt wurde, auf herabsetzende Cartoon-Einspieler und sonstige technische Tricks wurde jedoch glücklicherweise verzichtet. Ein Schritt in Richtung Ernsthaftigkeit ist also getan. Von der Jury wurden die Kandidaten dann ebenfalls nicht hart attackiert, sondern eher freundlich und bestimmt zurechtgewiesen. Dann mussten sie schon die Bühne verlassen. Doch auch bei «X Factor» ging es nicht nur um das Singen. Auch die Lebensgeschichten und Schicksalsschläge etlicher Kandidaten fanden Erwähnung vor den Auftritten, dies zog die komplette Show etwas in die Länge. Mit kürzeren Einspielern zu den Kandidaten hätte man locker noch fünf oder sechs weitere Teilnehmer zeigen können.

Des Weiteren trauten RTL bzw. VOX den Zuschauern wohl nicht zu, sich im Vorfeld über die neue Castingsendung informiert zu haben. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass man das komplette Konzept der Show gleich in der ersten Sendung erklären wollte. Dies wirkte zwischen den einzelnen Auftritten etwas zu sehr gewollt. Die meisten Zuschauer haben die Phasen nach dem Bootcamp, der zweiten Runde in der Show, vermutlich schon wieder vergessen. Auch hier hätte man den Sängerinnen und Sängern mehr Zeit einräumen können. Erklärungen zum weiteren Verlauf der Show hätten zu einem späteren Zeitpunkt (beispielsweise bei Beendigung der Castings) besser gepasst.

Vermutlich wollte man schon früh aufzeigen, was «X Factor» von den anderen deutschen Castingshows unterscheidet. Die Kandidaten, der Modus, die Jury. Das Duell in der Jury. Hier muss man Angst haben, dass VOX dieses Konzept bis zur letzten Rille ausschlachten wird. Schon gleich am Anfang der ersten Show wurde das Duell der späteren Mentoren, also der Jury-Mitglieder, angekündigt und mit martialischer Musik unterlegt. Bleibt zu hoffen, dass VOX dieses Konzept nicht zu sehr überzeichnen wird. Ansonsten bleibt ein positiver Eindruck rund um die Jury. Kein Dieter Bohlen, der die komplette Aufmerksamkeit auf sich zieht und auf dessen Kommentar alle gebannt warten. Sarah Connor, Til Brönner und George Glueck geben ein kompetentes Bild ab, auch wenn es ruhig mehr Reibungspunkte geben dürfte.

Wer die erste Sendung «X Factor» nicht gesehen hat und wem es vor der Castingshow graut, dem sei zumindest gesagt: Der obligatorische Heiratsantrag ist bereits geschafft, Kandidat Sven machte seiner Freundin nach seinem Auftritt gleich einen Antrag. Der in diversen Boulevard-Magazinen groß angekündigte Heul-Auftritt von Sarah Connor musste natürlich bis ganz zum Schluss warten. Doch letztlich erwies er sich nur als clever gesetzter Cliffhanger zur nächsten Show. Warum die Jurorin also letztendlich in Tränen ausbrach, wird es erst in Sendung Nummer zwei zu sehen geben.

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