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Sat.1 10/11: Pielhau, Kerner und Biedermann

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Mit der ganz großen Überraschung wurde bei der Vorstellung des neuen Sat.1-Programms gerechnet. Gerade die blieb bei der Präsentation am Donnerstagabend aber aus.

Ist es ein gutes Zeichen für einen Fernsehsender, wenn die ganz großen Neuerungen im Programm ausbleiben? In der Regel ist dies der Fall – bei Sat.1 stehen aber einige Fragezeichen dahinter. Quotentechnisch erfüllte der Münchner Privatsender in vergangener Zeit immer häufiger die Erwartungen. Baustellen gab es nur vereinzelt – und deshalb hatte Sat.1-Boss Andreas Bartl auch nur an einigen Stellen Lücken zu füllen. Was passiert beispielsweise um 18.00 Uhr? Am 17. September strahlt man die letzte Folge der Soap «Eine wie keine» (Foto) aus, im Anschluss hat man sich für ein tägliches Musik-Projekt entschieden. Der Producers at work-Produktion «Lena Wolf», die einige Zeit Favorit für den Slot war, zeigte Sat.1 in letzter Minute die rote Karte. Stattdessen soll eine neue tägliche Serie namens «Hand aufs Herz» (AT) mit Oliver Petszokat und Vanessa Jung auf diesem Sendeplatz laufen.

Eigenproduktionen wird es auch im kommenden Jahr geben: Anders als erwartet kündigte Sat.1 aber keine neue Serie an, sondern lediglich die Fortsetzungen von «Der letzte Bulle» und «Danni Lowinski». Hinzukommen weitere eigenproduzierte Formate wie «Die Frau des Schäfers» oder «Der große Stromausfall». Bisher von Sat.1 auf Quotenmeter.de-Nachfrage stets abgestritten, nun aber offiziell bekannt: Jeanette Biedermann kehrt für eine dritte Staffel in die Serie «Anna und die Liebe» zurück. Genauere Angaben zu der Geschichte der dritten Season machte der Privatsender am Donnerstagabend in München aber noch nicht. Keine Erkenntnis gibt es derzeit darüber, ob auch ihr Serienehemann Jonas in das tägliche Format zurückkehrt. Zuletzt standen die Chancen für ein Comeback von Roy Peter Link nicht schlecht.

Nichts Neues gibt es derweil aus dem Serienbereich: Die Serientage Samstag und Sonntag möchte Sat.1 mit «Navy CIS», «The Mentalist», «Navy CIS: L.A.» (Foto) und «Criminal Minds» bestücken. Vermutlich wird man früher oder später noch auf das im Winter in den USA startende Spin-Off von «Criminal Minds» zurückgreifen – offiziell ist hier aber nichts. Bestätigt ist derweil, dass «ran» in der kommenden Saison aus einem neuen und sehr modernen Studio kommen soll. Die Spiele der Champions League und Europa League werden dann von Johannes B. Kerner, Andrea Kaiser und Oliver Welke präsentiert. Weil «ran» aber immer mehr Sendezeit bekommt – unter anderem wurde am Donnerstag der neue Vertrag mit dem Boxer Felix Sturm bekannt – erhält die Sportredaktion einen neuen Moderator. Matthias Killing, der derzeit das «Sat.1 Frühstücksfernsehen» moderiert, stößt ab kommender Fußballsaison neu zum Moderatoren-Team.

Nichts zu hören gab es derweil vom geplanten «ran»-Fußballtalk, dessen Existenz offenbar auf wackligen Füßen steht. Sat.1 selbst blieb hier am Donnerstag eher allgemein und sprach nur von kompetenten Gästen, die künftig im Studio zur Analyse begrüßt werden sollen. Im Comedy-Bereich konnte der Privatsender ebenfalls nicht allzuviel Neues präsentieren. Neue Staffeln von «Ladykracher», «Pastewka» und der «Oliver Pocher Show» waren bereits kommuniziert worden, hinzu kommt ein weiteres Format für Pocher, das man wohl eher Kai Pflaume zugeschrieben hätte. Der Entertainer soll ab Herbst in «Lieber Onkel Olli» Kinderträume wahr werden lassen. Den Sendeplatz wollte der werbefinanzierte Kanal noch nicht nennen.

Eine kleine Überraschung hatte man im Show-Line-Up parat – und die geht einher mit einer Schlappe für Hugo Egon Balder, der lediglich für neue Ausgaben seiner überarbeiteten Show «Genial Daneben» angekündigt wurde. Die Moderation der «Hit-Giganten» muss er hingegen an Roger Cicero und Miriam Weichselbraun abgeben. Sat.1 reagiert hiermit wohl auf den anhaltenden Erfolg der «ultimativen Chart Show» von RTL, die seit geraumer Zeit am Freitagabend hohe Quoten einfährt. Kai Pflaume scheint bei den Überlegungen des Senders nur noch eine untergeordnete Rolle zu spielen: Noch nicht entschieden wurde über die Zukunft seiner Kuppelshow «Nur die Liebe zählt», dafür soll er ab Herbst eine neue Kindershow namens «Bastelkönig» erhalten. Fortgesetzt wird – wie bereits bekannt - «Die perfekte Minute».

Johannes B. Kerner bekommt neben seinen Aufgaben als «ran»-Moderator und seiner wöchentlichen Talkshow gleich zwei weitere Formate. Nach dem erfolgreichen Auftakt der Ländershow «Deutschland gegen Holland» darf hurricane weitere Ausgaben mit anderen Ländern herstellen. Kerner selbst verantwortet zudem ein neues Sat.1-Quiz, in dem er das Wissen seiner Zuschauer prüfen will. Einzelheiten gab Sat.1 am Donnerstag aber noch nicht bekannt. Im Dezember macht er für den Privatsender zudem wieder einen großen Jahresrückblick.

Anders als RTL hat Sat.1 im Bereich der Dokus nur wenig Neues anzubieten. Erwähnenswert ist sicherlich der Wechsel von Moderatorin Miriam Pielhau zum Münchner Sender. Pielhau moderierte zuletzt «Big Brother» bei RTL II und soll fortan für Sat.1 «…ins Grüne» moderieren. Sie bringt damit Senderangaben zufolge das erste Countrytainment-Format ins deutsche Fernsehen. Kameras berichten darin, wie es im Dorf zugeht. Die zuletzt etwas quotenstärkere Sendung «Stars & Stories» bekommt wie auch «Exklusiv» von RTL einen Ableger, der das Leben der Superreichen zeigen soll und das ehemalige «Clever»-Paar Eligmann und Bonig geht in «Die Insider» mit Hilfe von Mikro-Spaceshuttles auf eine spannende Entdeckungstour durchs Innere des Körpers.

Sat.1-Geschäftsführer Andreas Bartl zeigte sich am Donnerstagabend jedenfalls sehr zufrieden. "Die Weichen für eine erfolgreiche dritte Dekade sind gestellt und erste Erfolge wie die Rückkehr der deutschen Serie und der Freitagabend-Familienshow zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Menschlich, sympathisch, familienfreundlich, hochwertig – und relevant: das ist Sat.1 in der neuen TV-Saison." Ansprechen will man mit dem Programm ein Publikum zwischen 30 und 59 Jahren.

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