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Sonntagsfragen

Sonntagsfragen an Dr. Andreas Büchelhofer

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Sein Unternehmen geriet kürzlich in die Schlagzeilen: Der Geschäftsführer von 1.2.3.tv sprach mit Quotenmeter über die wirtschaftliche Lage seines Auktionssenders und auch über «Das ProSieben Auktionshaus».

Es gab in den vergangenen Tagen eine leichte Verwirrung um die wirtschaftliche Lage von 1-2-3.tv. Sky sprach wohl davon, dass man von keiner wirtschaftlichen Verbesserung ausginge, Sie vermeldeten nun schwarze Zahlen. Wie passt das zusammen?
Die Premiere AG hatte ihre Beteilung bereits im Geschäftsjahr 2008 abgewertet. Im August hat Sky/Premiere dann entschieden, den Fokus zurück auf das Kerngeschäft zu setzen und in diesem Zuge die Anteile an 1-2-3.tv an den Münchner Secondary Investor Cipio Partners, die Altgesellschafter und das Management veräußert.

Fakt ist, dass 1-2-3.tv - seit wir im letzten Quartal 2008 einige strategische Optimierungen vorgenommen haben – die Gewinnzone erreicht hat und die beiden vergangenen Quartale die erfolgreichsten in unserer Geschichte waren.

Ich persönlich bin von dem nachhaltig wirtschaftlichen Erfolg des Senders so überzeugt, dass ich die Anteile von Sky aus privaten Mitteln gekauft habe.

Sind Sie also mit der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens zufrieden?

Mehr denn je. Wir haben im Jahr 2009 durchgehend schwarze Zahlen geschrieben und erwarten als Gesamtergebnis für 2009 einen Gewinn im mittleren, einstelligen Millionenbereich.

Wer könnte denn dann einen Nutzen daraus haben von schlechter wirtschaftlicher Lage bei Ihnen zu sprechen?
Niemand. Ich denke, dass das Missverständnis in Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung von Sky und der Abwertung unserer Beteiligung im Jahr 2008 entstanden ist.

Sehen Sie Shoppinganbieter wie HSE, QVC, oder Channel 21 eigentlich als Konkurrenz?
50:50. Etwa 50 Prozent unserer Kunden sind auch Kunden von anderen Anbietern. Betrachtet man die allgemeine Lage am Markt und die Überschneidungen der von Ihnen genannten Sender untereinander, ist das aber relativ wenig. Ich glaube, dass 1-2-3.tv den Markt sehr erfolgreich erweitert hat. Unsere Kunden sind jünger und zu einem größeren Prozentsatz männlich als bei normalen Shoppingkanälen. Und uns steht neben dem sehr günstigen Einkauf auch eine Unterhaltungs- und Spannungskomponente durch das Auktionsmodell zur Verfügung.

Sie haben über 900.000 Kunden – wie wichtig war da für Sie eigentlich die Zusammenarbeit mit ProSieben, wo Sie längere Zeit «Das Auktionshaus» gesendet haben?
Man muss das genauer betrachten: Wir haben 909.000 Kunden, die sich bei uns registriert haben. Davon haben schon über 60% gekauft. 40% der Kunden befinden sich somit in der Datenbank und warten noch auf ihr Schnäppchen. Zu Ihrer Frage: ProSieben hat da natürlich deutlich mitgeholfen, allerdings muss man auch sagen, dass wir den allergrößten Teil unserer Kunden durch andere Marketingaktionen wie z.B. Freunde werben Freunde gewinnen konnten.

Aus dem ProSieben-Programm ist Ihre Sendung nun recht kurzfristig verschwunden. Waren Sie da überrascht?
Überrascht nicht - das ist in enger Abstimmung erfolgt. Für ProSieben ist es momentan vor allem wichtig, den Tagesmarktanteil stabil zu halten – und da sind Sendungen wie «Das Auktionshaus» trotz sehr attraktiven Quoten im Vergleich zu anderen Home Shopping Sendungen - ca. drei Prozent Marktanteil bei ProSieben - wahrscheinlich weniger geeignet als zum Beispiel attraktive fiktionale Formate. Ich kann aber zum Teil gut verstehen, dass man verstärkt die Quote im Blick behalten muss; jetzt, wo im Werbemarkt wieder ein Aufschwung erkennbar ist - auch wenn ich persönlich einer Optimierung nach Tagesmarktanteilen skeptisch gegenüber stehe.

Wie sieht Ihre Prognose für 1-2-3.tv für die Jahre 2010 oder 2011 aus?
Für eine detaillierte Aussage ist der Zeitpunkt noch ein bisschen zu früh, aber wir wollen natürlich weiter wachsen. Unter anderem steht der zeitnahe, weitere Ausbau unserer Internetpräsenz auf dem Programm. Außerdem arbeiten wir ständig an der Erweiterung unseres Produktsortiments.

Hat Ihnen die Wirtschaftskrise also recht wenig wehgetan?
Wenn Sie so wollen sind wir sogar einer der Profiteure der Wirtschaftskrise. Die Menschen haben in dieser Zeit vor allem langfristige Investionen zurückgefahren und verzichten auf sehr teure Dinge. Es gibt aber nur wenige, die ihren kompletten Konsum eingestellt haben. Vielmehr erleben wir ein Wachstum im Discount-Markt, den das Angebot von 1-2-3.tv perfekt bedient. Dazu kommt, dass die Krise in Europa für uns hervorragende Beschaffungsmöglichkeiten im Restpostenbereich bietet und dadurch den weiteren Ausbau unserer Tiefspreisstrategie ermöglicht.

Vielen Dank für das Interview.

Kurz-URL: qmde.de/36980
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