Die Kritiker

«24 - Tag 7»

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Story:


Nichts ist mehr wie es einmal war: Die CTU gibt es nicht mehr, mit Allison Taylor haben die Vereinigten Staaten erstmals eine Präsidentin. Jack Bauer muss sich wegen seiner kürzlich bei einem Terroristen angewandten brutalen Verhörmethoden vor dem Senat verantworten.

Nun droht eine Gruppe von Terroristen, sich in die CIP-Firewall einzuhacken und damit die Infrastruktur der USA zu zerstören sowie sämtliche Sicherheitssysteme außer Gefecht zu setzen. Bauer wird unverzüglich vom FBI angefordert, um auf die Bedrohung zu reagieren. Ihm stockt der Atem, als er erfährt, dass der Kopf dieser Gruppe jemand ist, den er außerordentlich gut kennt: Der eigentlich tot geglaubte Tony Almeida.

Dieser hat inzwischen die Kontrolle über den kompletten Flugverkehr über den Vereinigten Staaten an sich gerissen und lenkt eine Maschine direkt auf das Weiße Haus.

Darsteller:
Kiefer Sutherland («Stand by me») ist Jack Bauer
Carlos Bernard («Babylon 5») ist Tony Almeida
Mary Lynn Rajskub («Legally Blonde 2») ist Chloe O’Brian
James Morrison («Jarhead») ist Bill Buchanon
Jon Voight («Transformers») ist Jonas Hodges
Cherry Jones («Erin Brockovich») ist Allison Taylor
Annie Wersching («General Hospital») ist Renee Walker

Kritik:
Mit dem Start der siebten Staffel, kann man als «24»-Fan die sechste Staffel getrost und ein für alle Mal abschließen. Was war darüber nicht alles zu lesen: Ein Gemischtwarenladen abstruser Ideen war die sechste Runde und sicherlich als schwächste aller bisher dagewesenen Seasons einzuordnen. Sie brachte jedoch die berechtigte Frage auf, wie lange man das Rad «24» um die eigene Achse drehen kann, ohne dass es an Profil verliert. Fünf Mal? Sieben Mal? So viel ist klar: Mit jeder Staffel wird es für die Macher um Jon Cassar, der auch in der siebten Staffel oft Regie führte und Howard Gordan, der die Bücher schrieb, schwieriger.

Negativ fiel übrigens auch die zum Teil überraschend geringe Screentime von Kiefer Sutherland auf, der gerade in der Mitte der sechsten Staffel teilweise zehn oder 15 Minuten lang gar nicht zu sehen war. Das Fehlen des wichtigen Kopfes machte sich deutlicher bemerkbar als es sich die Macher erhofft hatten: Nun ist er wieder häufiger zu sehen.

Die siebte Staffel sollte gänzlich anders beginnen: Die CTU wurde geschlossen, künftig arbeitet Jack, der sich am Anfang vor einem Gericht erklären muss, für das FBI. Schon bald stellt sich heraus, dass das aber keine bahnbrechenden Änderungen sind, sondern eben nur Kleinigkeiten. Den von Fans so geliebten CTU-Klingelton gibt es in Staffel sieben beispielsweise nicht. Letztlich kommt es doch auf die Geschichte an – und die ist in Gänze betrachtet auf keinen Fall so schlecht wie die der sechsten Staffel, aber eben auch nicht so gut wie in Runde fünf.

Im vorderen Mittelfeld könnte man sie einordnen. Doch trotz intensivster Bemühungen seitens der Macher – neu erfunden hat man das Rad wieder nicht. Einige Elemente und Geschehnisse erinnern doch wieder an die Vorjahre, Jack Bauer selbst weist in seiner Persönlichkeit teilweise noch zu wenige Unterschiede auf. Die Gefangenschaft in China hat ihn zweifelsohne geprägt, dies hätte aber durchaus noch mehr Spuren hinterlassen können.

In der siebten Staffel wird zudem Carlos Bernard zu «24» zurückkehren: Eigentlich wollten die Macher Tony Almeida schon zum Ende der sechsten Runde wieder auftauchen lassen, sie verzichteten aber darauf, weil sie noch wütendere Fans befürchteten. Wirklich realistisch ist die Rückkehr Tonys nun wirklich nicht und auch Jack Bauer kämpfte mit der Fassung als er erfuhr, dass sein ehemaliger Kamerad noch leben soll. Tony ist allerdings zu den Bösen gewechselt, was zwar nicht realistischer ist, aber immerhin für ein gutes Spannungsfeld zwischen den beiden wichtigen Figuren führt.

Als klare Bereicherung kann man Annie Wersching beschrieben, die als Renee Walker erstmals einen weiblichen Special Agent verkörpert. Sie ist es auch, die Jack überhaupt zum FBI holt und daran glaubt, ihn unter ihre Fittiche nehmen zu können. Dass sie schon bald vor die brutale Realität gestellt wird, sorgt vor allem zu Beginn der Staffel für Spannung. An der fehlt es der siebten Staffel ohnehin nicht, weil sie besser konstruiert ist als die puzzlehafte Sechste, die eher aus vielen kleinen und stets wechselnden Bedrohungen bestand.

Für Ruhe sorgten die Macher auch bei der Präsidentenfrage: Falsche Präsidenten, dumme Präsidenten – das alles gab es nach dem Tod von David Palmer – nun hat die Echzeitserie die erste Frau an der Spitze der Staaten: Cherry Jonas – vor allem bekannt aus «Erin Brockovich» - macht ihre Aufgabe gut und ist eine Wohltat für von Präsidenten genervte «24»-Fans.

Die ganz großen Veränderungen blieben in Staffel sieben aus – gesagt werden kann aber, dass Anhänger der Serie wieder deutlich mehr Spaß an ihr haben dürften als vor einem Jahr. Das liegt unter anderem an der enormen Spannung, die schon nach wenigen Minuten aufgebaut wird und sich eigentlich durch die gesamte Season zieht. Die Macher müssen also auch künftig in manchen Bereichen Mut beweisen, um die Serie lebendig zu halten. Dann steht vielen weiteren Tagen im Leben des Jack Bauer zumindest aus inhaltlicher Sicht nichts entgehen.

kabel eins zeigt die siebte Staffel von «24» ab Dienstag, 01. September 2009 in Doppelfolgen. Die Ausstrahlung startet jeweils gegen 22.00 Uhr. Am 01. September ist zuvor um 20.15 Uhr zudem noch das Prequel «24: Redemption» (siehe eigener Kritiker-Bericht) zu sehen.

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