Die Kritiker

«Polizeiruf 110: Der Tod und das Mädchen»

von

Story


Johannes Steuben, Musikstudent an einem privaten Konservatorium, wird von einem Auto überfahren und dabei tödlich verletzt. Für die Kommissare deutet alles auf einen Mordanschlag hin. Bei ihren Ermittlungen finden sie jedoch heraus, dass Steuben Opfer einer Verwechslung geworden ist, und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur. David Brügge und seine Zwillingsschwester Lilly bilden als Studenten des Telemann-Konservatoriums ein musikalisches Duo, dem man eine große Zukunft voraussagt. Wie die anderen Studenten des Instituts steht das Geschwisterpaar unter starkem Leistungsdruck.

Die hochgesteckten Ziele lassen nur wenig Freiraum. Wie zuvor schon in ihrer Kindheit und frühen Jugend spielt sich das Alltagsleben der beiden in einem eng begrenzten Bereich ab. All dies hat eine besonders enge geschwisterliche Bindung entstehen lassen, eine Beziehung, die über die Zeit erotische Züge angenommen hat. Doch dann droht Lilly, aus dieser Beziehung auszubrechen. Sie verliebt sich in den Klavier-Studenten Nico Ziehrer. Der völlig auf seine Schwester fixierte David verliert allen Halt. Kopflos will er die Ursache seines Unglücks aus dem Weg räumen - und tötet aufgrund einer fatalen Verwechslung Steuben.

Darsteller


Jaecki Schwarz («Ein starkes Team») ist Hauptkommissar Herbert Schmücke
Wolfgang Winkler («Das Traumpaar») ist Hauptkommissar Herbert Schneider
Sunnyi Melles («Buddenbrooks») ist Therés Dahlenberg
Bernd Michael Lade («Tatort») ist Frank Ziehrer
Odine Johne («Unverwundbar») ist Lilly Dahlenberg
Tim Morten Uhlenbrock («Familie Sonnenfeld») ist David Dahlenberg
Alexander Pensel ist Nico Ziehrer
Marie Gruber («Der Vorleser») ist Rosamunde Weigand
Katerina Jacob («Der Bulle von Tölz») ist Staatsanwältin Iris Meissner
Jochen Schropp («Zwei Engel für Amor») ist Dr. Stabroth
Karin Düwel («Liebesticket nach Hause») ist Gabi Rössner
Karoline Teska («Ein Teil von mir») ist Valerie Schönau
Nina Gummich («Die Wölfe - Nichts kann uns trennen») ist Jeanette Schönau
Hubert Mulzer («Nichts als Ärger mit den Männern») ist Konrad Lützow
Gunda Ebert («Die Stein») ist Daniela Lützow

Kritik


Die Hauptkommissare Schmücke und Schneider – dargestellt von Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler – sind bei weitem keine Unbekannten mehr in der deutschen TV-Ermittler-Branche. Der vorliegende Fall vom «Polizeiruf 110» ist nun bereits ihr 40. Fall. Doch statt den beiden Kommissaren einen besonderen und spannenden Fall vorzugeben, erlebt der Zuschauer bei «Der Tod und das Mädchen» die meiste Zeit nur mäßige Spannung.

Das Konstrukt aus der Upper-Class-Szene musikalisch begabter junger Menschen verliert sich zu oft in unnötigen Figurenkonstellationen, welche zum Teil auch recht undurchschaubar geraten sind. Zu viele Personen werden in zu kurzer Zeit abgearbeitet, ein wirkliches Auseinandersetzen des Zuschauers mit den gezeigten Personen ist da nicht bzw. nicht ausgereichend möglich. Zudem ist die Geschichte, die die Drehbuchautoren Xao Seffcheque und Jürgen Starbatty hier entworfen haben – es geht um die Teilnahme an einem Festival für klassische Musik und die damit verbundenen Konkurrenzkämpfe in der Gruppe – auch alles andere als ausgefallen. Vieles hat man hier und da besser und stimmiger gesehen. So bleibt am Ende nur die einfache und teilweise auch spannungsarme Unterhaltung übrig.

Charmant und gekonnt ist hingegen das Spiel von Jaecki Schwarz und Wolfgang Winkler. Beiden gelingt es wieder einmal mit ihrem gekonnten Spiel die Rollen der unkonventionellen Kommissare ansprechend auszufüllen. Einblicke in das Liebesleben der Beiden gibt es da natürlich auch wieder. Und dennoch gab es in den vergangenen Jahren schon Fälle, bei denen die zwei besser funktionierten. Auf Seiten der Gastdarsteller gibt es keine großen Ausreißer nach oben oder unten. Sie agieren zumeist solide und glaubhaft. Schön ist, dass Regisseurin Karola Hattop hier mal wieder eine Reihe von Jungschauspielern in den Mittelpunkt gerückt hat, die im deutschen TV bisher nur wenig bzw. gar nicht zu sehen war.

Um es aber abschließend auf einen Nenner zu bringen: der vorliegende Fall aus dem «Polizeiruf 110» weiß summa summarum nur bedingt zu überzeugen. Genrefans und Anhänger der Reihe werden aber trotzdem Gefallen daran finden.

Das Erste zeigt «Polizeiruf 110: Der Tod und das Mädchen» am Sonntag, den 17. Mai 2009, um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/34924
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