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Die Zehn

Zehn US-Serien, die besser als «Dr. House» sind

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Natürlich ist «Dr. House» ein Highlight im Fernsehprogramm. Aber es gibt Serien, die noch besser sind: Quotenmeter.de stellt zehn Beispiele vor, die es wert sind, entdeckt zu werden.


Sicher: «Dr. House» ist sehr gut gemachtes Fernsehen mit sensationellen Einschaltquoten. Aber wir alle wissen, dass die Formel erfolgreich = gut nicht immer gilt. Leider gibt es sogar viele US-Serien, die besser sind als der Doktor, es aber in Deutschland nie zu Ruhm gebracht haben. Nach zehn Sendungen, die Marcel Reich-Ranicki sehen sollte, stellt Quotenmeter.de nun zehn US-Serien vor, die besser als «Dr. House» sind. Wieder gilt natürlich: Die folgende Liste ist rein subjektiv, aber vielleicht schon ein guter Ratgeber für die nächsten Weihnachtseinkäufe.



«Die Sopranos» (HBO, 1999-2007)

Diese Serie hat Geschichte geschrieben. Nicht unbedingt in Deutschland, wo die «Sopranos» im Nachtprogramm des ZDF ein Nischendasein gefristet haben, aber in den USA, wo die Serie dem Pay-TV-Sender HBO Millionen von Kunden eingebracht hat. Und dies völlig zu Recht, denn die Geschichten um einen Mafiaclan in New Jersey haben in 86 Folgen eine neue Art der Dramaserie begründet. Der Mafiaboss James Gandolfini, den immer wieder psychische Zweifel und Depressionen heimsuchen und der sein Familienleben sowie die Organisation der Mafia unter einen Hut bringen muss, personifiziert die Begründung eines neuen ambivalenten TV-Charakters, den es bis dato in der ausgeprägten Form noch nie gegeben hat. Die Serie aus der Feder von David Chase gewann 21 Emmys und 5 Golden Globes.



«Deadwood» (HBO, 2004-2006)

Die ebenfalls vom Pay-TV-Sender stammende Western-Dramaserie «Deadwood» wurde oft auf ihre vulgäre Aussprache und ihre Gewaltverherrlichung reduziert. Dabei vergisst der Kritiker, dass gerade solche Aspekte die Realitätstreue zur damaligen Zeit essentiell sind. Grundsätzlich erzählt «Deadwood» die wirkliche Geschichte der gleichnamigen Stadt, die sich zunächst als freies Gebiet außerhalb des Bodens der USA etablierte, später dann aber ins Staatenterritorium integriert wurde. «Deadwood» spielt vor dieser Integrierung und erzählt Geschichten von US-Flüchtlingen, gesuchten Verbrechern, geldgierigen Saloonbossen, ambitionierten Sheriffs und verlorenen Charakteren – intelligent, hintergründig, informativ und unheimlich spannend. Dabei zieht sich durch jede Staffel und die Serie insgesamt immer ein übergreifendes Story-Element, das sich zu einer Einheit zusammenfügt. Gleichzeitig wird in jeder der 36 Folgen eine abgeschlossene Handlung erzählt. Das Finale der ersten Staffel ist eines der besten, das die Fernsehgeschichte je gesehen hat. Dass Deadwood nach drei Staffeln aufgrund der zu hohen Produktionskosten eingestellt wurde, ist eine bodenlose Schande. In Deutschland war die Serie nie zu sehen – ein DVD-Kauf ist für jeden Serienfan absolute Pflicht.



«Frasier» (NBC, 1993-2004)

Die intelligente Sitcom um den versnobten und neurotischen Psychiater Dr. Frasier Crane, der eine eigene Seelenklempner-Show im Radio hat, ist nicht umsonst elf Jahre lang eines der beliebtesten Programme der Amerikaner gewesen. Die Serie schaffte es, den Spagat zwischen oberflächlichem Humor und intelligenten Pointen sowie hintergründigen Running Gags zu machen. Dies geschieht auf der einen Seite durch die einfachen Charaktere des Martin Crane und der Haushälterin Daphne Moon, auf der anderen Seite durch die Brüder und Psychiater Frasier und Niles Crane, die sich für ein wenig zu intelligent für diese Welt haben und mit ihrer verklärten Sicht der Dinge oft in absurde Situationen geraten, in denen sie sich der Realität des Alltags stellen müssen. Durch den gewissen Anspruch und die Intelligenz war diese Sitcom auch bei Kritikern beliebt. Sie gewann rekordverdächtige 37 Emmys. Die deutschen Ausstrahlungsrechte an «Frasier» hat aktuell der Sender „Anixe“ ab der fünften Staffel, doch mittlerweile ist auch die erste Staffel hierzulande auf DVD erschienen.



«Californication» (Showtime, seit 2007)

Nein, nicht Fox Mulder aus «Akte X» ist David Duchovnys Glanzstück. Hank Moody ist die Rolle seines Lebens. Der sexbesessene, chauvinistische und einfach coole Schriftsteller wird unglaublich sympathisch, gleichzeitig ist er aber das größte Arschloch, das die (Frauen)-Welt je gesehen hat. Zudem plagen Moody immer wieder Schreibblockaden, Depressionen und eine Lebensleere. Wie das alles in einen Charakter passt, mag man sich fragen, wenn man die Serie nicht kennt. Dass es zusammenpasst, zeigt «Californication» – und zwar nur diese Serie, die einer der größten Juwelen ist, den die US-Fernsehlandschaft in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Provokativ, anstößig, erwachsen: Duchovnys Serie ist das oft titulierte „Sex and the City“ für Männer. Ob Frauen damit allerdings auch etwas anfangen können, ist genauso fraglich wie Moodys Suche nach einem erfüllten Leben.



«Monk» (USA Network, seit 2002)

Adrian Monk ist Privatdetektiv. Kein gewöhnlicher natürlich. Er ist neurotisch, psychisch gestört und krankhaft. Kein Wunder also, dass Monk bei der Lösung seiner Fälle Hilfe braucht – und zwar in Form einer persönlichen Assistentin, die ihn vor gefährlichen Situationen schützt. Ein solcher Charakter allein macht noch keine gute Serie aus. Erst die großartige schauspielerische Darstellung des Monk durch Tony Shalhoub macht die Serie zu einem hochwertigen Erlebnis. Kein Wunder, dass er für diese Rolle in den Jahren 2003, 2005 und 2006 einen Emmy-Award für den besten Hauptdarsteller in einer Comedyserie gewann. Insgesamt gewann «Monk» bisher sieben Emmys und einen Golden Globe. Doch die Erfolgsgeschichte geht weiter: Mittlerweile ist die Serie in ihrer siebten Staffel. Nach der kommenden Season 8 ist aber Schluss - der hohen Produktionskosten wegen.








«The West Wing» (NBC, 1999-2006)

Aus der Feder von Aaron Sorkin stammt diese Serie, die den Alltag des fiktiven demokratischen US-Präsidenten Josiah Bartlet, gespielt von Martin Sheen, und seines Teams begleitet. Zu Beginn der Ausstrahlung im Jahr 1999 erweckte die Serie daher großes Aufsehen in den USA, konnte sich aber dank großartiger Geschichten, realistischer Darstellungen des Präsidentenalltags und der Entscheidungen sowie einer exzellenten Dramaturgie sieben Jahre lang im US-TV behaupten. Aktuelle politische Themen wurden immer wieder in die Serie eingebracht, sodass sie auch für die Zuschauer eine nicht nur unterhaltende Relevanz hatte. Realitätsgetreu verfolgen die sieben Staffeln zwei komplette Amtszeiten Bartlets, also 8 Jahre, vom Anfang bis zum Abtritt. «The West Wing» gewann 26 Emmys und 2 Golden Globes – Rekord für eine TV-Dramaserie. In Deutschland ist sie aktuell im FOX Channel zu sehen.



«Twin Peaks – erste Staffel» (ABC, 1990)

Als die David-Lynch-Serie «Twin Peaks» im April 1990 zum ersten Mal auf Sendung ging, ahnte das TV-Network ABC sicherlich nicht, dass sie eine solche Medienreaktion hervorrufen würde. Millionen in den USA fieberten mit und rätselten über das mysteriöse Verbrechen um den Mord von Laura Palmer, doch ABC drängte die Macher, schon in Staffel zwei, die dann von den Zuschauerzahlen als auch von der Qualität deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, den Mörder zu präsentieren, was der Show dann letztendlich das Genick brach. Doch für die Entwicklung der Serie ist «Twin Peaks» essentiell: Als einer der ersten Genre-Mixes, hier mit Mystery-, Soap- und Krimielementen, war die Show besonders Vorläufer für den großen Boom der Mysteryserien wie beispielsweise «Akte X».



«Nightmares & Dreamscapes – From the Stories by Stephen King» (TNT, 2006)

Diese Miniserie des US-Senders TNT wurde zwar nicht mit guten Einschaltquoten gesegnet, ist aber qualitativ ein Kleinod innovativer und brillanter Fernsehunterhaltung. In Deutschland ist die Serie auf DVD erschienen. Sie enthält acht unterschiedliche, abgeschlossene Geschichten, die auf Erzählungen des Horror-Meisters Stephen King basieren. Auf solcher Grundlage ließ man die unterschiedlichsten Regisseure ihre Visionen einer Geschichte verwirklichen. Und so präsentieren sich dem Zuschauer acht nicht nur inhaltlich völlig unterschiedliche Shows, sondern auch visuell: Die Regisseure spielen mit abstrusesten Kamerawinkeln, Verzerrungen, Effekten und Bildsprache und stellen teilweise die Normen und Konventionen von Fernsehproduktionen auf den Kopf. Eine Geschichte verzichtet beispielsweise völlig auf Dialoge und Gesprochenes, eine andere spielt mit Farben und Verwischungseffekten. Da vergisst der verblüffte Zuschauer fast, dass die Episoden vor allem eines sind: unheimlich spannend.



«Into the West» (TNT, 2005)

Auch bei «Into the West» handelt es sich um eine sechsteilige Miniserie des Dramasenders TNT. Dieses ambitionierte Projekt von Stephen Spielberg und Dreamworks begleitet die Geschichte zweier Familien während der sogenannten Zeit des „Wilden Westens“ zwischen 1800 und 1900. Dabei geht es einerseits um die weiße Familie Wheeler und andererseits um eine Lakota-Indianerfamilie und ihren Stamm. Die Erzählung rückt dabei das anfängliche Nebeneinanderleben und später das „Gegeneinanderleben“ der weißen und nativen Amerikaner in den Mittelpunkt. Die verlustreichen Kämpfe der Weißen gegen die Indianer und die spätere Umsiedelung in Territorien werden genauso thematisiert wie auch das Credo, auf das sich Amerika gründet: Ein jeder kann sein Glück finden. Und so behandelt die Serie natürlich auch die Goldgräberzeit. Alle Episoden werden aus der Sicht eines Familienmitglieds erzählt, das die Geschichte seiner Vorfahren – und gleichzeitig des Landes USA im Ganzen – über die Jahrzehnte Revue passieren lässt. Während die beiden unterschiedlichen Storystränge der zwei Clans zu Anfang noch einzeln auftreten, verbinden sie sich ziemlich schnell zu einer gemeinsamen, großen Saga. Wunderbares Fernsehen mit bildgewaltigen Aufnahmen und historisch korrekten Begebenheiten. «Into the West» läuft im Dezember erstmals im deutschen TV bei kabel eins.



«30 Rock» (NBC, seit 2006)

Vielleicht kennen sie die Schauspielerin Tina Fey mittlerweile, die in den letzten Wochen durch ihre genialen Sarah-Palin-Parodien auf sich aufmerksam machte. Genau diese Fey gehörte viele Jahre lang zur Cast der Comedyshow «Saturday Night Live» und entwickelte 2006 die Comedy «30 Rock», in der sie selbst auch mitspielt. Die Serie spielt beim Fernsehsender NBC hinter den Kulissen einer fiktiven Show, die nicht umsonst ein wenig an Feys früheren Arbeitsplatz «Saturday Night Live» erinnert. Durch die originalgetreue und detailverliebte Darstellung des Fernsehalltags und zahlreiche Gaststars, die nicht in einer Rolle, sondern als sie selbst auftreten, wird der originalgetreue Charakter noch intensiviert. «30 Rock» ist keine gewöhnliche Sitcom nach Schema F, sondern einzigartig und unvergleichbar, sodass sie in den letzten Jahren jeweils den Emmy für die beste Comedyserie gewann. In Deutschland wird die unterschätzte Serie demnächst beim Sender „Das Vierte“ gezeigt.


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