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Gewalt & Sex: Holland schließt den ‚Goldenen Käfig’

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Eine Realityshow der härteren Gangart wird nun bei unseren Nachbarn beendet. In Deutschland könnte die Sendung dagegen starten.

Als «Big Brother» nach Deutschland kam, war der Aufschrei hierzulande groß. Reality-Shows dieser Art hat es bis dato noch nicht gegeben. Klar, dass zahlreiche Kopien folgten – wer erinnert sich heute noch an «Girlscamp» oder das peinliche «House of Love» von RTL?

Logo: RTLWährend das Interesse schließlich deutlich nachließ und heute nur noch das Original mehr oder weniger erfolgreich ausgestrahlt wird, sieht es bei den Nachbarn in Holland anders aus. Für Aufsehen sorgt dort derzeit ein „goldener Käfig“ – «De gouden Kooi». Viele Kandidaten leben in einem großen Haus, eingerichtet mit allem, was das Herz begehrt. Am Ende erhält derjenige das Haus, der am längsten darin ausharrt. Mindestaufenthalt: Zwei Jahre.

Produziert wird die Show, die zuletzt rund 600.000 Niederländer unterhielt, natürlich von John de Mol. Doch bei RTL 5, wo das Format nach dem Ende von de Mols eigenem Sender Tien seit einigen Monaten zu sehen ist, ist man ganz und gar nicht mit der Entwicklung der Show zufrieden. Denn Gewalt- und Sexszenen, Obszönitäten und Fäkalsprache dominieren in weiten Teilen der Show – gut für die Quote, aber letztlich doch schlecht für den Sender.




Das Problem ist ähnlich wie einst beim Dschungelcamp: Die Werbekunden haben keine Lust auf das negative Image der Show und weigern sich, für ihre Produkte zu werben – nicht zultzt auch deshalb, weil zahlreiche Politiker einen Boykott forderten. Daher soll der „Goldene Käfig“ kurz vor der Fußball-EM Ende Mai endgültig geschlossen werden, wie RTL inzwischen ankündigte.

Foto: EndemolFür den deutschen Markt ist das Format inzwischen offenbar ebenfalls von Interesse – Endemol würde «De Gouden Kooi» gerne auch hierzulande etablieren, wie das Magazin "Werben & Verkaufen" kürzlich meldete. Nicht ganz nachvollziehbar, schließlich hatte Endemol Deutschland-Chef Borris Brandt im vergangenen Jahr in einem Interview mit dem Online-Fernsehmagazin Quotenmeter.de noch auf Schwierigkeiten hingewiesen. „Wir sind das einzige Land der Welt, das bereits Erfahrung gemacht hat mit einer ‚Never Ending Reality-Show’. Wir haben zwei Jahre lang «Big Brother» durchgehend gesendet und haben dort gesehen, was funktioniert und was nicht funktioniert“, so Brandt. „Das erste Jahr war wirklich sensationell und lief super – im zweiten Jahr sah es dann schon nicht mehr so gut aus.“

Gerade bei «De Gouden Kooi» könnte es problematisch werden: „Es werden ja immer weniger Menschen in diesem Haus. Das kann ja auch einmal auf vier Bewohner runtergehen. Wir haben die Erfahrung gemacht: Bis zu sechs Bewohnern ist alles OK, zwischen sechs und vier Leuten wird es kritisch und ab vier Leuten sieht kein Mensch mehr zu. Wenn jetzt diese vier Menschen eisernen Willen besitzen und nicht gehen wollen, dann kann das unter Umständen Jahre dauern, bis diese vier Leute aufgeben. Da hätten wir hinterher ein riesiges Problem – wir müssten das unter Umständen abbrechen und vier Häuser verschenken…“

Abbruch ist das richtige Stichwort, denn in Holland steht man nun vor Schwierigkeiten, was den Hauptpreis angeht: Für jeden Tag, den die Kandidaten im in der Villa bleiben, erhalten sie ein Schmerzensgeld in Höhe von 1.000 Euro, was den Aufenthalt gleich um ein Stückchen erträglicher macht. Das Haus selbst ist übrigens zwei Millionen Euro Wert – dumm nur, dass das nun im Besitz des Senders bleiben wird. Schließlich kann der Mindestaufenthalt nie erreicht werden, weil die Show schon vor Ablauf dieses Zeitraums beendet wird. Immerhin: Wer auch immer nun am Ende gewinnt – er erhält eine Millionen Euro als Siegprämie.

Und was wird nun aus Reality in Deutschland? Endemol Deutschland-Chef Brandt war im vergangenen Jahr noch der Meinung, dass in Deutschland durchaus auch Reality-Formate außerhalb von «Big Brother» eine Chance auf dem Markt haben, wenngleich «De Gouden Kooi» mit Sicherheit nicht zu uns kommen wird. Womöglich muss er seine Prognose doch noch rückgängig machen.

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