Interview

Lorenzo Patané: „Ein bisschen Sturm muss schon sein“

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Die Dailynovela «Sturm der Liebe» wird 15 Jahre alt. Seit Folge eins mit dabei ist Schauspieler Lorenzo Patane als Robert Saalfeld. Mit ihm haben wir über die Arbeit am Set, das Jubiläum und Pasta mit Rinderfilet mit einer Thymian-Tomatensoße Gesprochen.

Lorenzo Patané, Sie sind Darsteller der ersten Stunde von «Sturm der Liebe» – entsprechend: Glückwunsch zum 15. Geburtstag! Aber beginnen möchte ich unser Gespräch mit der derzeit sehr besonderen Lage. Sie produzieren unter Corona-Bedingungen und das schon seit über vier Monaten. Wie hat sich der Dreh unter diesen erschwerten Möglichkeiten verändert und weiterentwickelt? Ich kann sagen, dass mittlerweile wieder eine gewisse Normalität am Set eingekehrt ist. Die getroffenen Infektionsschutzmaßnahmen wie beispielsweise regelmäßige Corona-Testungen der Schauspielerinnen und Schauspieler, eine generelle Maskenpflicht am Set oder auch dramaturgische Änderungen, um Mindestabstände einhalten zu können, waren zu Beginn natürlich ungewohnt. Aber bei Dingen, die einem Spaß machen und einem viel bedeuten, kann man sich an erstaunlich viel gewöhnen. Die Energie im Spiel passt weiterhin – es ist schön zu sehen, dass wir weiterhin sehr natürlich spielen können.

Sie spielen in der Serie Robert Saalfeld – und das seit Staffel eins, wenn auch mit Unterbrechungen. Robert hat sich in den 15 Jahren deutlich entwickelt, zuletzt sah man ihn mit mehr Humor als ganz früher…
Stimmt absolut. Es ist ein großes Geschenk für jeden Schauspieler, wenn er eine Figur über einen so langen Zeitraum entwickeln darf. Es hat auch geholfen, dass ich zwischendrin mal ausgestiegen bin. So bekommt man zur Figur auch den nötigen Abstand, kann andere Eindrücke ins Spiel einfließen lassen. Als die erste Staffel begann, kam ich frisch vom Theater, wo ich lange gespielt habe. Anfangs war das Fernsehen also neu für mich. Inzwischen traue ich mich vor der Kamera also auch viel mehr.

Da geht es dann oftmals also um Nuancen.

Ich will nochmals bei Staffel eins bleiben, als die Serie eine klassische Telenovela war. Da war das Hauptpaar total im Fokus. Inzwischen kann man sagen, «Sturm der Liebe» ist eine Ensemble-Serie.
Gut so?
Klar, das ist das Schöne. Im Prinzip war «Sturm der Liebe» am Anfang ja auf 100 Folgen angelegt. Und dann hatte das Projekt unglaublich viel Erfolg, mit dem keiner gerechnet hat. Ich muss da die Produzenten wirklich loben, sie haben die Figuren enorm weiterentwickelt. Es gibt jetzt eine große Masse an spannenden Figuren rund um das Hauptpaar. Es macht den Reiz der Serie aus, diese kleinen Oasen neben der weiterhin großen Liebesgeschichte jeder Staffel zu haben.

Wie sieht Ihr Drehalltag aus? Pro Tag entstehen 47 Minuten der Serie, manchmal mehr, wenn Sommerurlaub hereingearbeitet werden muss. Gibt es da für Darsteller mal ein langes Wochenende?
Ein langes Wochenende? Schön wäre es, aber nein. Ich bin wirklich von Montag bis Freitag am Set. Je nachdem, in welche Geschichten Robert verwickelt ist, mal länger und mal nicht so lang. Gerade zurzeit ist es viel und massiv. Das macht mir Spaß, weil ich die Arbeit mag. Ich habe auch das Gefühl, wenn ich viel arbeite und somit viel drehe, läuft der Motor noch heißer und besser.

Die Jubiläumsfolge der Serie steht an. Nun, man kann sagen, es ist immer eine gute Idee, wenn man mit Freunden einen Ausflug unternimmt?!
Das ist immer eine gute Idee. Übrigens auch im echten Leben. Einfach mal die Mitarbeiter einladen, alle Kollegen, gute Freunde und raus auf einen schönen Ausflug. So kann man den Mitmenschen etwas zurückgeben.
Gemeinsam mit meiner Mama habe ich ein Lokal in Stuttgart – es ist doch schön, wenn man den Leuten, die sich immer um unsere Gäste kümmern, mal so einen Gefallen tut.

Nur: Bei «Sturm der Liebe» endet der Ausflug nicht gut, weil einer nicht mehr zurückkommt?
Das müssen die Zuschauer dann sehen. Ich will keine Details der Geschichte verraten.
Ich sage nur: Es wird spannend.

Wie viele Veränderungen werden mit dem Serienjubiläum einhergehen?
Naja, unsere Serie heißt «Sturm der Liebe» – ein bisschen Sturm muss schon sein. Nach jedem Sturm gibt es immer Veränderungen, wäre ja auch schade, wenn es nicht so wäre.

Anders gefragt: Als Sie von den Veränderungen erfahren haben, was war da Ihre Reaktion?
Ein Gebot ist ja, dass sich Schauspieler immer über Neues freuen und Lust haben, Dinge zu entdecken.

15 Jahre «Sturm der Liebe» – welche Kuriositäten bleiben besonders gut im Kopf?
Viele. In der Staffel, in der ich zum zweiten Mal Prinz war, gab es am Ende die große Hochzeit mit der von Uta Kargel gespielten Eva. Im Anschluss daran ist das ganze Hotel in die Luft geflogen und wir sind durch die Trümmer gestampft. Das war ein besonderer Moment.

Grundsätzlich gab es aber viele, sodass man eigentlich gar nicht diesen einen speziellen Moment nennen kann. Alle besonderen Momente stehen für ihre jeweilige Zeit auf Platz eins.

Was wünschen Sie Robert im Jahr 2021?
Liebe, Liebe, Liebe. Das ist das Schönste. Wer um Liebe kämpft, der entwickelt unglaubliche Kräfte und besonderen Einfallsreichtum.

Zum Ende des Gesprächs nochmal Corona: Sie erwähnten schon, dass Sie mit Ihrer Mutter ein Stuttgarter Restaurant betreiben. Wie viele Bauchschmerzen und graue Haare bereitet und bereitete Ihnen Corona?
Leider sehr viele. Das hat es wirklich nicht gebraucht. Wenn ich mir Dehoga-Berichte über die Liquidität von selbst etablierten und großen Gasthäusern anschaue, dann lese ich da, dass es selbst diese Restaurants nur einige Wochen ohne Einnahmen durchstehen. Wir mussten also viel Einfallsreichtum investieren, um diese Zeit zu überstehen.

Welches ist das beste Gericht auf Ihrer Karte?
Da wir immer frisch kochen - wir haben 320 unterschiedliche Gerichte, die sich abwechseln, ist immer etwas dabei. Aber ein Rezept von meiner Mama ist zurzeit unglaublich: Pasta mit Rinderfilet mit einer Thymian-Tomatensoße und dazu Parmesan.

Danke für das Gespräch.

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