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Nach dem «Bon Appétit»-Debakel: Disney+-Programmchefin wechselt zu Condé Nast

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Agnes Chu verlässt das Haus der Maus, um sich der Videosparte von Condé Nast zu widmen, die mit «Bon Appétit» einen immens erfolgreichen, scharf kritisierten YouTube-Kanal unterhält.

Der Ende 2019 durchgestartete Disney-Streamingdienst verliert eine zentrale Entscheidungsträgerin an das Verlagshaus Condé Nast, das derzeit händeringend nach einer Person sucht, die seine sehr erfolgreiche, aber kürzlich in die Negativschlagzeilen geratene Videosparte auf Kurs bringt: Wie 'Deadline Hollywood' mitteilt, wird Agnes Chu, die Programmchefin von Disney+, den Disney-Konzern Mitte dieses Monats verlassen. Ab September wird Chu dann den Video-Arm von Condé Nast Entertainment leiten. Zum Verlag Condé Nast gehören unter anderem die Medienmarken 'Vogue', 'GQ' und 'Glamour'. Außerdem gehört der YouTube-Kanal «Bon Appétit» zu Condé Nast.

Der YouTube-Kanal des Kochmagazins 'Bon Appétit' entwickelte sich in den vergangenen vier Jahren zu einem immens populären Channel: Über 1,3 Milliarden Views wurden generiert. Seit Mitte Juni wurden jedoch keine neuen Videos mehr hochgeladen, weil der Kanal zuvor in die Negativschlagzeilen geriet: Es kam unter anderem ans Licht, dass nicht-weiße Teammitglieder nicht für ihre Videoauftritte bezahlt wurden. Das löste einen Sturm der Entrüstung aus, der wiederum weitere harsche Anschuldigungen nach sich zog, unter anderem gegen die Vorgesetzten der beliebten «Bon Appétit»-Gesichter, aber auch gegen Condé Nast generell.

Chu soll laut 'Deadline Hollywood' eng mit Ricky Strauss, President of Content and Marketing bei Disney+, zusammenarbeiten, damit ihr Weggang möglichst reibungslos verläuft. Interimsmäßig werden Sarah Shepard und Dan Silver Chus Pflichten mitübernehmen und an Strauss berichten. Für Disney ist Chus Weggang ein großer Einschnitt: Chu gilt als eine der Personen im Disney-Gefüge, die besonders eng mit Disneys früherem CEO Bob Iger sind.

Jedoch lief zwischen Iger und Chu zuletzt nicht alles glatt: Iger, der nach seinem Rücktritt vom CEO-Posten bei Disney geblieben ist, nahm sich in den vergangenen Monaten unter anderem vor, den Stand von Disney+ zu verbessern. Als eine Aufgabe von hoher Priorität galt, den Serienentwicklungsprozess zu optimieren, da Disney+ einige vielversprechende Formate kostspielig entwickelte, bloß um sie dann aufzugeben. Im Zuge dessen wurde Chus Entscheidungsgewalt eingeschränkt (mehr dazu). Bei Condé Nast wird Chu hingegen unter anderem über die erfolgreichen YouTube-Kanäle von 'Vanity Fair', 'Wired' und 'The New Yorker' schalten und walten – und Krisenmanagerin bei «Bon Appétit» spielen.

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