Hintergrund

Digitale Auflage: Die Zeitungen müssen Reichweite abgeben

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Schulschließungen, Shutdowns, Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbot – die Lage war im März unklar und für viele neu. Inzwischen sinken die Aufrufzahlen wieder.

Der März war von vielen Hiobsbotschaften geprägt. Am Abend des 12. März traten Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, und Peter Tschentscher, erster Bürgermeister von Hamburg und ausgebildeter Mediziner, vor die Kameras, um die Bewohner der Bundesrepublik auf harte Zeiten einzuschwören. Deutschland hatte fast 2.500 aktive Corona-Fälle und es war unklar, wie sich der Virus verteilen werde.

Binnen weniger Tage prasselten auf die Deutschen viele Nachrichten ein: Die Schulen wurden recht schnell geschlossen, Bayern verordnete einen Shutdown, wenige Tage später traten Ausgangsbeschränkungen in Kraft und zuletzt ordnete die Kanzlerin ein Kontaktverbot an. Die Zeiten waren turbulent und für die Bewohner des Landes Vieles unklar, sodass die digitalen Medien einen massiven Nutzungsanstieg verzeichneten. Die „Berliner Morgenpost“, sonst nicht mal eine Million Aufrufe pro Tag, steigerte sich in diesen Zeiten auf bis zu elf Millionen Aufrufe täglich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung verdoppelte ihre Auflage auf 14 Millionen Seitenaufrufe.

Der kleine „Münchner Merkur“, mit rund fünf Millionen Aufrufen bis dato unterwegs, kam einen Tag vor dem Shutdown auf bis zu 18 Millionen Klicks. Inzwischen sind die Zeiten etwas ruhiger, der Virus ist „scheinbar“ unter Kontrolle und die Leser kehren auch online zur Normalität zurück. Der „Merkur“ erreichte in den vergangenen Tagen um die fünfeinhalb Millionen Aufrufe, die „FAZ“ liegt bei etwas mehr als sieben Millionen. Die „Berliner Morgenpost“ schlägt sich mit um die 2,2 Millionen täglichen Aufrufe noch weit über den Durchschnitt.

Der Verlierer des Jahres ist „Der Spiegel“, der seit seinem Relaunch nicht mehr an frühere Verhältnisse anknüpfen kann. Bis zum Relaunch war es üblich, dass man 40 Millionen Seitenaufrufe pro Tag hatte, dieses Ergebnis schaffte man auch wieder in der Shutdown-Woche zu erzielen. Seither landete man wieder auf dem Ergebnis vor der Pandemie.

Bestraft wird auch „Bild“, das zwischen Vatertag und 23. Mai nicht mal an die früheren Verhältnisse anknüpfen kann. In der Krise erreichte der Axel-Springer-Verlag mit seinem Angebot bis zu 93 Millionen Aufrufe, derzeit kommt man nur auf knapp 50 Millionen Klicks am Tag. Im Februar holte man im Schnitt noch drei Millionen Aufrufe pro Tag mehr. Ist dies eine Reaktion auf die Eventisierung jeglicher Mininews im Bild-Corona-Ticker? Bild Live zeigt die Öffnung von Saunaanlagen in Sachsen, die Bahn bei der Säuberung der ICE-Flotte und weitere Bullshit-News, dass unter anderem Hundezüchter einen Welpen-Boom verzeichnen.

Bereits vor einigen Wochen schrieb Quotenmeter über die Bild Live-Strategie: „Der neue Talk aber bietet: Plaudern aufgrund von Hörensagen, Vermutungen und Annahmen. Das tut, anders als manche Schlagzeile in der Boulevard-Zeitung, immerhin nicht weh. Es bildet aber halt auch nicht weiter. Immerhin bleibt aber die Erkenntnis, dass Charlotte Würdig zuletzt heulend neben der Waschmaschine saß. Schuld sei der Ausnahmezustand gewesen.“

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