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«Forky hat eine Frage»: Erklärbär auf Disney-Art

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„Was ist Liebe?“ Kann eine «Toy Story»-Figur wirklich grundlegende Fragen des Lebens beantworten? Nein, schon gar nicht in zwei Minuten. Trotzdem hat die Serie von Disney+ einen bestimmten Pluspunkt.

Cast & Crew «Forky hat eine Frage»

  • Idee, Drehbuch und Regie: Bob Peterson
  • Stimme (Forky): Tony Hale
  • Ausf. Produzenten: Pete Docter, Jim Morris
  • Produktion: Pixar Animation Studios für Disney+
  • Folgen: bisher 10 (je 3-4 Minuten; wöchentlich neue Folgen)
Erinnert sich noch jemand an den Erklärbär aus der «Wochenshow»? In der Sat.1-Comedy schlüpfte Markus Maria Profitlich in ein Bärenkostüm und erklärte seinem Freund Jürgen – gespielt von Bastian Pastewka – den Lauf der Dinge. Der Humor aus der Situation ergab sich aus zwei Dingen: Auf der einen Seite die unschuldige Seite einer Kindersendung, die den Jüngsten die Welt erklärt. Und auf der anderen Seite der sarkastisch-bissige Humor von Jürgen, der diese Unschuld konterkariert.

Die neue Serie von Disney+ «Forky hat eine Frage» bedient sich dieses Schemas, bleibt dabei aber unentschlossen, was sie nun wirklich sein will: eine Kindersendung mit aufklärerischem Charakter oder ein humoristisches Format für Fans. Forky ist ein Charakter aus dem «Toy Story»-Universum und tauchte erstmals 2019 im vierten Kinofilm der Reihe auf. Beim Disney-Streamingdienst bekommt er nun seine eigene Show, in der er die mehr oder weniger grundlegenden Fragen des Lebens stellt: Was ist ein Freund? Was ist Liebe? Aber auch solche wie: Was ist Käse? Freunde wie Rex oder Bonnie helfen ihm dabei, diese Fragen zu beantworten – die Hauptcharaktere des Franchises wie Buzz oder Jessie tauchen in den bisherigen Folgen nicht auf.

Zwei bis drei Minuten bleiben Forky und Co., um die Fragen zu beantworten – länger sind die Episoden nicht. Dies ist automatisch ein K.O.-Kriterium dafür, tatsächlich tiefergehend auf grundlegende Sinnfragen zu antworten. Stattdessen beschränkt sich der edukative Charakter der Folgen auf eine simple, oft beiläufig übermittelte Botschaft: Zeit mit Freunden zu verbringen sei wichtiger als Geld, wird so in der ersten Folge „Was ist Geld?“ postuliert.

«Forky hat eine Frage» – liefert aber keine Antworten


Im selben Atemzug werden aber oft Witze eingestreut, die erwachsene Fans vergnügen dürften, in einer reinen Kindersendung jedoch unpassend wirken (Stichwort Hämorrhoiden). Andere sind so parodistisch, dass kleine Kinder sie nicht verstehen. Die Folge „Was ist Liebe?“ parodiert beispielsweise eine billige Daily-Soap. So dürften Fans der Reihe viel mehr Gefallen am Format finden als Kinder, die dem quietschbunten Universum etwas abgewinnen können, aber kaum eine zufriedenstellende Antwort auf die gestellten Fragen finden dürften. Erwachsene selbstverständlich ebenfalls nicht. Dies ist vielleicht das größte Problem an dem Format: Es gibt vor, etwas anderes zu sein, als es letztlich abliefert.

Also sind wir letztlich doch wieder beim Erklärbär: Freunde von «Toy Story» wissen den eigentümlichen Humor der Serie zu schätzen, der sich an manchen Stellen zu viel bremst. Viele Gags funktionieren auf den Punkt; Pixar-Drehbuchator Bob Peterson («Findet Nemo», «Inside Out») liefert hier ganze Arbeit ab. Wer die «Toy Story»-Filme nicht kennt, wird dagegen auch mit «Forky hat eine Frage» nicht viel anfangen können: Den ultrakurzen Episoden fehlt die Zeit, damit man mit den Charakteren oder der Atmosphäre warm oder gar vertraut werden kann.

«Forky hat eine Frage» ist beim Streaming-Service Disney+ verfügbar.

Kurz-URL: qmde.de/118606
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