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Interview

Jessica Ginkel: ‚Uff, das war ein ganz schöner Brocken‘

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Anfang des Jahres stieg Jessica Ginkel aus der RTL-Dramedy «Der Lehrer» aus – auf eigenen Wunsch, wie sie im Quotenmeter.de-Interview sagt. Wie sie ihre Abschiedsstory mit etwas Abstand bewertet, was sie zuletzt in Schweden gemacht hat, wieso sie aktuell in der Kita und weniger am Set tätig ist und wie ihre Planung für 2020 aussieht, verrät sie hier.

Zur Person: Jessica Ginkel

Ginkel, 1980 in Berlin geboren, spielte ab 2006 eine durchgehende Rolle in «GZSZ» (Caroline). Drei Jahre später stieg sie aus. Für das ZDF machte sie später noch einmal eine Daily, sie übernahm die Hauptrolle in «Lena - Liebe meines Lebens». Dem Primetime-Publikum wurde sie als Karin in «Der Lehrer». Nachdem sich ihre Figur in der diesjährigen Staffel zunächst an nichts mehr erinnern konnte, erkrankte sie im weiteren Verlauf unheilbar an Krebs und verstarb an diesem.
Frau Ginkel, Ihr Abschied aus der Serie «Der Lehrer» war für eine Dramedy schon äußerst emotional. Wie blicken Sie, mit dem Abstand von fast einem Jahr, darauf?
Mir ist der Abschied vom Set schon schwer gefallen. Aber es war ja meine Entscheidung, nicht mehr weiter zu machen. Dennoch vermisse ich das Team am Set und ich vermisse auch meine Figur, die ich so viele Jahre lang gespielt habe.

Haben Sie denn noch Kontakt zu RTL?
Natürlich, einen sehr guten Kontakt. Ich habe die Serie ja auch nicht verlassen, weil ich unzufrieden war, sondern aus persönlichen Gründen. Die Serie wird in Köln gedreht, mein Lebensmittelpunkt und der meiner kleinen Kinder liegt einfach in Berlin. Da war es ja absehbar, dass man das nicht ewig schafft – es war quasi die logische Konsequenz, mich zu verabschieden. Die Autoren der Serie, die Produzenten und der Sender hat dann entschieden, dass meine Figur an Krebs erkrankt und daran stirbt. Im ersten Moment dachte ich da schon „Uff, das wird ein ganz schöner Brocken“. Aber mir war auch klar, dass dies für die weiteren Geschichten, die noch erzählt werden, eine gute Entscheidung war.

Sie haben sich ja in diesem Jahr eine längere Auszeit genommen. Wie war es denn, plötzlich so viel freie Zeit zu haben?
Mit Kindern wird es nie langweilig, es gibt immer eine Menge zu tun. Die „freie“ Zeit verging wie im Flug.

Sie haben sich ja in diesem Jahr eine längere Auszeit genommen. Wie war es denn, plötzlich so viel freie Zeit zu haben?
Solange wir noch ferienunabhängig reisen können und die Kleinen noch keine festen Verpflichtungen haben, nutzen wir diese Gelegenheit.

2020 startet dann auch wieder mit einer Reise, sprich Auszeit?
Ja, das wird dann aber der allerletzte Urlaub in dieser Form sein.

Was war anders als die Jahre zuvor?
Im Grunde genommen war das in diesem Jahr gar nicht so sehr viel anders als sonst. Als ich noch bei «Der Lehrer» war, begann mein Arbeitsjahr auch immer erst im Sommer. Jetzt waren wir Anfang des Jahres lange weg, aber ich wusste im Januar schon, dass ich im Sommer die Schweden-Folge von «Inga Lindström» drehen werde.

Kommt man dann mit einem anderen Blickwinkel zurück?
In dem Fall nicht, weil ich nicht das Gefühl hatte, dass ich besonders lange weg war. Ich hatte dann schon das Buch für «Inga Lindström», bin direkt nach dem Urlaub mit der Berlinale wieder eingestiegen. Vom Gefühl her war das keine so lange Auszeit.

Sie sind jetzt in einem neuen «Inga Lindström»-Film zu sehen, der am Sonntag um 20.15 Uhr im ZDF läuft. Müssen Sie da ein bisschen das Image der Reihe vor allem bei den Jüngeren aufbessern?
Darüber habe ich mir gar keine Gedanken gemacht. Die Entscheidung war für mich klar, als mich Stefanie Sycholt gefragt hat, ob ich mitspielen mag. Ich kannte sie noch von früheren Projekten und arbeite einfach unfassbar gerne mit ihr.

Wie war das Arbeiten in Schweden?
Es waren vier intensive, aber sehr schöne Arbeitswochen. Ich hatte tolle Kollegen, vor und hinter der Kamera (Ulrike Krumbiegel, Max Herbrechter, Florian Thunemann, Julia Malik, Ben Ruedinger, Helena Zengel und Lithemba Maier). Es geht um Schuld, Familie, Freundschaft und natürlich Liebe. Ein Mix aus Drama und komödiantischen Momenten. Viel Frauenpower am Set durch die Regie (Stefanie Sycholt) und Kamera (Birgit Biebe Deken).

Welche neuen Projekte stehen für Sie an?
Bis zum Jahresende wird die Familie im Mittelpunkt stehen. Ich bin für die Kita-Eingewöhnung meiner Tochter verantwortlich. Ihr Papa Daniel Fehlow dreht momentan wieder noch sehr viel für «Gute Zeiten, schlechte Zeiten», daher habe ich diese Aufgabe übernommen.

Würde Sie eigentlich die Arbeit an einer täglichen Serie noch einmal reizen? Sie spielten ja schon in der ZDF-Telenovela «Lena» mit?
Ich mag die Arbeit an Serien wirklich sehr gerne und ich habe mich damals auch nicht bewusst gegen sie entschieden. Es ist toll, wenn man in einem Team arbeitet, das dann so etwas wie eine Familie wird. Das hat etwas von Nach-Hause-Kommen.

Wir haben eben Daniel Fehlow, Ihren Lebensgefährten, schon angesprochen. Er ist ja der Leon in «GZSZ». Bleibt für Sie denn im Familienleben Zeit die Serie zu schauen?
«GZSZ» liegt zeitlich sehr ungünstig für uns; da ist Ins-Bett-geh-Zeit für die Kleinen. Das schaffen wir also nicht. Wir sind momentan eher die Netflix-Stammkunden, nutzen aber auch die anderen, freizugänglichen Mediatheken, die flexibles Gucken ermöglichen.

Danke für das Gespräch.

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