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«The Big Bang Theory»: Die Deal-Geschichte

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600 Millionen US-Dollar für die Streaming-Rechte. Warner Bros. musste wohl die Rechte an seine Schwesterfirma verkaufen, um nicht von den Produzenten verklagt zu werden.

Als eine der beliebtesten TV-Serien der vergangenen 20 Jahre war «The Big Bang Theory» mit Sicherheit einen enormen Preis wert. Aber das Erfolgsformat wurde nicht auf dem freien Markt verkauft, wie es Warner Bros. suggerieren wollte. Das Unternehmen sagte, man habe es an den Höchstbietenden, HBO Max, verkauft und zusätzlich einen Kabeldeal mit TBS geschlossen.

Der Grund dafür liegt in einer Rückstellung im ursprünglichen Megadeal, den CBS bereits im Jahr 2010 mit der Warner Bros.-Schwester TBS abgeschlossen hatte. Schon vor zehn Jahren sah die Vereinbarung vor, dass Streamingdienste mit Kabelkanälen um Wiederholungsrechte konkurrieren könnten. Der Vertrag gewährte TBS mehrjährige Exklusivität und hinderte «The Big Bang Theory»-Produzent Warner Bros. daran, die Streaming- oder On-Demand-Rechte getrennt vom Kabelgeschäft zu verkaufen. Die Exklusivrechte von TBS wurden jährlich verlängert, solange die Sitcom bei CBS im Programm blieb. Nachdem die Serie im vergangenen Jahr beendet wurde, war der Deal auf 2024 begrenzt worden.

Mit Blick auf die Markteinführung von HBO Max im Frühjahr 2020 musste TBS diese Exklusivrechte aufgeben, aber gleichzeitig auch etwas zurückbekommen. Obwohl TBS, HBO Max und Warner Bros. zur selben Familie gehören, war ein firmenübergreifender Deal sinnvoll. Dieser wurde auch von den Produzenten Chuck Lorre und Bill Prady geprüft. Damit der Deal für alle Seiten – auch für die Gewinnbeteiligten – funktioniert, hattte sich WarnerMedia bekanntlich mit einer großen Anzahl von Unternehmen verstärkt, die die verschiedenen Rechte sichern sollten. TBS bekam die Serienrechte nun bis 2028, dafür darf HBO Max die Serie streamen.

Aufgrund der Rechte von TBS war es für WarnerMedia nicht möglich, die Serie weitestgehend an externe Käufer zu veräußern. Die gemeinsame Muttergesellschaft und die Führung von TBS und HBO Max mussten sich zusammenschließen. Es wäre durchaus möglich gewesen, dass WarnerMedia den Preis für «The Big Bang Theory» hätte senken können, aber die Gewinnbeteiligten wären in diesem Fall mit Sicherheit vor Gericht gegangen, um ihre Ansprüche geltend zu machen.

Branchenquellen besagen, dass WarnerMedia über fünf Jahre hinweg etwa 600 Millionen US-Dollar für «The Big Bang Theory» an HBO Max und TBS zugesat hat. Die Serie wird sehr geschätzt, weil sie noch nicht im amerikanischen Streaming-Markt genutzt wurde. Gleichzeitig besteht jedoch keine Gewissheit, ob sie als gestreamter Inhalt ein großer Hit wird. Seit dem Debüt von «The Big Bang Theory» bei TBS im Jahre 2011 erreichten die (lokalen) TV-Stationen, die das Format ausstrahlten, mit ihm fantastische Quoten.

Auf die «The Big Bang Theory»-Nachricht vom Dienstag folgten die über andere Megadeals. Anfang der Woche hat Netflix geschätzte 500 Millionen US-Dollar für «Seinfeld» ausgegeben, HBO Max soll etwa 425 Millionen US-Dollar für «Friends» bezahlen. Der NBC-Dienst Peacock gibt wohl 500 Millionen US-Dollar «The Office» aus. Das mögen für den Außenstehenden oft Summen sein, die innerhalb von Firmengruppen den Besitzer wechseln. Allerdings bekommen die Produzenten, Autoren und viele weitere einen großen Teil des Kuchens ab.

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