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Interview

Chris Tall: 'Die Möglichkeiten, sich heute zu zeigen, sind vielfältig'

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Neue Staffel seiner RTL-Show, ein neues Amazon-Format. Für Chris Tall ist der September ein wichtiger Monat. Wir haben mit dem Comedian gesprochen; über Open Mics, Newcomer und natürlich seinen fast schon legendären Auftritt bei den Screenforce Days.

Chris Tall im September 2019

  • Zweite Staffel seiner Show «Darf er das?»: RTL startet sie am Freitag, 13. September um 23.05 Uhr. Die Episoden laufen nun live.
  • Neu ist das Amazon-Projekt «Chris Tall presents...»: Es startet am 27. September.
Herr Tall, wie schwer haben es Comedy-Newcomer Ihrer Meinung nach?
Ich denke, in der Branche hatte man es vor zehn Jahren noch schwerer. Heute gibt es ja viele Möglichkeiten, sich auch als Neuling zu präsentieren, wenn ich an die vielen „Open Mics“ denke. Und wir haben natürlich auch gute TV-Shows, die auf Newcomer setzen, etwa den «Quatsch Comedy Club» oder «Nightwash».

Und vermutlich YouTube?
Ja, voll! Nicht nur YouTube, sondern fast noch mehr Instagram. Da kann man echt gute Storys machen und seine Follower sehr nah an sich rankommen lassen. Sie sehen also: Die Möglichkeiten, sich heute zu zeigen, sind vielfältig. Das ist gut für den Nachwuchs, aber auch für die Fans.

Welche jungen Talente sind Ihnen besonders aufgefallen?
Natürlich die sechs, die ich in meine neue Show bei Amazon Prime, «Chris Tall presents...» eingeladen habe; wenngleich zumindest Ingmar Stadelmann einigen schon bekannt sein dürfte.

Aber wir hatten neben diesen Comedians auch noch weitere auf dem Zettel. Felix Lobrecht zum Beispiel ist richtig fantastisch und er geht auch absolut zu Recht durch die Decke. Er ist eigentlich kein Newcomer mehr, sondern der nächste Durchstarter. Alain Frei finde ich gut und noch viele mehr – die aber alle aufzuzählen, würde jetzt den Rahmen sprengen.

Wie hart war Ihr Karrierestart?
Ich komme ja aus Hamburg. 2011 gab es da noch kaum offene Bühnen. Ich weiß noch, dass ich zu meinem ersten Auftritt nach Trier gefahren bin. Das waren 700 Kilometer. Im direkten Umkreis gab es nichts Ähnliches. Da ist heute viel mehr los. Diese vielfältigen Möglichkeiten haben einen echten Wandel in der Comedy los getreten.

Sie machen jetzt für Amazon eine Show namens «Chris Tall presents...», in die Sie bekannten, aber auch nicht ganz so bekannten Stand-Up-Comedians eine Bühne geben. Quasi eine Art «Quatsch Comedy Club»?
Ich glaube, das kann man nicht vergleichen. Sowohl beim «Quatsch Comedy Club» als auch bei «Nightwash» gibt es einen Moderator, der Nachwuchs-Künstler präsentiert. Bei «Chris Tall presents...» trete ich zehn Minuten lang selbst auf und überlasse die Bühne dann für 45 Minuten einem anderen, meist jungen, Künstler. Sie präsentieren sich also viel länger als in Mixed-Shows.

45 Minuten ist ein echtes Brett. Normalerweise fängt man mit sieben oder zehn Minuten an.
Gut, dass Sie das sagen. Es ist wirklich eine Leistung, die Zuschauer über 45 Minuten zu unterhalten. Zumal die Vorgabe war, viel neues Material zu spielen, das noch nirgends gelaufen ist. Und es ist eben auch die Aufgabe der Show. Es bringt ja nichts, wenn ich gute zehn Minuten mache, der Rest aber nicht passt – und umgekehrt. Bei uns ist Ingmar Stadelmann aufgetreten, er hat schon Erfahrung. Aber dass das auch bei Tutty Tran etwa so gut geklappt hat, hat mich wirklich gefreut.

Warum passt das Format zu Amazon? Bisher hat der Dienst ja eher auf Serien-Ware gesetzt, die es so in ähnlicher Form noch nicht im Free-TV gab.
Es ist wirklich eine neue Geschichte für Amazon und somit auch ein Experiment. Ich darf sagen, dass ich sehr stolz auf das Format bin. Kurz: Ich find’s geil. Ob das letztlich wirklich passt, kann man ja nie sagen. Ich habe da auch kein Gefühl, weil ich nicht voraussagen kann, ob eine Standup-Show bei Amazon-Kunden angenommen wird. Was ich weiß: Wir haben bei den Aufzeichnungen das Beste gegeben! Und ich finde den Schritt, den Amazon mit dem Format geht, mutig und cool.

Sie waren zudem auch Teil des Programms der Mediengruppe RTL Deutschland bei den Screenforce Days. «Darf er das?» soll weitergehen. Sehen Sie sich bei RTL ein bisschen in den Fußstapfen großer Komiker, etwa Mario Barth und Cindy aus Marzahn?
Die Screenforce Days zu gestalten und gewissermaßen zu eröffnen, war nicht einfach. Es war auch ein mutiger Schritt von RTL – und somit eine zusätzliche Motivation für mich. Dass Quotenmeter.de, also Ihr, geschrieben habt, dass Chris Tall in der Rolle seines Lebens zu sehen war, als „Wolf of Picassco-Street“, hat mich echt stolz gemacht. Und es freut mich, als RTL-Newcomer nun regelmäßiger im Programm aufzutauchen.

Planen Sie Neues für «Darf er das?»?
Da will ich noch nicht zu viel verraten. Wir haben neue Ideen. Wir wollen uns verändern. Auch weil wir nicht nur das anbieten wollen, was die Zuschauer schon kennen.

Danke für das Gespräch.

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