Sportcheck

Nach Ligafinale: Wie sieht die Bundesliga der Zukunft im TV aus?

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Eine geplante Rechte-Reform der Bundesliga könnte fanfreundlicher ausfallen als bisher, doch die Anbieter müssen mitspielen. Außerdem: Die Quoten zum Saison-Finale der Bundesliga.

Hört die Bundesliga auf die Fans?


Sporthighlights der kommenden Woche

  • Ab Montag, täglich: Tennis, French Open (Eurosport)
  • Dienstag, 12 Uhr: Eishockey-WM, Deutschland - Finnland (Sport1/DAZN)
  • Mittwoch, 19 Uhr: BBL-Viertelfinale Spiel 2, Basketball Löwen Braunschweig - FC Bayern München
  • Donnerstag, 20.30 Uhr: Relegation (1. Bundesliga), VfB Stuttgart - 1. FC Union Berlin
  • (Eurosport)
  • Freitag, 18.15 Uhr: Relegation (2. Bundesliga), SV Wehen-Wiesbaden - FC Ingolstadt (ZDF)
  • Samstag, 20 Uhr: DFB-Pokal-Finale, RB Leipzig - FC Bayern München (Das Erste/Sky)
  • Sonntag, 15 Uhr: Formel 1, Großer Preis von Monaco (RTL/Sky)
  • Der Quotenmeter.de-Exotentipp: Freitag & Samstag, 13.30 Uhr: Tennis, WTA-Turnier in Nürnberg (BR)
Ein Bericht des Branchendienst “Sponsors” brachte kurz vor dem Ligafinale 2018/2019 Gesprächsstoff unter Fußball-Fans und ließ sie kurz nicht aufs kommende Endspiel-Wochenende blicken, sondern viel weiter in Richtung Zukunft. Es geht um die Bundesliga-Rechteausschreibung ab der Saison 2021/2022, bis zur Saison 2024/2025. Laut des Berichts will die Deutsche Fußball-Liga auf die sogenannte “No-Single-Buyer-Rule” verzichten, die vor allem bei Fans unbeliebt ist, weil sie besagt, dass kein Anbieter alle Rechte an der Bundesliga halten kann. Für den Zuschauer bedeutet das derzeit noch, dass er mehrere Abonnements abschließen muss, um alle Spiele der Bundesliga sehen zu können.

Auch bezüglich des aktuellen Eurosport-Pakets, das Fans’ sauer aufstieß, will die DFL zurückrudern. Dass Eurosport aktuell alle Freitagsspiele hält, ist noch leicht zu merken. Hinzu kommen im aktuellen Vertrag fünf Sonntagsspiele um 13.30 Uhr und die ungeliebten Montagsspiele, die ab der neuen Rechteperiode wieder abgeschafft werden. Dies war für Fans von Anfang an ein recht unübersichtliches Paket.

Statt des “Eurosport-Pakets” soll ein kommendes Rechtepaket (Paket D) alle Freitagsspiele und alle Sonntagsspiele umfassen. Weitere Pakete enthalten die Samstags-Konferenz um 15.30 Uhr (Paket A), die Einzelspiele am Samstagnachmittag und die Relegationsspiele (Paket B) sowie die Topspiele um 18.30 Uhr und den Supercup (Paket C).

Damit kommt die DFL den Forderungen der Fans ein gutes Stück entgegen. Zumindest theoretisch ist in ein paar Jahren wieder eine Bundesliga möglich, wie Fans sie sich wünschen und von früher kennen. Ob das auch wirklich so kommt, hängt an den Anbietern und darf aktuell eher bezweifelt werden. Von Platzhirsch Sky muss eher ausgegangen werden, dass er aus Kostengründen nicht alle Pakete bei sich versammeln wird, was im Umkehrschluss bedeutet, dass erneut mindestens zwei Abonnements für Fans fällig werden. Die offensichtlichen Abnehmer weiterer Pakete heißen Eurosport, DAZN oder Magenta Sport.

Das Abschaffen der No-Single-Buyer-Rule ist aber in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung und weitere Verbesserungen aus Fan-Sicht wären mit dem neuen Vermarktungskonzept bereits sicher. Zum Beispiel, dass die Relegation künftig wieder im Free-TV zu sehen sein soll und zwar zusammen mit Livespielen am 1., 17. und 18. Spieltag und dem Startschuss der zweiten Liga. Mehr Fußball im Free-TV könnte auch die Entscheidung versprechen, dass die neuen Samstagspartien aus Liga Zwei, die die Montagsspiele ersetzen sollen, wieder von einem Free-TV-Anbieter erstanden werden können. Weiterhin ist es aber auch möglich, dass ein Pay-Anbieter die Rechte exklusiv zuschlägt. Werden die Klagen der Fans also bald erhört? Das hängt zu großen Teilen von der Anbieterkonstellation ab, doch es wird viele Fans beruhigen, dass ihre Kritik wohl nicht komplett auf taube Ohren stieß.

DAZN wartet mit neuen Features auf


Um das Seherlebnis seiner Nutzer zu verbessern, hat der Sport-Streaming-Dienst DAZN sein Angebot um zwei weitere Funktionen erweitert. Das erste neue Feature trägt den Namen “Key Moments”. Dort können Nutzer im Live-Feed und Re-Live zu Schlüsselmomenten von Spielen springen, etwa zu Toren, Elfmetern oder Roten Karten. Außerdem kamen die “League Tables” hinzu. Damit können DAZN-Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz nun die Tabellen aller Fußballwettbewerbe auf DAZN einsehen, indem man auf die Seite des Wettbewerbs geht und auf den Button unter dem Namen des Wettbewerbs klickt.

Eurosport bringt Roland Garros gestochen scharf


Tennis-Fans kommen zwischen dem 26. Mai und dem 9. Juni bei Eurosport und HD+ auf ihre Kosten. Eurosport 4K wird für die dort stattfindenden Roland Garros French Open auf UHD1 by HD+ verfügbar sein. Somit werden alle Matches auf dem Center Court Phillipe Chatrier in UHD-Qualität übertragen. Die 15 Tage Tennis auf Sand umfassen rund 120 Stunden Live-Sport, begleitet von deutschem Kommentar. Der Wettbewerb gilt als wichtigstes Sandplatzturnier des Tennis-Jahres. Voraussetzung für ein ultra-brillantes Tennis-Erlebnis ist neben Satellitenempfang ein UHD-Fernseher. Zudem benötigen Zuschauer für die verschlüsselten Zeiten (Montag bis Samstag nach 20 Uhr, sonntags nach 14 Uhr) ein HD+ Modul, einen HD+ UHD-Receiver mit aktivem HD+ Sender-Paket.

DAZN Italien sichert sich Copa America


Die südamerikanische Kontinentalmeisterschaft Copa America wird in Italien bei DAZN zu sehen sein, wie die italienische Chefin der Perform-Gruppe, Veronica Diquattro bekannt gab. Der Wettbewerb findet vom 14. Juni bis zum 7. Juli statt. Chile gewann das Turnier bereits zwei Mal hintereinander. Damit erweitert Sky Italia sein Portfolio für Fußball-Fans. Der Dienst zeigt in Italien nicht nur die Serie A und Serie B, sondern auch die spanische LaLiga und den spanischen Pokal, erste und zweite Liga aus Frankreich oder den englischen FA Cup.

Amazon UK ersteht Frauen-Tennis


Laut einem Bericht der "Daily Mail" hat Amazon Rechte an der WTA, dem weltweiten Verband des Damen-Tennis gekauft. Seit 2013 hielt BT Sport die Rechte. Nach der Saison 2019 muss sich der Anbieter demnach wohl von den Spitzenspielen im Damen-Tennis verabschieden. Falls der Bericht zutrifft, baut Amazon Prime Video sein Tennis-Angebot weiter aus, denn auch die ATP World Tour und der US Open Grand Slam zählen bereits zum Angebot des Streaming-Diensts. Für deutsche Abonnenten interessant: Der Bericht deutete auch an, dass sich Amazon Deutschland nach den Wimbledon-Rechten streckte. Ein Angebot wurde allerdings offenbar abgelehnt.

Frage der Woche


Die Eishockey-WM ist in vollem Gange und neben den DEL-Übertragungen bei MagentaSport und Sport1 macht sich auch DAZN nun einen Namen als Eishockey-Anbieter. Wir wollen von Ihnen wissen, wer es am besten macht.
Wer liefert die beste Eishockey-Berichterstattung?
Sport1
50,4%
DAZN
23,0%
MagentaSport
26,5%


Eishockey boomt bei Sport1


Sport1 verbucht mit den Übertragungen der Eishockey-WM derzeit Rekord um Rekord. Alle Spiele des Turniers sind bei DAZN zu sehen, der Privatsender darf aber unter anderem Spiele mit deutscher Beteiligung zeigen. Und die lohnen sich scheinbar richtig. Am Dienstag bezwang Deutschland Frankreich mit 4:1, was durchschnittlich 1,02 Millionen Zuschauer ab drei Jahren bei Sport1 mit ansahen. In der Spitze sahen die Übertragung sogar bis zu 1,42 Milionen Zuschauer. Insgesamt sprangen 3,6 Prozent heraus und bei 14- bis 59-jährigen Männern sogar 6,8 Prozent. Für Sport1 waren es die besten Eishockey-Quoten seit dem deutschen Viertelfinale gegen Kanada 2017. Am Tag darauf setzte sich Deutschland dann mit 3:2 gegen die Slowakei durch. Dann lag die durchschnittliche Reichweite bereits bei 1,39 Millionen Zuschauern - der nächste Rekord. Insgesamt entstanden herausragende 5,2 Prozent und bei 14- bis 49-Jährigen standen 7,1 Prozent in der Primetime zu Buche.

Bundesliga-Finale: Rekorde zum Abschluss


Sowohl im Pay-TV als auch im Free-TV hagelte es am letzten Bundesliga-Spieltag der Saison 2018/2019 starke Zahlen. Beginnen wir mit Sky, dass alle neun Partien wie üblich an den letzten Saison-Spieltagen ab 15.30 Uhr zeigte. Zählt man die Zuschauer von Einzelspielen und Konferenzen zusammen, erreichte Sky live 1,91 Millionen Zuschauern (Sports-Bars wie immer ausgeschlossen). Bei 14- bis 49-Jährigen generierte Sky damit 25,9 Prozent, was dem höchsten Marktanteil der Saison entsprach.

Allerdings lief es im Vorjahr mit knapp unter 30 Prozent noch besser. Für die Feierlichkeiten aus der Münchner Allianz-Arena blieben im Anschluss 1,43 Millionen Menschen dran, die in der klassischen Zielgruppe somit noch immer 19,2 Prozent ausmachten.

Die «Sportschau»  verpasste im Ersten zwar aus Gesamtsicht einen Saisonrekord, lief aber dennoch wieder prächtig. Ab 18 Uhr sahen im Schnitt 4,72 Millionen Menschen zu, was zu insgesamt 27,3 Prozent führte. Mehrmals gelang der «Sportschau» diese Saison bereits der Sprung über die Fünf-Millionen-Zuschauer-Marke. Einen Bestwert erzielte die Kult-Sendung dennoch und zwar bei 14- bis 49-Jährigen, wo 23,6 Prozent zu Papier standen. Kein anderer Spieltag lief in dieser Saison besser in der jungen Altersgruppe.

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