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Interview

medienfreunde: Klara Deutschmann

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Welche verhasste Serie liebt Schauspielerin Klara Deutschmann? Und welche Filmära liebt sie besonders?

Ein Film, der mich als Kind geprägt hat …
Ich durfte als Kind zwar nicht viel fernsehen, aber die VHS von «Das Dschungelbuch» haben wir sehr regelmäßig geschaut. Die Dialoge könnte ich, glaube ich, noch heute mitsprechen und „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ pfeife ich gerne mal gedankenverloren vor mich hin.

Eine Serie, die ich in meiner Kindheit entdeckt habe und noch immer liebe …
«Die Simpsons» habe ich als Teenie entdeckt und verschlungen. Das faszinierende an dieser Serie ist, dass sie das junge Publikum auf humorvolle Art unterhält, und die Erwachsenen mit dem gesellschaftskritischen Blick auf die Welt immer wieder überrascht. Ich habe mich schon oft gefragt, ob die Macher von den «Simpsons» heimlich die Welt regieren- so vieles wurde dort erzählt und ist dann Jahre später eingetreten...

Eine Serie, die viele Leute hassen, ich aber großartig finde …
Ich habe mich über die harsche Kritik an der Serie «Dogs of Berlin» gewundert. Als ich die ersten drei Folgen schaute, hat mich der Versuch eine überzeichnete, ästhetisch sehr entschiedene und im ursprünglichen Sinne fiktive Geschichte über Milieu zu erzählen, gebannt. Ich mochte den Mut, mit dem die Figuren gezeichnet wurden und in ihrer Radikalität mit meinen Sehgewohnheiten gebrochen haben.

Ein Film, den viele Leute feiern, ich aber nicht leiden kann …
Da fällt mir als erstes «The Limits of Control» von Jim Jarmusch ein. Ich liebe den Regisseur, aber in diesem Film hab ich auf die Leinwand gestarrt und die Welt nicht mehr verstanden.

Drei beendete Medienprojekte, die ich wiederbeleben würde, wenn ich könnte …
Die schwedische-dänische Serie «Die Brücke», sie hat mich wirklich in Atem gehalten und in die Figuren habe ich mich bedingungslos verliebt.

Die Idee von Ricky Gervais in «Extras», die Geschichte eines Komparsen zu erzählen, der eigentlich ein großer Schauspieler sein möchte und immer wieder an sich und der Branche scheitert, ist großartig!

Und dann würde ich gerne die Nouvelle Vague wiederbeleben. Diese Zeit des Kinos übt auf mich eine unglaubliche Faszination aus!

Wenn ich das Gesamtwerk einer Schriftstellerin/eines Schriftstellers, eine Serie und eine Filmreihe mit auf eine einsame Insel nehmen könnte, von der man mich erst in sechs Monaten wieder abholt …
… dann würde ich Marcel Proust, «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit», einpacken. Ich müsste mich zwar ganz schön beeilen und ziemlich diszipliniert sein, aber den Wunsch dieses Werk mal zu ergründen, hege ich schon lange. Dann würde ich mir alle Tarkovsky-Filme einstecken, auch dafür braucht es Ruhe, Muße und einen langen Atem, aber wenn draußen die Wellen an die Brandung schlagen, ist das sicher ein großartiges Pendant. Und als drittes, und dann den Kopf frei zu bekommen, würde ich ich alle Staffeln von «Modern Family» mitnehmen.

Wenn ich in einer Show (egal ob sie bereits abgesetzt ist oder nicht) mitmachen könnte, dann in …
… der arte Doku-Reihe «Zu Tisch in...». Ich wäre gerne Teil des Kamerateams, das durch Europa reist, Menschen in ihrer Umgebung besucht, ihre Leben kennenlernt und ihre Küche entdecken darf.

Ein Medienberuf, der mich immer fasziniert hat, den ich mir aber niemals zutrauen würde …
Stand-Up-Comedian. Ich bewundere die Chuzpe, mit der sich die Comedians auf die Bühne stellen und auf Knopfdruck lustig sind. Bei der Vorstellung in dieser Situation zu sein, läuft mir allerdings ein Schauer über den Rücken.


Würde ich die arte-Reihe «Durch die Nacht mit …» planen, würde ich folgende zwei Medienpersönlichkeiten zusammenpacken …
Entweder würde ich Rosalie Thomas und Sophie Hunger durch die Nacht reisen lassen -
Was für spannende, besondere und eigenwillige Frauen, die im kleinen große Welten erfinden, und in ihrer Arbeit immer den Blick über den Horizont hinaus suchen. Ich würde Ihnen gerne dabei zusehen, wie sie sich übers Geschichten erzählen und das lyrische Ich unterhalten, an der Nordsee am Bodden spazieren und in einer urigen Gaststätte einkehren.

Oder ich hätte mir gewünscht, dass Björk auf Astrid Lindgren hätte treffen können. Die tiefe, unerschöpfliche und poetische Phantasie, die beide in ihrer Arbeit erschaffen, würde in einer Begegnung sicher zu einem aufregenden und sehr philosophischen Exkurs führen. Ich würde sie zu einer Sternwarte fahren lassen...

Auf YouTube schaue ich vornehmlich …
Kinotrailer und Bastelvideos.

Wenn ich gerade überhaupt nichts mit Medien zu tun habe, dann …
… pflanze ich Tomaten auf meinem Balkon! Das ganz Jahr über...

Mein aktuelles Projekt / meine aktuellen Projekte …
Gerade stecke ich in den Vorbereitungen für eine ZDF Produktion, für die ich Bogenschiessen lernen darf. Darauf freue ich mich sehr!

Klara Deutschmann ist zudem am 10. und 17. Mai im ARD-Zweiteiler «Die Pferde von Wildenstein» zu sehen.

Kurz-URL: qmde.de/109139
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