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ARD-Chefredakteur Becker reagiert auf Kritik an Notre-Dame-Berichterstattung

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Auch Kai Gniffke, Chefredakteur ARD-aktuell, äußert sich gegenüber den Vorwürfen, die ARD habe am Montagabend zu spät und zu wenig über den Brand der Pariser Kathedrale berichtet.

Am Montagabend brach in der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame de Paris ein Feuer aus und zerstörte so Jahrhunderte an Architektur und Kunst. Zwar konnte der Großbrand gelöscht werden, bevor das geschichtsträchtige Bauwerk völlig zerstört wurde, dennoch war der Schlag enorm, den Europas Kulturgeschichte hinnehmen musste. Weltweit übten sich Menschen in Anteilnahme und verfolgten online sowie im Fernsehen die Berichte über den Brand. Im deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen wurden die Ereignisse allerdings erst mit etwas Verzögerung aufgegriffen, was zu einiger Kritik führte – auch von früheren, ranghohen ARD-Entscheidungsträgern.

ARD-Chefredakteur Rainald Becker entgegnet der Kritik in einem Pressestatement: "Nur 55 Minuten nach der ersten Eilmeldung gab es in der 20-Uhr-Ausgabe der «Tagesschau»  bereits einen Korrespondentenbericht aus dem ARD-Studio Paris. Der Beitrag wurde aufgrund der Zeitknappheit vom Korrespondenten live vertont. Parallel war ein Korrespondent auf dem Weg zur Kathedrale Notre Dame, um die Live-Berichterstattung zu gewährleisten, die dann bei Tagesschau24 und auf tagesschau.de erfolgte." Becker räumt ein, dass ein «Brennpunkt»  im Ersten "wünschenswert gewesen" wäre. Ein solcher "war aber zu diesem Zeitpunkt logistisch nicht darstellbar, da unser ARD-Reporter in diesem Moment unterwegs zum Ort des Geschehens war, um als erster deutscher Korrespondent direkt vor Ort zu berichten."

Am Dienstag, 16. April 2019, wird Das Erste jedoch in einem «Weltspiegel extra» das Thema erneut aufgreifen und mit einer ersten Bilanz nach dem Brand festhalten, wie es in Paris nun weitergeht. ARD-aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke fügt Beckers Statement hinzu: "Das Erste blendete über den Abend drei Crawls mit aktuellen Informationen zu den Ereignissen in Paris ein. Die «Tagesthemen»-Ausgabe um 22.15 Uhr wurde verlängert und um 23.35 Uhr gab es ein «Tagesthemen extra» ."

Gniffke zählt weiter auf: "Das lineare Informationsangebot wurde mit einem Live-Stream auf tagesschau.de ergänzt und verzeichnete 5,0 Millionen Visits. Allein auf den Live-Stream wurde 222.000 Mal zugegriffen. Insgesamt haben wir über alle unsere Kanäle in den sozialen Medien 9,25 Millionen Menschen erreicht." Dessen ungeachtet bleibt für viele Fernsehende die Frage im Raum, weshalb die ARD rund um ihre erste Liveschalte vor Ort nicht weitere Berichte gezeigt hat, sondern am normalen Programmablauf festhielt. Unter anderem das schnell reagierende n-tv, das sogar über eine sehr lange Strecke auf Werbung verzichtet hat, zeigte am Montagabend, was an Programmgestaltung möglich gewesen wäre, genauso wie die BBC, die ihre Livenachrichten aus Paris mit weiteren, kulturellen Beiträgen rund um Notre Dame ergänzte.



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