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«Ein ganz normaler Tag»: Tut was!

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Die Sat.1-Filmreihe über Haltung endet mit einem Film zum Thema Zivilcourage bei Gewalttaten und bei Zeugenaussagen.

Cast und Crew

  • Regie: Ben Verbong
  • Drehbuch: Martin Rauhaus
  • Darsteller: Sonja Gerhardt, Stephanie Amarell, Béla Gabor Lenz, Maximilian Beck, Mira Elisa Goeres, Holger Franke, Pia Micaela Barucki, Oliver Bröcker, Matthias Komm, Hans Brückner, Knut Berger
  • Kamera: Peter Nix
  • Kostüm: Maria Schicker
  • Schnitt: Cosima Schnell
Der Sat.1-Filmschwerpunkt #WirZeigenHaltung geht weiter – und verkehrt einen in der Fiktion immer wieder vorkommenden erzählerischen Kniff. Seit Akira Kurosawas «Rashomon – Das Lustwäldchen» aus dem Jahre 1950 thematisieren Filme und Serien zuweilen, dass es nicht die eine Wahrheit gibt. Diese Geschichten werden aus mehreren, sich teils widersprechenden Perspektiven erzählt. «8 Blickwinkel» nahm dieses Gimmick sogar aus der Sicht von acht Augenzeugen eines Verbrechens auf. In «Ein ganz normaler Tag» dagegen gibt es vier Augenzeugen, die deckungsgleiche Beobachtungen machen. Es gibt eine deutliche, klare Wahrheit. Und dennoch kommt man zu keinem eindeutigen Schluss – weil durch mangelnde Zivilcourage die Zeugenaussagen verwässern …

Am helllichten Tag verprügeln zwei Jugendliche in der Straßenbahn vor den Augen weiterer Passagiere einen Mitfahrer. So lange, bis er ins Koma fällt. Die Polizei kann rasch einschreiten, sie stellt die beiden Täter noch am Tatort. Aber als sie die Zeugenaussagen aufnehmen, kommt plötzlich Verwirrung auf, wo vorher keine war: Das Paar Gerd (Oliver Bröcker) und Doro (Pia Micaela Barucki) ist sich auf einmal uneinig, weiß nicht, was es sagen soll.

Drogerieverkäuferin Nicole (Stephanie Amarell) macht erst eine deutliche, hilfreiche Aussage, kommt dann unerwartet an Geld, zieht ihre Aussage zurück und behauptet, sich an nichts mehr zu erinnern. Und Rentner Hans Armbruster (Holger Franke) findet seinen Hund tot vor und stellt daraufhin alles infrage, was er zuvor zu Protokoll gab. So kommt es, dass gegen die angeklagten Täter Kevin (Maximilian Beck) und Mike (Béla Gabor Lenz) keine belastenden Aussagen mehr vorliegen …


Nicht nur die Frage nach den haltungsstarken Zeugenaussagen streut Salz in gesellschaftliche Wunden. Bereits die Attacke in der Straßenbahn, bei der keine Menschenseele rechtzeitig einschreitet, trifft einen Nerv, wie Hauptdarstellerin Sonja Gerhardt kommentiert: "Meiner Meinung nach greifen viele Menschen einfach deshalb nicht ein, weil sie Angst haben, selbst zum Opfer zu werden." Ihr Urteil diesbezüglich: "Ich kann das verstehen, ich hätte auch Angst. Was ich aber immer tun würde – und das kann zweifelsohne jeder andere auch tun – ist, die Polizei zu rufen."

Die Aussage des Sat.1-Dramas ist deutlich: Er zeigt auf, dass man immer etwas machen kann, wenn man Zeugin oder Zeuge von Gewalt wird und dass man sich nicht einschüchtern lassen sollte. Nicht nur ein Notruf bietet sich an. Vor allem, wenn man zu mehreren ist, kann man miteinander agieren und gemeinsam aufeinander achten.

Die Aktion 'Tu was', auf die Sat.1 im Fahrwasser dieses Filmes hinweist, hat einen einfachen Leitfaden für Zivilcourage: 1. Hilf, aber bring dich nicht in Gefahr. 2. Ruf die Polizei unter 110. 3. Bitte andere um Mithilfe. 4. Präg dir die Tätermerkmale ein. 5. Kümmere dich um Opfer. 6. Sag als Zeuge aus. Sechs Punkte, die sich alle merken sollten – denn da, wo man die Entstehung einer Gewaltspirale gar nicht erst zulässt, muss man auch keine mehr ausbremsen.

Sat.1 zeigt «Ein ganz normaler Tag» am Montag, 8. April 2019, um 20.15 Uhr. Ergänzt wird der Themenabend durch die anschließende Reportage «Ein ganz normaler Tag – wer hilft wirklich, wenn es drauf ankommt?».

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