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Apple TV+: Prophezeit neue Studie großen Erfolg?

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Herzlich Willkommen im Netz! Vor zwei Wochen stellte Apple einen neuen Streaming-Dienst vor. Eine aktuelle Studie stellt sich nun die Frage, wie der neue Dienst beim Konsumenten ankommen wird. Außerdem wird aufgezeigt wie Streaming-Nutzer generell zu klassischem Fernsehen stehen. Auf YouTube bezogen haben wir einen Blick auf die Zahlen der Funk-Serie «Patchwork Gangsta» geworfen.

In der letzten Keynote des US-Giganten folgte Apple dem Streaming-Boom und stellte seinerseits einen eigenen Video-On-Demand-Dienst vor, der noch im Herbst dieses Jahres kommen soll. Apple TV+ reiht sich damit in eine Schiene von einigen noch kommenden Streaming-Diensten ein. Die Zeiten des Netflix-Monopols scheinen mit den neuen Anbietern nun endgültig vorbei zu sein und das Rennen um die begehrten Abonnenten wird bald beginnen. Daher stellt sich, vor allem für die Markteinsteiger, die Frage, wie man neue Kunden anlocken kann und wer sich vorstellen könnte die kommenden Dienste zu nutzen. Diese zukunftsweisenden Fragen versucht die neue Studie „Relevanz und zukünftige Nutzung von Apple TV+“ der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners zu beantworten. Für die Ergebnisse wurden die Antworten von rund 140 „streaming-affinen“ Personen zu ihrem aktuellen und künftigen Fernsehverhalten befragt.

80 Prozent können sich Nutzung von Apple TV+ vorstellen


Dabei kam heraus, dass für die Nutzer vor allem ein Aspekt mit Abstand entscheidend ist: Die Attraktivität des Line-ups. Wer also die meisten interessanten Inhalte für den Einzelnen liefert, der bekommt höchst wahrscheinlich den Zuschlag. Als zweit- und drittwichtigste Merkmale nannten die Befragten den Preis des Abonnements sowie die Vielseitigkeit des Angebots. Überraschend: Obwohl die Inhalte den Ausschlag geben sollen, spielt die Exklusivität dieser nur eine untergeordnete Rolle für die Urteilsbildung. „Trotzdem können Anbieter sich über Exklusivität von ihren Wettbewerbern abheben“, wendet Lisa Jäger, Medienexpertin und Partnerin bei Simon-Kucher, ein. Am Ende wird es also auf eine Abwägung zwischen Preis und Inhalt hinauslaufen, wenn die Konsumenten bald zwischen zahlreichen Diensten entscheiden müssen.

Es bleibt spannend, mit welcher Angebots-und Pricing-Strategie Apple in den Markt gehen wird, wie die etablierten Streaming-Player darauf reagieren und wie sich klassische TV-Sender neu erfinden werde
Lisa Jäger, Medienexpertin und Partnerin bei Simon-Kucher
Konkret auf Apple TV+ bezogen wären die Studienteilnehmer bereit in etwa so viel zu zahlen, wie für die Standard-Abos von Netflix und Amazon: 10 Euro monatlich werden als fair empfunden. Dabei liegt die Zahlungsbereitschaft bei Personen, die Apple TV+ exklusiv nutzen wollen, um ein Viertel höher als bei Nutzern, die den Dienst zusätzlich zu weiteren Streaming-Angeboten beziehen wollen. Egal was die Befragten in Bezug auf den Preis aussagten, letztendlich wird entscheidend sein, ob die Inhalte die Kosten rechtfertigen können. Da der kommende Anbieter noch in den Babyschuhen steht, ist über das Kostenmodell von Apple TV+ bisher noch nichts bekannt.

Traut man der Studie, so kann sich die kommende VoD-Plattform über ein großes Interesse und über viele deutsche Abonnenten freuen. Unglaubliche 80 Prozent können sich nämlich die Nutzung von Apple TV+ vorstellen. Ein Viertel der Befragten war sich sogar sicher, dass sie das Angebot wahrnehmen werden. Die großen Vorschusslorbeeren gibt es allerdings fast ausschließlich von Teilnehmern, die bereits im Besitz von Apple-Produkten sind. Denn von den Partizipanten ohne eigene Apple-Geräte wollte sich niemand auf den neuen Dienst festlegen. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass zwei Drittel aller Befragten, die sich die Nutzung generell vorstellen können, Apple TV+ als einzigen Streaming-Anbieter abonnieren würden und bereit wären die restlichen Mitgliedschaften (sofern vorhanden) zu kündigen. Falls dieser Trend wirklich so zu verzeichnen wären, „würde das den etablierten Playern auf jeden Fall spürbar schaden“, so ordnete Medienexpertin Jäger die Zahlen in den Kontext ein.

Klassisches Fernsehen für Streaming-Nutzer uninteressant


Ein weiterer Teilaspekt der Studie hat die Stimmung der „streaming-affinen“ Partizipanten in Bezug auf das klassische Fernsehen analysiert. Dabei kam heraus, dass über die Hälfte der Befragten nie oder weniger als einmal die Woche das lineares Fernsehen nutzen. In etwa die gleiche Teilnehmerzahl bewertet traditionelles Fernsehen sogar als überflüssig. Nur knapp ein Viertel der befragten Streaming-Fans entscheidet sich mindestens dreimal in der Woche das TV-Gerät einzuschalten. „Insbesondere die Fernsehsender sollten spätestens jetzt ihr bisheriges Geschäftsmodell gründlich überdenken", urteilt Lisa Jäger. Im letzten Quartal 2018 stiegen die Nutzerzahlen um starke 14 Prozent auf rund 19 Millionen Menschen in Deutschland an, während die etablierten TV-Sender stetig versuchen ihr Angebot auf die schnelllebige Internetlandschaft anzupassen.

Wie Apple TV+ wirklich ankommen wird und wer sich in ein paar Monaten bzw. Jahren im Kampf der Streaming-Plattformen durchsetzen wird, kann man - egal welche Zahlen die Studie ausspuckt – natürlich erst feststellen, wenn es wirklich so weit ist. Wie hoch man die Meinungen von 140 „streaming-affinen“ Teilnehmern hängen darf, bliebt auch jedem Leser selbst überlassen. Immerhin bietet die Studie von Simon-Kucher & Partner aber einen ersten Anhaltspunkt, wie die Gefühlslage bei den Konsumenten zum neuen Streaming-Angriff von Apple empfunden wird.

funk-Serie kommt bei YouTube nur mäßig an


Seit 19. März lädt das Medienangebot von ARD und ZDF ‚funk‘ im Wochenrhythmus eine neue Folge der Dramedy «Patchwork Gangsta» bei YouTube hoch. Insgesamt zehn Ausgaben wurden vom SWR produziert, die ersten drei gab es direkt zum Premierentag. Seit Dienstag kann man sich die Hälfte der Episoden anschauen, jedoch machten das nur wenige. Folge eins zählt bislang (Letzter Stand: Freitag, 5. April, 12:00 Uhr) nicht einmal 10.000 Aufrufe, insgesamt stehen knapp 9.400 Videoaufrufe zu Buche. In Ausgabe zwei konnte man dann bereits einen erheblichen Zuschauerschwund feststellen.

Obwohl ‚Der Pakt mit dem Seytan‘ und ‚Drogen-Drohnen-Deal‘ ebenfalls seit dem 19. März verfügbar ist, wurden hier bislang nur 5200 beziehungsweise 4100 Views registriert. Immerhin gibt es aber auch noch etwas Positives, denn zählte die erste Folge nur circa 260 Daumen nach oben, so waren es in der zweiten mehr als 370. Das ist aber wohl nur ein schwacher Trost für Autor und Regisseur Christian Karsch, der aus der Sicht eines Rap-Neulings auf die Szene blickt und über sie schreibt. Die vierte Folge aus der Vorwoche liegt nämlich aktuell bei 3000 Klicks und die bisher letzte Ausgabe aus dieser Woche markiert aktuell rund 1700 Aufrufe. Es bleibt abzuwarten, was das Wochenende für «Patchwork Gangsta» bereithält, möglicherweise holt der eine oder andere das Schauen noch nach.

Die Serie dreht sich um den talentierten Straßen-Rapper Amir, der jedoch bei einem kriminellen Clan hoch verschuldet ist und deswegen einen Bankraub als letzten Ausweg sieht. Dort trifft er allerdings auf Franz, der hinter dem Schalter sitzt und gerade eine Mid-Life-Krise durchmacht und aus seinem spießigen Familienleben ausbrechen möchte. Wie es der Zufall so will, entsteht aus dem Aufeinandertreffen ein Abhängigkeitsverhältnis: Franz wird Amirs Manager, obwohl er eigentlich keine Ahnung von Rap und dem Musikgeschäft hat.

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