Die Kritiker

«Tatort – Bombengeschäft»

von

Der 75. Fall des Kölner «Tatort»-Teams Ballauf und Schenk bietet reinen Dienst nach Vorschrift.

Cast und Crew

  • Regie: Thomas Stiller
  • Drehbuch: Thomas Stiller
  • Idee: Frank Koopmann und Roland Heep
  • Darsteller: Klaus J. Behrendt, Dietmar Bär, Roland Riebeling, Alessija Lause, Isabel Thierauch, Sascha Alexander Geršak, Ralph Herforth, Adrian Topol, Marco Hofschneider, Thomas Darchinger, Beat Marti, Joe Bausch, Astrid Leberti, Ralf Drexler
  • Kamera: Marc Liesendahl
  • Schnitt: Vessela Martschewski
  • Musik: Fabian Römer
Das hat niemand kommen sehen: Der hervorragende Sprengmeister Peter Krämer wird bei der Explosion einer Fliegerbombe getötet. Die Kölner Ermittler Ballauf und Schenk gehen dem Vorfall nach und geraten alsbald ins Stutzen: In seinem Kopf wird das Schrapnell einer modernen Granate gefunden. Somit schließen sie einen Arbeitsunfall aus, im Verdacht stehen nun ein Selbstmord (was eine befreundete Kollegin Krämers ausschließt – er sei ein sehr lebensfroher Mensch gewesen) oder Mord.

Kurz darauf tut sich eine Spur auf, die das Ermittlerduo zu dem Unternehmer Gebel führt, der ein großes Bauprojekt plant, sowie zu Sascha Feichdinger, der wie Krämer ein Haus in dem Projekt kaufen wollte. Nach weiterem Graben stellt sich heraus, dass Krämers Witwe Alena und sein Freund Haug derzeit den Bauunternehmer erpressen. Denn dieser hat vorhandene Blindgänger auf seinem Areal nicht vorschriftsgemäß beseitigt …


Dieses Jubiläum feiert man in Köln mit Alltag: «Bombengeschäft» ist der mittlerweile 75. Fall mit dem Doppel Ballauf & Schenk, und wie so oft fragen sich die Beiden durch eine Reihe von Verdächtigen. In der Verhörparade werden die altgedienten Motive abgearbeitet, von Streit bis Eifersucht, von Habgier zu Rache. Und nach ein paar vermeintlichen Fortschritten, die letztlich zu Rückschlägen führen, wird gegen Ende plötzlich der korrekte Schluss gefolgert, woraufhin der Täter in Handschellen abgeführt wird. Dienst rein nach Vorschrift, das wird hier geboten.

Dabei gibt es ein originelles Sprungbrett: Obwohl Dresden immer wieder laut darüber klagt, wie sehr es im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurde, hat auch Köln über 250 Bombardierungen durchmachen müssen. Daher muss in der Domstadt vor Bauunternehmungen erwiesen werden, dass der Grund und Boden frei von Kampfmitteln ist, die dort noch immer herumliegen.

Nach einem sehr kurzen Einblick in die Arbeit der Kampfmittelbeseitiger verliert sich dieser Fall aber wieder in persönlichkeitsarme Verhöre, ein zähes Pacing und eine funktionsmäßige Inszenierung. Das Ensemble spielt solide auf, und die letzten Filmminuten haben mehr Spannung und Charakter als der gesamte restliche Krimi – aber das genügt nicht, um diesen «Tatort» aus der Fülle an deutschen Fernsehkrimis herausstechen zu lassen.

«Tatort – Bombengeschäft» ist am 31. März 2019 ab 20.15 Uhr im Ersten zu sehen.

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