Die Kritiker

«Unter anderen Umständen - Im finsteren Tal»

von

Und wo sie doch wandern im finsteren Österreich: Eine uninspirierte Dramaturgie macht aus einem Stoff mit Potential eine verregnete Bergtour.

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Natalia Wörner als Jana Winter
Ralph Herforth als Matthias Hamm
Martin Brambach als Arne Brauner
Kian Schmidt als Leo Winter
Hansjürgen Hürrig als Dr. Bernd Fabian
Cornelius Obonya als Franz Robanegg
Klaus Pohl als Peter Kroll

Hinter der Kamera:
Produktion: Network Movie Film- und Fernsehproduktion GmbH
Drehbuch: André Georgi
nach einer Vorlage von Gwendolyn Bellmann und Marianne Wendt
Regie: Judith Kennel
Kamera: Nicolay Gutscher
Produzenten: Dietrich Kluge und Jutta Lieck-Klenke
Arne Brauner (Martin Brambach) kann es nicht verkraften, dass seine Untergebene Jana Winter (Natalia Wörner) kürzlich zu seiner Dienstvorgesetzten befördert worden ist. Deshalb säuft er sich nun in den österreichischen Bergen die Birne zu, wobei ihn Doris (Nicole Beutler) auf der Almhütte tatkräftig unterstützt. Bei einem volltrunkenen Spaziergang durch einen schmalen Bergpass wird er plötzlich von einer herabstürzenden Leiche überrascht. Doch damit nicht genug: Irgendjemand fängt an, auf ihn zu schießen. Nachdem ihn eine Kugel am Arm getroffen hat, kann er sich gerade noch so außerhalb der Schusslinie robben, ehe er das Bewusstsein verliert.

Zu sich kommt er erst eine ganze Weile später in der Klinik. Da ist auch schon Jana Winter aus Schleswig-Holstein angereist, die ihrem österreichischen Kollegen Franz Robanegg (Cornelius Obonya) bei der Aufklärung des Verbrechens zur Hand gehen soll.

Eine erste Spur lässt der Ösi-Cop schon einmal flugs in der Tasche verschwinden, als er sie erschrocken am Tatort vorfindet: den Ohrring seiner Lebensgefährten. Doch es gibt noch verdächtigere Figuren: etwa den Ehemann der abgestürzten Frau, der als Sachverständiger Radon-Messungen im Ort vorgenommen hat, deren Ergebnisse die Überreste der abgewirtschafteten Tourismusindustrie auf einen Schlag vernichten könnten, sowie den widerlichen Schwiegervater von Polizist Robanegg, der als säftelnd-übergriffiger Hotelbetreiber seine Altersgeilheit an gefügig gemachten Angestellten auslebt. Außerdem: „Die Doris ist wieder hier“, ein „Bauernmädel“, mit dem Robaneggs Schwiegerfamilie seit Jahrzehnten in Fehde steht.

Dramatisches Potential wäre also reichlich vorhanden gewesen, in Form von rückfällig gewordenen alkoholkranken Männern, jahrzehntealten Familienzwisten und den Abgründen hinter den adretten Fassaden der österreichischen Peripherie. «Unter anderen Umständen» ist sich aber auch in seiner neuen Folge mit dem bloßen Anreißen dieser Milieu- und Charakterstudien genug, und hampelt statt einer einnehmenden Erzählung lieber eine beliebige Mördersuche im uninspiriert durchchoreographierten Neunzig-Standardminuten-Stil ab. Das „finstere Tal“ mutiert zur verregneten Bergtour.

Das ZDF zeigt «Unter anderen Umständen – Im finsteren Tal» am Montag, den 18. März um 20.15 Uhr.

Kurz-URL: qmde.de/107979
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