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Die Oscars ohne Moderator – Was kann der Zuschauer erwarten?

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Zuletzt gab es das vor 30 Jahren, die Oscars ohne festen Gastgeber. Wie lief die Zeremonie 1989 ab? Was kann der Zuschauer am kommenden Sonntag erwarten?

Die 91. Academy Awards finden dieses Jahr ohne festen Moderator statt. Die Kontroverse rund um den eigentlich vorgesehenen Gastgeber Kevin Hart schlug große Wellen. Nach dessen Absage beschloss die AMPAS, die Zeremonie ohne Moderator zu veranstalten. Nicht das erste Mal.

Wie kam es zu den moderationslosen Oscars?
Die Moderatoren sorgen immer wieder für Kontroversen, meist allerdings erst während oder nach der Veranstaltung. So beschwerte sich Jimmy Kimmel, der die Oscars 2017 und 2018 präsentierte, zuletzt über das zu geringe Gehalt. Kimmel offenbarte dies in einem Interview und gab an, 15.000 US-Dollar für den Abend zu verdienen. Allein der Wert der Geschenktüten der Nominierten belief sich 2017 dagegen auf 230.000 Dollar. Kevin Hart wiederum sorgte bereits vor der Zeremonie in L.A. für Unmut: Alte, homophobe Tweets waren kurz nach der Bekanntgabe Harts als Moderator wieder aufgetaucht. Dies führte dazu, dass der Comedian aus Philadelphia zwei Tage später hinschmiss. Seitdem wurde zwar immer wieder versucht, einen Nachfolger zu finden, erfolgreich war das Unterfangen aber nicht. Somit müssen sich die Film-Fans aus aller Welt in diesem Jahr ein wenig überraschen lassen, was während der Übertragung am Sonntag auf sie zukommt…

Letztmalig vor 30 Jahren
Es ist jedoch nicht das erste Mal, dass die Academy Awards ohne Host stattfinden. Das letzte Mal fällt allerdings ins alte Jahrtausend: Die 61. Zeremonie der „Academy of Motion Picture Arts and Sciences“ (AMPAS) fand ebenfalls in einem ähnlichen Rahmen statt. Eingefleischte Fans werden wissen, dass die Oscars 1989 jedoch in keiner guten Erinnerung geblieben sind – TV-Kritiker bezeichneten den Galaabend als magie- und konzeptlos. Nichtsdestotrotz gab es auch einige Lichtblicke und Neuerungen, die sich seitdem durchgesetzt haben – dazu später mehr.

Produzent Allan Carr (unter anderem bekannt als Produzent für den Film «Grease»  aus dem Jahr 1978) erhoffte sich damals durch die Inszenierung der Award-Show, dass seine stagnierende Karriere wieder ins Rollen kommen würde. Das Gegenteil war der Fall. Die Kritik sorgte regelrecht für das Karriereende des offen homosexuellen Produzenten.

Was war passiert?
Der Opening-Act war eine Hommage an den Glamour Hollywoods. Dafür schrieb Carr zusammen mit Co-Producer Steve Silver eine Musical-Nummer, in der die Disney-Figur Snow White Hollywood von seiner glamourösten Seite kennenlernt. In dem aufwendigen Stück traten diverse Hollywood-Stars auf, unter anderem Alice Fayer («Hello, Frisco, Hello»), Dorothy Lamour («Road to…»-Filme), Cyd Charisse («Singin‘ in the Rain») und Vincent Price («Service de Luxe»). Als negativer Höhepunkt stellte sich aber der Abschluss der Eröffnung heraus. Eileen Bowman, die Snow White spielte, sang mit Rob Lowe («The West Wing») eine Neuinterpretation des Creedence Clearwater Revival-Hits „Proud Mary“, dessen Lyrics aber in Bezug auf die Filmindustrie abgeändert wurden. Vor allem Disney war diese Produktion ein Dorn im Auge. Für die Verwendung der Disney-Variante der klassischen Märchenfigur wurde von der Academy keine Genehmigung eingeholt, woraufhin das Unternehmen klagte. Nach einer Entschuldigung wurden die Vorwürfe aber wieder fallen gelassen.

Nicht nur von außen hagelte es große Kritik, auch viele Schauspieler beklagten sich über die ausladende Zeremonie. Gregory Peck («To Kill a Mockingbird») schrieb dem damaligen Academy-Präsidenten Richard Kahn einen vernichtenden Brief, den 16 weitere Stars unterzeichneten. Zu den Kritikern gehörten unter anderem Julie Andrews, Paul Newman und Billy Wilder.

Positives gab es 1989 trotzdem
Trotzdem brachte die Oscar-Veranstaltung auch Positives mit sich. Allan Carr führte ein, dass die Präsentatoren von nun an „And the Oscar goes to…“ vor der Übergabe sagen. Eine Tradition, die sich bekanntermaßen erfolgreich durchgesetzt hat. „And the Winner is…“ hatte ausgedient. Auch eine ausführliche Berichterstattung über die Ankunft der Stars am Roten Teppich wurde neu eingeführt und dient mittlerweile als eigene Pre-Show zur Veranstaltung selbst. Erfolgreich war das oft als Desaster deklarierte Event jedoch trotzdem. 42,68 Millionen Zuschauer verfolgten Hollywoods größten Abend des Jahres. Damit lag man über den Werten der vorrausgegangen fünf Jahre.

Skandale gibt es immer wieder
Frei von Skandalen sind die Oscars, die einen festen Moderator hatten, jedoch auch nicht. Bei der Preisverleihung im Jahr 2017 passierte wohl der größte Fauxpas in der langen Geschichte der Awards, als Warren Beatty und Faye Dunaway den falschen Gewinner in der Kategorie „Best Picture“ verkündeten. Immerhin konnte damals Jimmy Kimmel die Situation ein wenig ausbügeln und holte den Cast von «Moonlight»  als wahren Gewinner auf die Bühne.

Was den Zuschauer 2019 erwartet
In diesem Jahr wird das Event von Donna Gigliotti («Shakespeare in Love» , «Silver Linings») und Glenn Weiss produziert, der bereits in der Vergangenheit verschiedene Award-Shows produzieren durfte. Der Zuschauer darf sich neben Performances der nominierten Songs in der Kategorie „Best Original Song“ auch über einen Auftritt von Queen zusammen mit Adam Lambert freuen. Des Weiteren konnte die Academy diverse Superstars aus allen Bereichen des Unterhaltungsgeschäfts für den Abend gewinnen. Neben Tina Fey («30 Rock»), Whoopi Goldberg («Sister Act») und Jennifer Lopez («Darf ich bitten?») präsentieren am Sonntag auch Helen Mirren («Die Queen»), Michael B. Jordan («Black Panther») und Michael Keaton («Birdman») einen Preis. Als besonderes Highlight ist bekannt, dass Tennis-Legende Serena Williams Bradley Cooper und Lady Gaga auf die Bühne bitten wird, um ihren Song „Shallow“ («A Star Is Born») darzubieten.

Das Ziel ist es, die Übertragung auf ABC unter drei Stunden zu halten. Damit das gelingt, verzichtet man auf Streiche und Überraschungen wie in den vergangenen Jahren, als beispielsweise Ellen DeGeneres das anwesende Publikum mit einer Pizza-Bestellung verköstigte. Der sichtlich überraschte Pizzabote wurde dann von den Spenden aus dem Publikum bezahlt.

In Deutschland überträgt ProSieben das Hollywood-Event rund um die kleine goldene Statue. Beginn der Ausstrahlung ist am Sonntagabend, der 24. Februar, um 23:55 Uhr live vom roten Teppich. Steven Gätjen geht dabei auf Stimmenfang, während Annemarie Carpendale und Viviane Geppert die Moderation übernehmen. Die Preisverleihung beginnt um 2:00 Uhr nachts deutscher Zeit. Bereits ab 22:55 Uhr starten die Vorberichte in der Sendung «red. Der Oscar-Countdown».

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