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Interview

Basti Schwele: 'Am Ende knieten wir vor dem Fernseher'

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Die Darts-WM in London gilt als letztes Sport-Highlight eines Kalenderjahres und des Finals Anfang Januar wegen auch immer als Erstes. Für Sport1 kommentiert diesmal Basti Schwele. Mit ihm haben wir auf das Sportjahr 2018 geschaut und über Tennis-Siege, Eishockey-Wunder und medialen Hype gesprochen.

Darts WM bei Sport1

  • in aller Regel täglich ab 13.30 Uhr und 20 Uhr.
  • Halbfinale am 30. Dezember ab 19.30 Uhr
  • Finale am 1. Januar 2019 ab 18.30 Uhr
  • Basti Schwele kommentiert zusammen mit Gordon Shumway, vor Ort im "Ally Pally" ist Sascha Bandermann unterwegs.
  • Abgebildet wird die Darts WM natürlich auch auf den digitalen Plattformen von Sport1
Wir schauen zurück auf das Jahr 2018: War es denn aus Ihrem Blickwinkel heraus ein gutes Sportjahr?
Zumindest bei den Sportarten, die für mich im Fokus sind, auf jeden Fall.

Eines der ersten Highlights waren sicherlich die Olympischen Winterspiele – eine erfolgreiche Angelegenheit für Deutschland, nicht zuletzt wegen der Silber-Medaille im Eishockey. Auch rückblickend noch eine unglaubliche Leistung…

Ich denke, dass die Winterspiele für das komplette deutsche Team ein Erfolg waren. Natürlich stehen die Sportler mit ihren jeweiligen Sportarten immer enorm unter Druck. Nicht immer können sie dann auch die gewünschten Leistungen abrufen. Es sind ja hohe Ansprüche, die man als Deutscher auch mit Olympischen Winterspielen verknüpft. In jedem Fall ist es gelungen, unbekanntere Sportarten für zwei Wochen ins Rampenlicht zu stellen. Leider sind sie dort aber oft auch nur für diese zwei Wochen.

Sie waren da ja ausnahmsweise mal nicht am Mikro, wenn es um ein Eishockey-Highlight geht. Wie sah dieser Morgen im Winter bei Ihnen aus, als Deutschland gegen Russland im Finale stand? Klingelte der Wecker morgens um fünf?
Dass ich nicht kommentierte, hing von der Rechtesituation ab. Für mich war das kein Problem. Wir haben in der Tat den Wecker gestellt – und anfangs noch vom Bett aus geschaut. Glauben Sie mir: Da sind wir nicht lange geblieben. Am Ende knieten wir vor dem Fernseher, lagen förmlich auf dem Boden. Ein toller Eishockey-Morgen!

Was blieb rückblickend übrig vom Hype?
Es kommt darauf an, wie man es sieht. Eishockey ist heute mehr im Bewusstsein der Menschen als früher. Das ist schon ein Erfolg. DEB-Präsident Franz Reindl sagte mir mal, dass die Zahl der Kinder, die jetzt im Nachwuchs spielen, klar gestiegen sei. Der DEB hat durch den Erfolg auch neue Sponsoren gewonnen. Dennoch muss man solche Erfolge nachhaltig betrachten. Die Schweiz dient da als gutes Beispiel. Dort begann alles 1998 – und noch heute wird die Popularität des Eishockey-Sports auf die WM im eigenen Land und den Einzug ins Halbfinale zurückgeführt.

Ich vermute, dass sich auch in Deutschland ein nachhaltiger Erfolg einstellen wird.

Gefeiert wurde auch im Tennis: Alex Zverev ist quasi „Weltmeister“, also Sieger der ATP-Tour-Finals, Angelique Kerber hat Wimbledon gewonnen. Geht es für den Sport mit dem gelben Filzball wieder bergauf?
Ich finde immer noch, dass Tennis zu wenig gezeigt wird. Ich bin ein großer Fan dieser Sportart und versuche zumindest auch die großen Turniere lückenlos zu verfolgen. 2018 war ein gutes Tennis-Jahr, ohne Frage. Ich selbst spiele im Sommer über eigentlich wöchentlich mit Freunden. Ich bin ja mittlerweile in einem Alter, in dem man fast keinen anderen Sport mehr ausüben kann.

Mit 42 bliebe wohl nur noch Golf…
Das habe ich mal probiert, aber das ist nichts für mich. (lacht) Dann doch lieber Tennis. Unser Sport1-Moderator Sascha Bandermann zieht uns da auch immer mit rein, er war ja selbst mal Bundesliga-Spieler…

München ist, mit Titeln im Basketball, Fußball und Eishockey, weiterhin Deutschlands Sport- Hauptstadt?
Das ist tatsächlich richtig. Den Titel von Red Bull München im Eishockey habe ich hautnah erlebt. Die anderen beiden Titel eher aus der Ferne. Basketball und die Fußball-Bundesliga sind nicht meine Steckenpferde.

Die dritte Liga packt mich auch noch. Sie ist ein bisschen das Eishockey des Fußballs.
Basti Schwele
Dabei kommentieren Sie hin und wieder die dritte Liga für die Telekom.
Die dritte Liga packt mich auch noch. Sie ist ein bisschen das Eishockey des Fußballs. Die Leute in der dritten Liga sind noch normal. Man kann sich als Reporter noch frei bewegen und mit den Sportlern quatschen. All das geht ja in der Bundesliga nicht. Da hat man die vorgeschriebenen 30 Sekunden und das war’s.

Um den Sport herum ist auch 2018 wieder ein riesiger medialer Hype entstanden. Nervt Sie diese Schlagzeilen-Maschinerie manchmal?
Wenn es mich nicht interessiert, dann gibt es doch gute Wege, dem zu entgehen. Seien wir ehrlich: Es gibt den Markt für diese Schlagzeilen. Die Bundesliga hat sich diese Aufmerksamkeit sehr hart erarbeitet – über viele Jahre hinweg. Dann ist es auch okay, wenn dieses Interesse seitens der Medien bedient wird., Auch wenn es manchmal vielleicht zu sehr bedient wird.

Sport1 ist auch die Heimat von großen Box-Events. 2018 verstarben Graciano Rocchigiani und Markus Beyer. Ein echter Verlust?!

In jedem Fall. Graciano war ein großer Boxer und natürlich auch ein Gesicht unseres Senders Sport1. Er hat sein eigenes Format gemacht – mit «Sport1: The Next Rocky». Ich erinnere mich, dass wir ihn in diesem Jahr bei einem Eishockey-Länderspiel gegen Frankreich in Berlin bei uns als Pausengast hatten. Ein eigener, aber sehr spannender Charakter. Sehr tragisch, was mit ihm passiert ist und genau wie auch Markus Beyer ein großer Verlust für die Box-Welt.

Als letztes Highlight steht nun die Darts-WM aus London auf dem Programm. Sie ersetzen bei Sport1 den zu DAZN abgewanderten Elmar Paulke. Ganz neu sind Sie da nicht, dennoch: Wie kommentiert man Darts und wie bereitet man sich auf über 110 Livestunden in drei Wochen vor?
Da ich Darts das ganze Jahr über schon begleite, habe ich viele Infos schon zusammen. Es gilt in der Zeit vor dem Start einfach eher, die Nobodys noch besser kennenzulernen. Es gibt schon Unterschiede in der Kommentierung von Darts. Die Sportart hat freilich einen anderen Rhythmus als Eishockey, aber emotional kann man da schon auch sein.

Rund um Weihnachten ist aber auch die heiße Eishockey-Zeit. Schade, dass Sie da diesmal passen müssen?
Ich habe vor meiner „Eishockey-Pause“ noch das DEL-Spitzenspiel Mannheim gegen München und den historischen Halbfinaleinzug des EHC in der Champions Hockey League kommentiert.

Und mir gesagt: Besser geht es die nächsten Wochen nicht. Mal ehrlich: Auch für mich ist das nun neu, ohne Frage. Aber es ist auch gut. Für den Kopf ist es eine gute Abwechslung, weil man als Kommentator beim Darts ja schon eine andere Wortwahl hat und natürlich auch andere Kollegen.

Danke für das Gespräch.

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