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Gewinner des Jahres: Oliver Masucci

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Er war dieses Jahr eines der Gesichter, die in der deutschen Branchenwelt schwer zu vermeiden waren. Und darüber hinaus lieferte er durchweg gute Arbeit ab.

Zur Person: Oliver Masucci

  • Oliver Masucci wurde 1968 in Stuttgart geboren, wuchs aber in Bonn auf
  • Er stieß 2009 zum Wiener Burgtheater
  • 2015 wurde er einem Millionenpublikum als Adolf Hitler in «Er ist wieder da» bekannt
  • Es folgten unter anderem Gastrollen im «Tatort» und dem «Polizeiruf 110»
  • 2016 spielte er im «Winnetou»-Dreiteiler von RTL mit
  • 2017 übernahm er eine Rolle in der Serie «4 Blocks» sowie in «Dark»
  • Dieses Jahr war er unter anderem in «Spielmacher» und «HERRliche Zeiten» zu sehen
Er war 2018 im Kunstkino präsent, im deutschen Genrefilm, in einer bitterbösen Gesellschaftssatire sowie in einer überaus geachteten Fernsehserie. Die Rede ist von Schauspieler Oliver Masucci, der dieses Jahr mehr denn je seine Vielseitigkeit vorgeführt hat – sowie die beeindruckende Verlässlichkeit, mit der er seine Rollen aussucht. Denn obwohl Masucci seit dem Kassenschlager «Er ist wieder da» aus dem Jahr 2015, in dem er einen durch das heutige Deutschland schreitenden und von den Medien jubilierten Adolf Hitler verkörpert hat, zu den gefragtesten Schauspielern der Republik zählt, nimmt er nicht einfach wahllos Rollen an. Wenn Masucci mitspielt, kann man sich gewiss sein, keine austauschbare Fließbandproduktion zu sehen!

So übernahm Masucci dieses Jahr die Hauptrolle in «HERRliche Zeiten», einer finsteren Abrechnung mit Gier, Duckmäusertum, Doppelzüngigkeit und der Willigkeit, mit der wir uns alle unterwerfen lassen. In Oskar Roehlers durchgeknallter, blutiger und bewusst überstilisierter Satire spielt der gebürtige Stuttgarter den Schönheitschirurgen Claus Müller-Todt, einen eitlen Neureichen mit schlechtem Geschmack und falscher Freundlichkeit, der eines Nachts aus Jux eine Anzeige aufgibt, in der er nach Sklaven sucht.

Masucci legt Claus mit einem ganz eigenwilligen Humor an und formt ihn als Menschen mit allerlei Makeln, aber auch einer guten, moralischen Ader, die er nach und nach verliert, sobald er an Macht kommt. Und alldem zum Trotz bleibt er durchweg eine schwache, beeinflussbare Person. Ein Balanceakt, den Masucci mühelos meistert. Eine ganz andere Rolle hat Masucci in Florian Henckel von Donnersmarcks Künstlerepos «Werk ohne Autor»:

Als enigmatischer Professor Antonius van Verten öffnet Masucci dem Protagonisten (und dem Publikum) die Augen, welchen persönlichen, emotionalen Wert es benötigt, um Kunst zu bereichern und wie unterschiedlich die Herangehensweisen an die Herstellung eines Kunstwerkes sein können. Die an Joseph Beuys angelehnte Figur hat einen regelrechten Gänsehaut-Monolog, der dem ausführlich erzählten Drama einen wichtigen Impuls gibt und dank Masuccis unangepasstem Spiel sämtlichen Pathosfallen aus dem Weg geht, in die solche Momente in ähnlichen Filmen tapsen.

Wie Masucci uns von Quotenmeter.de anlässlich des «Werk ohne Autor»-Filmstarts verriet, ist er dabei ein Anhänger des unvermittelten Schauspielens. Er spielt lieber, statt zu theoretisieren: "Ich bin kein allzu großer Freund davon, vorab das Spiel, das man noch umsetzen will, platt zu quatschen. Gerade beim Theater wird viel geredet, statt gespielt. Das ist immer die Angst davor, auf die Bühne zu gehen und einfach zu spielen. Und ich bin jemand, der lieber gleich auf die Bühne geht und spielt. Denn ich finde, dass man gar nicht all das spielen kann, was manche Kollegen vorab so reden. Ich kann nachher besser darüber reden. Ich kann darüber sprechen, was ich gemacht habe. Ich bin niemand, der gerne darüber spricht, was er noch machen wird."

Masucci, der von der Mitte der 1990er-Jahre bis «Er ist wieder da» eine Karrierewende mit sich brachte vor allem auf der Theaterbühne aktiv war, beherrscht jedoch nicht nur das dramatische und gesellschaftskritische Kino, sondern auch Genre. 2017 zeigte er das etwa mit seinem Part in der deutschen Netflix-Mysteryserie «Dark», dieses Jahr unterdessen mit der Rolle des gerissenen Verbrechers Dejans in «Spielmacher»: In dem Wettmafia-Thriller des Regisseurs Timon Modersohn packt Masucci einen als eloquenter und oberflächlich-freundlicher Gangsterboss, der sich in wahllos zusammengewürfeltem Luxus sonnt und mit einem Wimpernschlag vom Gönner zum eiskalten, ruchlosen Albtraum wird.

Außerdem kehrte Masucci für die zweite Staffel zur TNT-Eigenproduktion «4 Blocks» zurück, in der er mit trockenem Humor den gewieften Anwalt Hagen Kutscha spielt. 2019 wird Masucci wieder im Fernsehen zu sehen sein: In der Miniserie «The Wall» sowie im Fernsehfilm «Ein Dorf wehrt sich: Das Geheimnis von Altaussee», in dem er einen Mann von der Gestapo spielt. Wir freuen uns schon auf diese Filme und noch viele weitere Auftritte unseres Gewinners des Jahres.

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