Die Kritiker

«Polizeiruf 110: Der Fall Sikorska»

von

Ein ermordetes Au-pair-Mädchen wird in der Oder gefunden, der Vater ihrer Gastfamilie steht im Verdacht sie vergewaltigt zu haben und noch dazu scheint der Todesfall in Verbindung zu stehen mit der Tochter der Familie, die vor fünfzehn Jahren spurlos verschwand.

Cast & Crew

Vor der Kamera:
Olga Lenski / Maria Simon
Adam Raczek/Lucas Gregorowicz
Katarzyna Heise/ Lina Wendel
Gerd Heise/ Götz Schubert
Karol Pawlak /Robert Gonera

Hinter der Kamera:
Regie: Stefan Kornatz
Drehbuch: Bernd Lange und Hans-Christian Schmid
Schnitt: Boris Gromatzki
Kamera: Bernhard Keller
Musik: Marco Dreckkötter und Stefan Will
Es sind zweifelsohne harte Themen, die ihren Weg in den neuen «Polizeiruf 110: Der Fall Sikorska» gefunden haben. Dennoch gelingt es dem Krimi über neunzig Minuten seine Spannung aufrecht zu erhalten, auch wenn er mit kleineren Problemen zu kämpfen hat.

Sexuelle Belästigung ist in dem neuen «Polizeiruf 110» allgegenwärtig und steht demnach im aktuellen Zeitgeist der #MeToo-Debatte, die bereits den Hollywoodmagnat im Oktober des vergangenen Jahres zu Fall gebracht hat. Das Thema der Vergewaltigung und des Mordes an dem jungen Mädchen und welcher Mann der Täter gewesen sein könnte bestimmt die Handlung dieser Folge des «Polizeiruf 110».

Das bereits bekannte Gespann aus den polnischen Hauptkommissaren Olga Lenski und Adam Raczek ermitteln in dem Todesfall des Au-pair-Mädchens und stoßen dabei schnell auf eine Vielzahl an Verdächtigen in ihrem Bekanntenkreis. Allen voran steht Dr. Gerd Heise, in dessen Haus sie gearbeitet hat. Der Arzt hatte bereits vor fünfzehn Jahren mit der Anschuldigung des Missbrauchs seiner Stieftochter Julia Sikorska zu kämpfen und gerät nun wieder in den Verdachte eine Kollegin sexuell belästigt zu haben. Doch obwohl Heise sich als perfekter Täter anbietet, taucht ein neuer Verdächtiger aus dem Freundeskreis des jungen Opfers auf. Der Student Marcin schien ein Auge auf sie geworfen zu haben und ihr auch ansonsten sehr nahe zu stehen – obwohl er in einer Beziehung ist.

«Der Fall Sikorska» bleibt über neunzig Minuten spannend, nicht zuletzt weil sich das Roulette der Verdächtigen immer wieder erneut dreht und dadurch weitere Facetten der Charaktere offenbart werden. Dabei begeht der Krimi nicht den Fehler und verliert sich selbst in seinem Fall, sondern bleibt stets nachvollziehbar und hat stets eine angenehme Anzahl von Charakteren, deren Beziehungen untereinander überschaubar bleiben. Was dem «Polizeiruf 110» jedoch ein wenig die Luft nimmt sind die Dialoge, die an mehreren Stellen oftmals hölzern und arg gestellt wirken.

Entschädigt wird man jedoch durch die schön eingefangenen Bilder der Oder und der Landschaft drum herum, an die der Fall mehr als nur einmal führt. Zudem sollte man nicht lesescheu sein, da es stets untertitelt wird, wenn Hauptkommissar Raczek mit polnischen Verdächtigen spricht.

Fazit: «Polizeiruf 110: Der Fall Sikorska» liefert mit seiner konstant spannenden Handlung einen gelungenen Krimi ab, der lediglich durch kleine Dialogschwächen gebremst wird. Dabei kann der Film durch seine Thematik durchaus als Beitrag zur #MeToo- und „Nein heißt Nein“-Debatte verstanden will und bleibt dem Zuschauer besonders durch sein Finale in Erinnerung.

Das Erste zeigt den neuen «Polizeiruf 110» am Sonntag, 25. November 2018 um 20.15 Uhr.

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