3 Quotengeheimnisse

3 Quoten-Geheimnisse: Mediennutzung 2018 im Check

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Über neun Stunden täglich nutzt der durchschnittliche Deutsche die Medien. Das Medium Fernsehen hat dabei Konkurrenz bekommen: Vom Internet oder dem Smartphone. Doch wie sieht die Mediennutzung wirklich en détail aus? ProSiebenSat.1-Vermarkter SevenOne Media hat einmal genau hingeschaut.

Es sind 72 Seiten voller Infos darüber, wie über 80 Millionen Deutsche heute Informationen konsumieren, Medien nutzen und sich in diesem Verhalten gegenüber den früheren Jahren verändert haben. Dabei lassen sich drei Kern-Schlüsse ziehen.

Fernsehen bleibt Medium Nummer eins; und auch dem Radio geht es gut


Ein Tag hat 24 Stunden oder 1440 Minuten. Von diesen 1440 Minuten nutzt der durchschnittliche Deutsche im Alter zwischen 14 und 69 Jahren der SevenOne-Studie nach 713 Minuten lang verschiedene Medien. Das heißt: Grob gesagt ist das fast einen halben Tag lang. Dazu zählen auch Kommunikationsmedien wie das Telefon mit im Schnitt 48 Minuten, verschiedene Messenger oder SMS mit addiert rund 35 Minuten. Bei den typischen Unterhaltungsmedien hat – entgegen so mancher Vorstellung – das Fernsehen weiterhin deutlich die Nase vorn. Die TV-Nutzung in dieser Altersklasse liegt bei 248 Minuten, also über vier Stunden. Auch das Radio kommt weiterhin gut weg.

Hörfunksender werden demnach 109 Minuten pro Tag genutzt. Gegenüber 2016 legte das Radio sogar wieder um acht Minuten zu, das Fernsehen verlor rund fünf Minuten. Erst auf Platz drei kommt das Internet. 97 Minuten am Tag wird mit dem Medium inhaltlich gearbeitet – also Blogs oder Artikel gelesen, Videos geschaut oder sich in sozialen Netzwerken aufgehalten.

ARD/ZDF-Studie zur Online-Nutzung

Am Dienstag veröffentlichte auch die ARD/ZDF-Medienkommission eine Studie, in der sie sich wie seit 1997 jährlich mit der Online-Nutzung der Deutschen beschäftigten. Die Ergebnisse von besagter Studie divergieren mitunter stark von jener, die in diesem Artikel diskutiert werden. Hier können Sie unseren Artikel zu den Ergebnissen der ARD/ZDF-Studie nachlesen.
Dennoch kommen auf das lineare Fernsehen spannende Zeiten hinzu. Denn der Report zeigt auch, dass das klassische Fernsehen nicht zuletzt von der etwas älteren Generation lebt. Schauen die 50- bis 69-Jährigen im Schnitt über 340 Minuten klassisches Fernsehen, sind es nur noch 109 Minuten bei den 14- bis 29-Jährigen. Somit bleibt das klassische Fernsehen in dieser Gruppe aber immer noch Medium Nummer eins. Denn: Kostenlose Online-Videos, also YouTube oder Instagram-Storys, nutzt diese Altersklasse im Schnitt „nur“ 55 Minuten pro Tag. 14- bis 29-Jährigen nutzen pro Tag rund 227 Minuten lang verschiedene Bewegtbild-Medien; 56 Prozent der Zeit entfällt dabei auf lineare TV-Programme.

Pay-VOD auf gewaltigem Vormarsch


Stabile Fernsehnutzung weist der SevenOne-Report bei den 14- bis 49-Jährigen aus. Im ersten Quartal des Jahres 2018 habe diese bei rund 171 Minuten gelegen, eine Minute niedriger als im letzten Quartal des Vorjahres. Gegenüber dem ersten Quartal 2017 sank sie allerdings um zehn Minuten. Ein anderes Feld legte gleich massiv zu. Die Nutzungsdauer kostenloser Online-Videos stieg binnen eines Jahres von im Schnitt 21 auf nun 28 Minuten. Und auch die Pay-VOD-Dienste legten in ihrer Nutzung massiv zu. Sie kommen nun auf im Schnitt 20 Minuten Nutzung pro Tag; mehr als doppelt so viel wie noch im ersten Quartal 2017.

Mit Blick auf die Nutzung von Online-Videos steht YouTube als klarer Sieger da. Zurück wieder bei der Altersklasse 14 bis 69 Jahre (Durchschnittliche Nutzungsdauer von Onlinevideos: 24 Minuten) entfallen 45 Prozent der Nutzung auf YouTube. Mediatheken kommen auf 18 Prozent. Die Studie weist zudem acht Prozent illegale Nutzung aus, erklärt aber auch, dass diese Wert falsch sein könnte, da eventuell nicht jeder in Telefon-Interviews dieses Verhalten zugegeben haben könnte.

Wie nutzen wir YouTube und was nutzen wir davon?


Während also das klassische Fernsehen weiterhin auf der Pole Position steht, gibt es momentan die größten Wachstumsraten bei Bewegtbild im Netz. Aber auch hier ändert sich Nutzung schon sehr deutlich. Kurz gesagt: Am Laptop oder PC werden solche Inhalte seltener genutzt als früher. Bei den 14- bis 69-Jährigen lag die Nutzungsdauer am PC oder am Laptop im ersten Quartal 2018 bei rund 35 Minuten. Im ersten Quartal 2015 waren es noch 51 Minuten, also rund ein Drittel mehr. Stattdessen steigt die Nutzung dank neuer technischer Möglichkeiten am klassischen TV-Gerät. Die Nutzungsdauer pro Tag liegt bei mittlerweile 23 Minuten, drei Jahre zuvor betrug sie gerade einmal zehn Minuten.

Ebenfalls klar auf dem Vormarsch sind die Smartphones. Hier stieg die Nutzung binnen drei Jahren von 28 auf nun 32 Minuten täglich. Wie schon berichtet, ist es YouTube, das unter den Online-Bewegtbildangeboten den Ton angibt. YouTube hat sich dabei in den zurückliegenden Jahren geändert. Die Plattform setzt auf mehr professionellen Content und weniger auf Eigenerstelltes, was wiederrum schwerer kalkulierbar und somit auch nicht einfach zu vermarkten ist. Die tägliche YouTube-Nutzung liegt bei etwa elf Minuten, Tendenz leicht steigend. Von Usern selbst erstellte und hochgeladene Videos machen bei YouTube nur noch fünf Prozent der Gesamtnutzung aus. 41 Prozent der Nutzung in Deutschland entfallen auf Musikvideos. Auf Platz zwei liegen Inhalte von YouTubern (25%).

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