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ProSiebenSat.1 will verstärkt auf Info-Programme setzen

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In diesem Zuge wird man das seit 23 Jahren von META produzierte Format «Akte» ab 2019 selbst herstellen. Dazu ist aber eine Übergangslösung notwendig.

Paukenschlag in Unterföhring: Sat.1 wird nach 23 Jahren seinen «Akte»-Produktionsvertrag mit der zu Endemol gehörenden Produktionsfirma META nicht verlängern. Die Entscheidung kommt wenige Wochen, nachdem der Münchner Sender offen Kritik an einer Interview-Praxis der Redaktion tätigte (wir berichteten). Das Traditionsmagazin des Senders soll aber auch über den Jahreswechsel hinaus Bestandteil von Sat.1 bleiben. Ab 2019 will Sat.1 die Sendung, ähnlich wie etwa «Galileo», in Eigenregie produzieren. Das heißt: Die «Akte 20.19» wird dann nicht mehr aus der Hauptstadt Berlin gesendet, sondern aus Unterföhring.

Geplant ist der Neustart des Magazins für Mitte 2019. Das heißt: Rund ein halbes Jahr muss Sat.1 überbrücken. In dieser Zeit will Sat.1 monothematische und von verschiedenen Firmen produzierte «akte»-Sendungen ausstrahlen. Sat.1-Geschäftsführer Kaspar Pflüger: "Die META productions hat in 23 Jahren «akte» immer wieder außergewöhnliche Themen gesetzt und ungewöhnliche Fälle aufgedeckt. Für die immer inspirierende Zusammenarbeit und langjährige Partnerschaft bin ich den Kollegen sehr dankbar. Die «akte» ist und bleibt eine der wichtigsten Marken für Sat.1."

Angesichts der Wichtigkeit der Marke dürfte den Sat.1-Machern das aktuelle Quotenniveau des Formats ein regelrechter Dorn im Auge sein. Mal ungeachtet dessen, dass auch die zuvor laufenden Spielfilme teilweise schlechte Quoten einfahren, holte das aktuell von Claus Strunz moderierte Magazin in diesem Jahr im Schnitt bisher rund eine Million Zuschauer insgesamt. Mit 6,4 Prozent Marktanteil in der klassischen Zielgruppe ist man vom Sat.1-Senderschnitt ein gutes Stück entfernt. Der lag zuletzt rund zwei Prozentpunkte höher. Für Endemol Shine Germany ist es die zweite bittere Nachricht binnen 24 Stunden. Am Dienstag wurde bekannt, dass die über die Tochterfirma FloridaTV verbandelten Moderatoren Joko und Klaas ab 2019 eine eigene Produktionsfirma haben werden.

Eingebettet sein soll die Übernahme der «akte» in das Konzept, künftig wieder mehr Informationsprogramme herzustellen. Diverse Mitglieder ProSiebenSat.1-Führungsriege hatten zuletzt schon über einen Ausbau der Info-Kompetenz gesprochen. Der vorsitzende Geschäftsführer der Gruppe, Wolfgang Link, erklärte dazu ohne ins Detail zu gehen: „Mit diesem Schritt unterstreichen wir unser Vorhaben, wieder mehr relevante Inhalte aus eigener Hand zu produzieren und damit unser journalistisches Profil zu schärfen.“ Neben Formaten wie «Galileo», «taff» oder «Abenteuer Leben täglich» sollen in Zukunft weitere Formate in Eigenregie entwickelt, konzipiert und hergestellt werden. Schon seit Ende Juli gönnt sich Sat.1 am Vorabend ein neues Feierabend-Magazin. «Endlich Feierabend» kommt dabei noch aus Berlin - von der auch das «Frühstücksfernsehen» produzierenden Firma MAZ&More.

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