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«Voller Leben – Meine letzte Liste»

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Das Wort Doku groß geschrieben hat RTL II zuletzt donnerstags mit einem sehr mutigen Format. Doch zwei Feiertagen machten dem Format das Leben schwer.

Mutiges RTL II: In den vergangenen Wochen setzte der Sender mit Sitz in Grünwald bei München am Donnerstagabend auf eine ungewohnte Programmfarbe. Dort, wo über Jahre hinweg ein Mix aus «Kochprofis» und «Frauentausch»  und am Ende vermehrt auch Messies im Putz-Wahn zu Hause waren, lief eine sehr zum nachdenken anregende Doku-Reihe namens «Meine letzte Liste». Todkranke wurden dabei begleitet, sich ihre finalen Wünsche zu erfüllen. Das ging ans Herz und unter die Haut. Eine Grund-Erkenntnis des Formats: Wie auch schon in den Sozialdokus aus Deutschlands Brennpunkten versteht es RTL II dieser Tage wie kaum ein anderer Sender in Doku-Soaps das Wort „Soap“ kleiner, dafür den Ansatz „Doku“ größer zu schreiben.

Mit deutlichen Schwankungen versehen war auch die Erstausstrahlung. Knackpunkt. Die zweite Episode sendete RTL II an einem Feiertag. Am 10. Mai hatten wohl viele, die eine Woche zuvor reingeschaut hatten, nicht damit gerechnet, Nachschub serviert zu bekommen. Die an diesem Abend gemessenen 2,5 Prozent Marktanteil sollten bis zum Ende ein Negativ-Rekord bleiben. Dabei hatte die Ausstrahlung sieben Tage zuvor so vielversprechend begonnen. Bei den klassisch Umworbenen kam die Sendung auf schöne 5,9 Prozent Marktanteil, im Gesamtmarkt punktete die 20.15-Uhr-Sendung mit ebenfalls guten 0,73 Millionen. Fast die Hälfte der Fans ging jedoch binnen Wochenfrist flöten, die Reichweite am Donnerstags-Feiertag fiel auf 0,43 Millionen.

Immerhin: Folge drei von sechs berappelte sich wieder. Ausgestrahlt am 17. Mai generierte sie insgesamt im Schnitt 0,67 Millionen Zuschauer, also annähernd so viele wie bei der Premiere. In der klassischen Zielgruppe landete die Produktion jedoch weiterhin unter dem Senderschnitt, wenn auch nicht allzu weit. Gemessen wurden 5,0 Prozent. Eine Woche später sah die Welt etwas heiterer aus, als die vierte Episode sich auf 5,4 Prozent steigerte. Kaum Veränderungen gab es bei den Zuschauern ab drei Jahren, wo die ermittelte Reichweite auf 0,69 Millionen stieg und somit nur noch wenige Zehntausend unter der Debüt-Marke lag.

Am 31. Mai, wieder ein Feiertag, lief schlussendlich der Finalpunkt der ersten Staffel. Diesmal erwischte es die letzte Liste nicht ganz so hart wie drei Wochen zuvor. Aber: Mit 4,0 Prozent bei den Umworbenen war dies die zweitschwächste Folge der Staffel. 0,52 Millionen Menschen und somit fast 200.000 weniger als sieben Tage zuvor schauten ab 20.15 Uhr rein. So muss man auch in der Endabrechnung ein bisschen differenzieren.

Zwei der fünf Folgen liefen also an einem Feiertag, wo der Zuschauer geneigt ist, nicht das klassische Programm zu erwarten. Immerhin war Fronleichnam, der Tag, an dem die fünfte Episode gezeigt wurde, aber nur in Teilen der Bundesrepublik ein arbeitsfreier Tag. Rechnet man ihn aber dennoch dazu und betrachtet somit nur die drei Episoden, die an klassischen Werktagen gesendet wurden, generierte die erste Staffel der Doku im Schnitt 5,5 Prozent Marktanteil, also einen Wert auf Senderschnitt. Rund 700.000 Menschen sahen die Werktags-Ausgaben.

Betrachtet man nun aber die ganze Staffel, schlagen die schwächeren Feiertags-Folgen schwer zu Buche. Die Reichweite sinkt im Gesamtmarkt auf 610.000 Fans (2,1% gesamt), bei den Umworbenen sinkt die gemessene Quote sogar auf 4,6 Prozent (rund 400.000 Zuschauer). Nicht ganz zu übersehen ist obendrein, dass RTL II die Folgen jeweils dienstags zu nicht gänzlich unprominenter Zeit gegen 23.15 Uhr nochmal wiederholt hat und hier in der Spitze sogar auf 6,7 Prozent der klassisch Umworbenen und im Schnitt auf rund fünf Prozent Marktanteil gelangte.

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