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Interview

Rick Ostermann: 'Absolut außergewöhnlich'

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Kein Mann für konventionelle Stoffe: Der Regisseur («Wolfskinder», «Kalter Krieg») hat den kommenden «Dengler» umgesetzt. Er verrät, warum er die Figur als einzigartig im deutschen TV erachtet.

Filmografie Rick Ostermann (Auszug)

  • «Fremder Feind»
  • «Baba Dunja»
  • «Wolfskinder»
  • «Stellungswechsel» (Regie-Assistenz»)
  • «Blochin» (Regie-Assistenz)
  • «Der Staat gegen Fritz Bauer» (Regie-Assistenz)
Herr Ostermann, Sie haben Ihren ersten «Dengler» als Regisseur inszeniert. Wie ist er denn so, der Herr Dengler?
Ich hab‘ ihn ja schon früher kennengelernt, damals war ich noch Regie-Assistent. Aber als Regisseur kommt man den Figuren natürlich nochmal näher. Er ist einer, der eigentlich hinter allem immer eine Verschwörung wittert und diese dann auch aufzudecken versucht. Im kommenden Fall geht es ja um die Privatisierung der Wasserwirtschaft, ein wichtiges und spannendes Thema. Dieses wird der Herr Dengler (zu sehen im großen Bild, Anm. d. Red.) wieder auf sehr ungewöhnlichem Wege angehen.

Also ist er ein Unikum?
Absolut. Dengler ist einzigartig.

Wie schwer war es für in die Reihe hineinzufinden?
Das ist nicht so schwer. Das wieder mal hervorragende Buch hat es mir leichter gemacht. Lars Kraume hat da eine sehr gute Basis geschaffen. Auch die vorausgegangenen Filme waren schon super inszeniert, sodass wir die gute Arbeit weiterführen konnten.

Das heißt, dass Sie sich dann auch alle Filme vorher nochmal angesehen haben?
Das passiert schon in einem sehr frühen Stadium. Grundsätzlich spricht man sehr viel mit allen Beteiligten über die Reihe. Mit dem Autor, mit der Redaktion, den Produzenten. Es ist ja die Aufgabe eines Regisseurs, sich umfassend mit der Thematik zu befassen.

«Dengler», der bisher grob zwischen vier und sechs Millionen Fans hatte, ist der erste Film von Ihnen für die breite Masse?
Das könnte man so sagen. «Wolfskinder» und auch «Fremder Feind» waren eher speziellere Filme. Der «Dengler» ist nun mein erster Thriller, den ich mache – hoffentlich gefällt er.

Somit sind Sie im Mainstream angekommen?!
Man macht ja alle Filme eigentlich für sein Publikum. Was bringt es mir, einem Film zu drehen, den dann überhaupt niemand schau? Natürlich möchte ich aber nur die Themen und Filme machen, die ich gut und wichtig finde. Dazu hat dieser «Dengler» jetzt gehört.

Worauf ich hinaus will: Sie hatten früher schon in Produktionen mitgewirkt wie «Blochin» oder «Der Staat gegen Fritz Bauer» und «Stellungswechsel». All diese Filme würde ich nicht dem Einheitsbrei zuordnen.
Das stimmt. Da sind wir aber wieder beim zuvor Angesprochenen. Es geht mir letztlich um das Thema. Es ist mir wichtig Relevantes zu erzählen. Jetzt das Thema Privatisierung von Wasser und auch die Verschmutzung dessen aufzugreifen, liegt mir einfach am Herzen. Zumal «Dengler» aus meiner Sicht definitiv eine einmalige Figur ist. Ihn würde ich also nicht dem Einheitsbrei zuordnen.

Wie außergewöhnlich ist die Reihe denn?
Ohne zu viel zu verraten; was die Wendungen innerhalb der 90 Minuten angeht, absolut außergewöhnlich. Auch die Machart des Films unterscheidet sich deutlich von vielen anderen Krimis. Dieses Lob will ich mir auch gar nicht selbst auf die Fahnen schreiben, Vieles war ja schon durch die Filme zuvor festgelegt. Wir haben diese Stilmittel jetzt noch ein bisschen verstärkt. Die Bildsprache wurde weitergeführt.

Es ist schon so, dass es abseits der Krimis viele tolle Geschichten gibt, die auch Beachtung verdient haben. Ich habe für die ARD für den Mittwoch «Der fremde Feind» gemacht, kein klassischer Krimi und hatte damit trotzdem weit über vier Millionen Zuschauer.
Regisseur Rick Ostermann
Gibt es denn zu viele Krimis im Fernsehen?
Es gibt viele Krimis, ohne Frage. Aber sie werden auch sehr gut angenommen – egal ob jetzt im Fernsehen oder in der Literatur. Insofern wird geliefert, wonach sich das Publikum sehnt. Aber es ist schon so, dass es abseits der Krimis viele tolle Geschichten gibt, die auch Beachtung verdient haben. Ich habe für die ARD für den Mittwoch «Der fremde Feind» gemacht, kein klassischer Krimi und hatte damit trotzdem weit über vier Millionen Zuschauer. Der Film ist gut angenommen worden.

Was steht als Nächstes an?
Wieder Krimis. Wir drehen zwei Folgen des «Ostfriesen-Krimis» des ZDF mit Christiane Paul.

Viel Vergnügen und Danke für das Gespräch.


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