«Kostas Kind»: funks künstlerischer Coming-of-Age-Vlog

What the funk?!: Wir sprachen mit Vlogger Kostas Kind über seine YouTube-Formate, seine Zukunft bei funk, die Konkurrenzsituation auf YouTube und das Thema Sexualität auf seinem Channel.

funk über das Format:

Auf seinem Youtube-Kanal spricht Kostas über das Leben, das Erwachsenwerden oder die erste Liebe. In Formaten wie "#Fishtank" oder "#Kostask2 geht er direkt auf die Fragen seiner Community ein, gibt Ratschläge, hinterfragt vorgefertigte Ansichten und Klischees.
Worum geht es in Ihrem Format und wer ist daran beteiligt?
Ich produziere derzeit verschiedene Formate mit funk zusammen. Die meisten drehen sich inhaltlich um Coming-Of-Age-Themen. Das heißt ich versuche, meinen Zuschauern beim Erwachsenwerden zur Seite zu stehen und sie gleichzeitig so gut es geht zu unterhalten. Formate wie #FishTank oder #HeyBro sind zusätzlich mit kleinen Zeichentrickanimationen geschmückt, um das Ganze noch interessanter wirken zu lassen. In Zukunft möchte ich mich noch mehr aufs Zeichnen und Animieren konzentrieren, da mir das einfach wahnsinnigen Spaß macht und ich denke, dass das meine Community interessieren wird. Die stehen auf kreativen Stuff!

Wie kam die Idee zum Format zustande?

Die Idee von #FishTank hat sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Ich habe einfach versucht, Dinge, die mir Spaß machen, in einem Format zu vereinen. Deswegen haben wir den “Laber- und Diskussionsteil“ kombiniert mit dem Speedart, das im Hintergrund läuft und am Ende themenbezogen erläutert wird. Es war noch ein dritter, animierter Teil geplant, der hätte aber den zeitlichen Rahmen des Formats gesprengt, weswegen ich mich dazu entschied, diesen davon zu trennen und daraus ein eigenes Projekt zu machen.

Zu #HeyBro wurde ich durch eine andere YouTuberin (Elle TheBee) inspiriert. Sie hat ein Format auf ihrem Kanal, bei dem sie E-Mails mit Problemen ihrer Zuschauer auswählt und versucht, Lösungsvorschläge zu geben. Das fand ich total cool. Sie ist sehr erwachsen und in der Gestaltung der Videos sehr ruhig. Ich wollte das Ganze etwas bunter und vor allem kompakter umsetzen. Und vielleicht ein kleines bisschen … inkorrekter! Ich wollte gerne den Rat geben, den ein ehrlicher großer Bruder geben würde. Natürlich schon zu einem gewissen Grad vernünftig, aber eben auch so, dass man sich als Betroffener besser fühlt.

Die meisten anderen Videos entstehen durch Inspiration und Ideen von Filmen, andere Videos, Dinge, die ich erlebt habe, Gespräche…und so weiter.

Warum gehört das Format zu FUNK und zur Zielgruppe, die FUNK ansprechen will?

Da es sich eben sehr viel um Coming-Of-Age-Themen dreht und funk ja diese Zielgruppe erreichen möchte, denke ich, dass diese Formate sehr gut dazu passen. Außerdem versuche ich, meine Community, sofern das möglich ist, immer mit einzubeziehen oder sie zum Kreativwerden anzuregen.

Interviewreihe 'What the funk?!'

Die Interviewreihe "What the funk?!" von Quotenmeter.de befasst sich alle zwei Wochen mit der öffentlich-rechtlichen Internetplattform funk. Welche Formate sind bei funk abrufbar? Wer steckt dahinter? Und wie arbeitet es sich eigentlich beim neuen Angebot? Die Teams der funk-Formate beantworten je einen Katalog aus standardisierten und individuellen Fragen.
Welche Vorteile bietet Ihnen persönlich die Plattform FUNK und wie unterscheidet sich die Arbeit mit FUNK von Ihrer bisherigen Arbeit?
Der Vorteil für mich ist in erster Linie, dass ich Zeit und Unterstützung habe. Dadurch, dass ich finanziell durch funk unterstützt werde, kann ich Vollzeit an dem Kreieren der Videos arbeiten. Das wäre mir mit dem Geld, das ich sonst durch YouTube verdienen würde, nicht möglich. Außerdem steht mir ein Team zur Seite, das mir Feedback zu meinen Videos gibt und mir dabei hilft, sie so gut wie möglich umzusetzen. Das ist viel wert, denn sechs Augen sehen immer mehr als zwei. Außerdem geben sie mir die Möglichkeit, mich kreativ auszuleben und neue Dinge auszuprobieren.

Wo sehen Sie das Format inhaltlich in einem Jahr?

Ehrlich gesagt, weiß ich gar nicht, ob ich diese Formate in einem Jahr noch produzieren möchte! Ich denke, dass man zusammen mit funk von Zeit zu Zeit neue Dinge entwickeln und umsetzen kann, was vermutlich spannender ist, als immer nur das Gleiche zu machen!

Es stimmt: Immer mehr Leute wollen YouTube machen, was ich persönlich überhaupt nicht schlimm finde, denn was gibt es Cooleres, als sich kreativ auszuleben? Aber dadurch wird die “Konkurrenz“ natürlich immer härter.
Kostas Kind
YouTube befindet sich längst nicht mehr in der Nische, dementsprechend gibt es auch immer mehr Personen, die versuchen, als YouTuber durchzustarten. Wie schwer ist es, sich von der mittlerweile großen Masse an Content Creators als Vlogger abzuheben und wie gelingt Ihnen dies Ihrer Meinung nach?
Ich glaube, dass man etwas für sich finden sollte, das einem Spaß macht. Und ich bin da selber auch immer wieder auf der Suche. Aber ich denke, dass wenn man es gefunden hat, man sich nicht allzu sehr auf Zahlen und Erfolge fokussiert und einfach arbeitet und produziert, weil man Spaß daran hat. Alles andere wird höchstwahrscheinlich auch eher zu Frustration führen. Denn es stimmt: Immer mehr Leute wollen YouTube machen, was ich persönlich überhaupt nicht schlimm finde, denn was gibt es Cooleres, als sich kreativ auszuleben? Aber dadurch wird die “Konkurrenz“ natürlich immer härter.

Interessante Fragen für mich sind: „Was schaue ich mir gerne an?“, „Was würde ich gerne sehen?“ und „Was fehlt den Leuten noch?“ Es gibt sicher Themen und Trends, an denen man sich orientieren kann, wenn man Aufmerksamkeit generieren will – oder eben Kollaborationen mit Künstlern, die bereits eine große Reichweite mitbringen – aber ich denke, um selbst happy mit dem Kram zu sein, den man macht, sollte man sich einfach Mühe dabei geben und das produzieren, was einem gefällt.





Die Community-Pflege stellt einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Funk spricht in der Beschreibung Ihres Kanals von einem „guten Draht“ zwischen Ihnen und Ihrer Community. Was muss ein Vlogger auf YouTube alles beachten, um seine Community bei Laune zu halten?
Puuuh, schwierige Frage. Ich denke, dass das bei jedem Creator unterschiedlich ist. Es gibt einfach so viele verschiedene Communities. Es ist wichtig, seine Community ernst zu nehmen und sie nicht für dumm zu verkaufen. Eine gewisse Nähe ist nicht schlecht, aber man sollte auf jeden Fall Grenzen setzen. Ich lese gerne Kommentare, antworte auf Twitter und so, aber auch nur, weil es mir Spaß macht. Manchmal habe ich auch Tage, da will ich nicht! Ich muss auch sagen, dass ich es zeitweise schwierig finde, den Grad von „Ich höre mir an, was ihr euch auf meinem Kanal wünscht“ und „Ich produziere, was ich will“ zu finden.

Wie vielen Menschen es hilft, wenn jemand öffentlich zu seiner Homosexualität steht und dann noch ein solcher Support von der Community zurückkommt? Ich denke, dass es mir als Jugendlicher sehr geholfen hätte, eine Person zu haben, die ich gefeiert hätte und die mir erzählt, was sie im Hinblick auf dieses Thema erlebt hat.
Kostas Kind über Orientierung auf YouTube
Das Thema Sexualität und allerlei Fragen, die dieses Themenfeld umgeben, nehmen auf Ihrem Kanal viel Platz ein. Für viele Menschen ist es unvorstellbar, über derartige Themen öffentlich zu sprechen. Kostest es Sie Überwindung, so viel von sich preiszugeben und woher ziehen Sie Ihre Motivation dafür? Muss man als Vlogger Ihrer Wahrnehmung viel von sich preisgeben, um seine Reichweite zu erhöhen?
Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich sooo viel Privates von mir preisgebe. Ich glaube zumindest, dass ich ziemlich genau darauf achte, was ich erzähle. Aber dennoch verstehe ich, was gemeint ist: Am Anfang war es zum Beispiel wirklich so, dass ich eigentlich nicht wollte, dass die Beziehung von mir und meinem Freund öffentlich wird, aber irgendwie ließ sich das nicht so richtig lang vermeiden. Er sagte dann zu mir, dass ich versuchen soll, das Positive dabei zu sehen: Wie vielen Menschen es hilft, wenn jemand öffentlich zu seiner Homosexualität steht und dann noch ein solcher Support von der Community zurückkommt? Ich denke, dass es mir als Jugendlicher sehr geholfen hätte, eine Person zu haben, die ich gefeiert hätte und die mir erzählt, was sie im Hinblick auf dieses Thema erlebt hat.

Ich bekomme oft Nachrichten von Leuten, die selber dabei sind, ihre Sexualität zu erkunden und die sich dafür bedanken, dass ihnen diese Videos Kraft und Motivation geben. Tatsächlich habe ich auch schon Zuschauer getroffen, die mir das “live“ gesagt haben und das ist natürlich noch mal eine Spur eindrucksvoller.
Ja, das ist wohl die Hauptmotivation.

Ich glaube aber nicht, dass man gezwungen ist, unbedingt Persönliches über sich zu erzählen. Obwohl das natürlich immer spannend für Zuschauer ist. Aber wenn sich der Channel eben um andere Themengebiete dreht, ist das genauso gut und wird vielleicht eine andere Zielgruppe ansprechen!
18.07.2017 11:02 Uhr  •  Timo Nöthling Kurz-URL: qmde.de/94476