Sky Bundesliga in der Schweiz ab sofort bei UPC statt Teleclub

Der Schweizer Pay-Anbieter Teleclub einigt sich zwar mit Eurosport und zeigt deren Bundesliga-Übertragungen - verliert aber die Verbreitungsrechte an Sky Bundesliga. Was das für den Schweizer Markt bedeutet - das und mehr im SportCheck!

UPC sichert sich Sky Bundesliga und sticht Teleclub aus


Highlights der kommenden Woche

  • Täglich: Tennis, Wimbledon (Sky Sport)
  • Täglich: Radsport, Tour de France (Eurosport)
  • Mittwoch, 2 Uhr (in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch: Baseball, MLB All Star Game (SPORT1 US & DAZN)
  • Mittwoch, 15 Uhr: Fußball, U19 EM Halbfinale, Portugal - Niederlande (Eurosport 2)
  • Mittwoch, 18 Uhr: Fußball, U19 EM Halbfinale, England - Tschechien (Eurosport)
  • Samstag, 18 Uhr: Fußball, U19 EM Finale (Eurosport)
Vor nicht mal drei Wochen jubelte Teleclub noch über die Einigung mit Discovery Networks. Konnte man sich doch - anders als z.B. Sky Deutschland - mit Discovery über die Verbreitung der von Eurosport erworbenen Bundesliga-Livespiele aus dem Paket A freuen. Dr. Wilfried Heinzelmann, CEO der CT Cinetrade AG und der Teleclub AG, freute sich damals: "Mit diesem Rechtepaket runden wir unser Bundesliga-Angebot ab. Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit mit Discovery in dieser erweiterten Form."

Damals verbreitete man nioch die Jubelmeldung, dass die Bundesliga "komplett" bei Teleclub bleibe. Nun ist diese Meldung von der Homepage des Teleclub-Eigentümers Swisscom verschwunden. Denn: Der Konkurrent von Teleclub, der Kabelnetzbetreiber UPC, hat sich mit Sky über die exklusiven Verbreitungsrechte von Sky Bundesliga in der Schweiz über Kabel und IPTV geeinigt.

Durch die Partnerschaft mit Sky sichert sich UPC für deren Sportkanal MySports 572 Spiele der Bundesliga und der 2. Bundesliga.

Die Sky-Übertragungen der Fussball-Bundesliga werden zu einem kleinen Teil auf dem Basissender MySports HD, der im Grundangebot enthalten sein wird, sowie uneingeschränkt im MySports Pro-Angebot zu sehen sein. Kunden ohne MySports Pro Abo werden auch ein Tagesticket kaufen und damit an einzelnen Spieltagen vom gesamten MySports Pro Angebot profitieren können.

Nachdem sich die Swisscom via Cinetrade/Teleclub die Champions und Europa League geholt hat, zieht UPC mit der Bundesliga nach. Ein UPC-Vertreter nennt gegenüber der NZZ den Erwerb eine "Großinvestition", die einzig die Finanzkraft des UPC-Mutterhauses Liberty Global möglich mache. Die UPC dürfte nach Branchenschätzungen mindestens 5 bis 10 Millionen Franken hierfür an Sky überweisen. UPC und die Swisscom kämpfen seit längerem in der Schweiz um Sport-Inhalte, was die nationalen Rechte im Eishockey (bei UPC zu sehen) und Fußball (Swisscom) auf jährlich weit über 30 Millionen Franken hochgetrieben und diejenigen der Champions und Europa League vervierfacht hat.

MySports wird voraussichtlich erst im September 2017 auf Sendung gehen, die Bundesliga-Spiele zeigt man aber schon ab Saisonstart. Zudem gibt es neben Eishockey und Bundesliga dort Formel E, Schweizer Handball und Beachvolleyball zu sehen. Preise für die MySports Pro Zusatzoption oder das Tagesticket sind noch nicht bekannt.

Auch in der Schweiz benötigt der Fan damit ab sofort mindestens zwei Abos, wenn er allen Fußball sehen will. Teleclub reagierte inzwischen mit einer Pressemitteilung auf den Verlust der Sky Bundesliga Kanäle aus seinem Angebot, machte eine "Neuorientierung von Sky aufgrund gestiegener Rechtekosten" hierfür verantwortlich und verwies diffus auf eine "Sky Sport App", in der Bundesliga enthalten sei und über deren Verbreitung man mit Sky verhandele - und eben auf den Eurosport Bundesliga Kanal.

U19-EM mit passablen Quoten


Der deutsche Fußballsommer geht weiter. Nach Confed Cup und U21-EM ist noch lange nicht Sommerpause. Die deutsche U19 spielt in Georgien bei der EM um den Titel mit. Doch im Auftaktspiel gegen die Niederlande am Montag gab es eine böse 1-4-Niederlage - die aber nicht die tatsächlichen Kräfteverhältnisse widerspiegelt und wohl der mangelnden Erfahrung der Spieler zuzurechnen ist. Das Turnier wird von Eurosport übertragen. Das Auftaktmatch der DFB-Junioren sahen dann dort 280.000 Zuschauer - die meistgesehene Sendung beim Sportsender am Montag, noch vor der Tour de France.

Zudem schlug man hiermit auch das Benefizspiel auf SPORT1 mit Dirk Nowitzki & Co., welches eine Stunde später begann und 190.000 Zuschauer einsammelte.

Das zweite Gruppenspiel am Donnerstag gegen Bulgarien sahen dann sogar 360.000 Zuschauer. Offenbar war vielen der Turnierstart im Fahrtwind des Confed Cups entgangen, weshalb die Quoten erst im Verlauf der Vorrunde anstiegen. An der sportlichen Qualität des Gegners kag es sicherlich nicht, denn der DFB-Nachwuchs gewann souverän mit 3-0.

Mit dem Halbfinale wurde es dann aber doch nichts. Gegen England setzte es im entscheidenden letzten Gruppenspiel dann - wie gegen Holland - ein 1-4. Dieses Spiel sahen dann sehr gute 400.000 Zuschauer.

Tour de France - Wochenrückblick


Das Highlight des Sportsommers neben Wimbledon ist die Tour de France, die insbesondere Eurosport umfangreich überträgt.

Am Montag sahen 240.000 Zuschauer zu, am Dienstag waren es schon 260.000. Mittwoch stieg diese Zahl dann nochmals auf 310.000 Zuschauer an, ein Wert, der dann am Donnerstag auf exakt diesem Niveau gehalten werden konnte. Am Freitag ging die Sehbeteiligung dann etwas auf 250.000 Zuschauer zurück, zum Samstag verlor man dann nochmals 10.000 Zuschauer auf immer noch gute 240.000 Menschen vor den Bildschirmen. Am Sonntag dann eine deutliche Steigerung: 410.000 Zuschauer waren bei der aktuellen Etappe dabei.

Kurz notiert: Wrestling-Quoten und O.J. Simpson


An dieser Stelle mal wieder ein Blick zu ProSieben Maxx: Die beiden Wrestling-Sendungen der WWE, «RAW» und «SmackDown Live» (welches trotz des Namens natürlich nicht Live läuft - live nur bei Sky Sport) sind weiterhin das Aushängeschild des Männersenders mit der Sieben. RAW holte diese Woche gute 310.000 Zuschauer am Mittwoch, SmackDown Live am Donnerstag dann 300.000 Zuschauer. Für beide Sendungen bedeutete das den Tagessieg bei ProSieben Maxx.

Ein seltener Gast im SportCheck ist der Kunst- und Kultursender arte. Dass es der europäische Sender mal hierher schafft, ist einer Doku über einen Ausnahmeathleten geschuldet, der leider spektakulär und vor den Augen der Öffentlichkeit von der Spur abgekommen ist: O.J. Simpson. Wir schreiben das Jahr 1994, der ehemalige Footballspieler der USC Trojans und der Buffalo Bills, einer der besten Running Backs seiner Zeit, wird des Mordes an seiner Exfrau Nicole Brown und Daniel Goldman beschuldigt. Während gerade die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA stattfindet und die NBA Finals auf dem spannenden Höhepunkt sind, liefert sich O.J. live auf allen Kanälen eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Der Fall beschäftigt Menschen und Medien noch heute, war unter anderem Gegenstand einer Miniserie, die zuletzt auf Sky Atlantic lief. Auf arte zeigte man nun die gefeierte fünfteilige Doku «O.J. Simpson: Made in America» - und holte sehr gute Werte. Teil 1 und Teil 2 holten am Freitag je 210.000 Zuschauer, Teil 3, 4 & 5 dann am Samstag sogar 260.000.
10.07.2017 11:00 Uhr  •  Christoph Anheuser Kurz-URL: qmde.de/94311