Aufgrund einer Familientragödie: Zack Snyder legt Arbeit an «Justice League» nieder

Obwohl noch ein paar Drehtage und die Postproduktion anstehen, verabschiedet sich Regisseur Zack Snyder von der DC-Comicadaption. «Avengers»-Regisseur Joss Whedon springt für ihn ein.

Der «Justice League»-Cast

  • Ben Affleck
  • Henry Cavill
  • Amy Adams
  • Gal Gadot
  • Jason Momoa
  • Ezra Miller
  • Ray Fisher
  • Willem Dafoe
  • Jesse Eisenberg
  • Jeremy Irons
  • Diane Lane
  • Connie Nielsen
  • J. K. Simmons
Zack Snyder, der Regisseur hinter Filmen wie «300», «Man of Steel» und «Batman v Superman: Dawn of Justice», hat sämtliche Tätigkeiten an seinem nächsten Projekt eingestellt – dem Superhelden-Teameinsatz «Justice League». Die Big-Budget-Comicadaption, in der sich unter anderem Batman, Wonder Woman, The Flash und Aquaman zusammentun, soll im November dieses Jahres anlaufen und befindet sich derzeit in der Postproduktion, zudem sind zusätzliche Drehtage geplant. Wie 'The Hollywood Reporter' berichtet, möchte Snyder eine Arbeitspause einlegen, um Zeit zum Trauern zu finden, sowie dafür, sich um seine Familie zu kümmern – im März nahm sich Snyders Tochter Autumn im Alter von 20 Jahren das Leben.

Direkt nach diesem tragischen Ereignis wurden die Arbeiten an «Justice League» für zwei Wochen pausiert. Die Gründe dafür wurden damals nur dem engsten Vertrautenkreis von Zack Snyder und seiner Frau Deborah, die am Film als Produzentin tätig ist, bekannt gegeben. Im Anschluss nahm der Regisseur die Arbeit wieder auf, weil er "dachte, es hätte eine erlösende Wirkung, sich in eine Beschäftigung zu vergraben", wie Snyder gegenüber 'The Hollywood Reporter' erklärt. Er kam jedoch letztlich zur Erkenntnis, dass er sich besser seinen weiteren Kindern und dem Rest der Familie widmen sollte, um ihnen in der Trauer um Autumn zur Seite zu stehen.

Vertragsverlängerung

Das Studio Warner Bros. zeigt seinen guten Willen gegenüber Zack Snyder nicht nur im Verständnis für seine Entscheidung, die Arbeit an «Justice League» niederzulegen. Laut 'The Hollywood Reporter' hat Warner unaufgefordert seinen First-Look-Deal mit Snyder verlängert, so dass dieser Projektentwicklungsvertrag nicht durch seine Auszeit beeinträchtigt wird.
Dass Snyder diese Details mit der Fachpresse teilt, erachtet er als bedauerlichen, aber nötigen ersten Schritt, um der Gerüchteküche vorzukommen: "Ich wollte das alles niemals öffentlich machen. Ich dachte, dass es eine Familienangelegenheit bleibt, unser eigener, privater Kummer. Als mir aber klar wurde, dass ich eine Pause nehmen muss, wusste ich, dass im Internet Spekulationen entstehen würden." Das verantwortliche Studio Warner Bros. war laut 'The Hollywood Reporter' willens, die Postproduktion von «Justice League» abzubrechen und den Kinostart auf bestimmte Zeit zu verschieben, um Zack und Deborah Snyder Zeit zu geben, die Tragödie zu verarbeiten und anschließend den Film selber zu beenden, doch das Paar hätte abgelehnt.

Stattdessen holte man in einer gemeinschaftlichen Entscheidung Joss Whedon ins Boot, um «Justice League» fertigzustellen. Whedon inszenierte unter anderem «Marvel's The Avengers» und «Avengers: Age of Ultron», und wurde erst kürzlich als Regisseur eines kommenden «Batgirl»-Films bestätigt. Whedons Aufgabe wird es sein, die anstehenden Drehtage zu betreuen, wobei er sich eng an Vorgaben Snyders halten wird. Er wird auch die Postproduktion betreuen und neue Szenen schreiben, die Snyder nach einer Testvorführung mit befreundeten Branchenkollegen als unerlässlich erachtete. Toby Emmerich, Präsident von Warner Bros. Pictures, betont, dass diese Szenen auf Snyders Wunsch entstehen und die Geschichte des Films verdeutlichen sollen, und nicht etwa das DC-Filmuniversum weiter aufbauen oder den Tonfall des Films verändern werden. Der deutsche Kinostart von «Justice League» ist für den 16. November 2017 vorgesehen.
23.05.2017 10:13 Uhr  •  Sidney Schering Kurz-URL: qmde.de/93326