Keine Einigung: Produktionsstart von «The Big Bang Theory» geplatzt

Eigentlich hat CBS die Sitcom «The Big Bang Theory» bis 2017 verlängert – jetzt steht die neue Staffel aber auf wackligen Füßen. Der Produktionsstart muss verschoben werden, es wird noch über Geld verhandelt.

Mit zunehmendem Erfolg kommen auch zunehmende Begehrlichkeiten. Das war im amerikanischen Fernsehen schon so gut wie immer der Fall. Die NBC-Sitcom «Friends» ging ihrer Zeit als das Format an, das seine Stars am besten bezahlte. Später rückte Charlie Sheen mit «Two and a Half Men» auf diese Position und nun sind die fünf Hauptdarsteller von «The Big Bang Theory» drauf und dran mit ihm mindestens gleichzuziehen. Eigentlich sollten in dieser Woche die Dreharbeiten zur neuen Staffel der amerikanischen Sitcom beginnen. Die Kameras und Scheinwerfer bleiben aber aus, Johnny Galecki, Jim Parsons, Kaley Cuoco-Sweeting, Kunal Nayyar und Simon Helberg haben noch keinen neuen Vertrag für die Comedy-Sendung unterschrieben.

Hinter den Kulissen laufen seit Wochen Verhandlungen. Zwischen dem Sender CBS und dem Studio Warner Bros. ist seit Längerem alles klar. CBS hatte im Frühjahr sein großes Vertrauen in das Format bekundet und gleich drei weitere Staffeln der Produktion von Chuck Lorre bestellt. Bis 2017 wird die Serie dem Willen der beiden Player also im US-TV zu sehen bleiben. Die Lizenzgebühren liegen bei zwischen fünf und sechs Millionen US-Dollar pro Folge – ein neuer Rekord im amerikanischen Fernsehen.

Von dem Batzen Geld wollen nun auch Galecki, Parsons, Cuoco-Sweeting, Nayyar und Helberg etwas abhaben. Nach amerikanischem Recht können Schauspieler nämlich nach sieben Jahren ihre Gagen nachverhandeln lassen. Es sind schwierige Gespräche, wie US-Medien berichten, denn natürlich haben die Schauspieler eine gute Verhandlungsposition. CBS, Warner und auch Produzent Chuck Lorre haben schon einmal bewiesen, dass eine gewisse Grenze nicht überschritten werden darf. Als Charlie Sheen das tat, schmissen die beiden ihren «Two and a Half Men»-Star einfach raus und ersetzten ihn durch Ashton Kutcher.

Das US-Magazin Dealine berichtet derzeit von einer gewissen Annäherung zwischen Schauspielern und Produktion, jedoch auch davon, dass die Vorstellungen die Bezüge betreffend nachwievor weit auseinander klaffen. Für den 22. September hatte CBS eigentlich den Staffelstart mit einer Doppelfolge geplant – das ist auch mit den jetzt entstehenden Verzögerungen noch locker zu schaffen. Selbst wenn erst in zwei bis drei Wochen gedreht werden könnte, wäre der einst angedachte Termin noch nicht in Gefahr.

Ab kommender Woche soll Tag für Tag entschieden werden, ob «The Big Bang Theory» produziert werden kann oder nicht. Eine Lösung könnte es sein, die Stars noch kräftiger auch an späteren Einnahmen (über Auslandsvermarktung oder US-Syndicationdeals) zu beteiligen.
31.07.2014 10:02 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/72177