Mit Tietjen zum Comeback

Jenny Elvers macht sich in einer Talkshow diese Woche zum Gespött der Nation. Hätte man die Sendung stoppen sollen? Man hätte damit das Comeback gestoppt.

Haben Sie in den letzten zehn Jahren über einen Gast aus der Vorabendsendung «DAS!» gesprochen? Bestimmt nicht. Ansonsten mache ich mir auch wirklich Sorgen um Sie. Diese Woche war es allerdings anders. Jenny Elvers war allem Anschein nach vollkommen betrunken als Gast in der Show und zeichnete sich dabei nicht nur um Kopf und Kragen.

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Auf YouTube war der Clip binnen kürzester Zeit ein Hit. Kam darüber wieder zurück in die Presse und am Ende wieder ins Fernsehen. Virales Marketing der Superlative. Macht man sich nun über Jenny Elvers lustig? Das ist einfach und billig. Vor allem würde man sich dabei nicht über einen X-Promi lustig machen, sondern eher über eine schlimme Krankheit. Alkoholismus. Das ist nicht lustig.

Im Endeffekt ist es sehr viel spannender die Umstände zu deuten. Niemand hat sich zuvor mehr so richtig für die Dame interessiert. Wer war das nochmal? War sie nicht bekannt? Egal. Vergessen. Nun ist sie wieder da! Jenny Elvers ist zurück. Der Grund ist tragisch und mittlerweile ist sie wohl laut der Presse in einer Entzugsklinik. Hätte Moderatorin Bettina Tietjen abbrechen sollen? Das Fiasko vor der Kamera beenden? Im Endeffekt ist Frau Tietjen mit ihrer Entscheidung die Sendung laufen zu lassen nun das beste Comeback für Jenny Elvers. Die BILD liebt solche Geschichten. Ein gefallener TV-Engel auf dem Weg zurück ins Rampenlicht. Der Kampf zurück auf die Bühne.

Frau Elvers wird längst ein Angebot für ein Buch im Hause haben. Mein Weg zurück ins Licht. Sie wird Gast in Talkshows sein und nüchtern über ihre Krankheit sprechen dürfen. Ist geheilt wieder als Gast für einen Jauch interessant. Vielleicht spielt sie sogar in einem TV-Zweiteiler eine alkoholkranke Mutter? Man kann sich da viele Optionen vorstellen. Ich sehe jetzt schon einen sich über den Tisch beugenden Beckmann und seine Fragen nach der Zeit in der Klinik.

Ein einfacher Knastaufenthalt wie bei Paris Hilton wäre ein kurzes Strohfeuer für die Medien gewesen. Hier ergibt sich nun eine Geschichte. Insofern ist es das wohl beste Comeback was sich Jenny Elvers wünschen konnte. Es ist jetzt schon sicher.

Was ebenso gut funktioniert hätte? Menschen und gute Freunde, die sie ohne einen TV-Auftritt in eine Klinik geschickt hätten. Damit wäre ihr früher geholfen worden und das Publikum wäre von einem unnötigen Comeback verschont geblieben.

Ihr

Rob Vegas

Mehr über Rob Vegas erfahren Sie auf seiner Webseite.
23.09.2012 20:30 Uhr  •  Rob Vegas Kurz-URL: qmde.de/59320