Schnappt sich Sky Olympia-Rechte?

Bis Ende der Woche können die europäischen Fernsehsender ihr Angebot für die Rechte an den Olympischen Spielen 2014 und 2016 abgeben.

Am Freitag endet die Frist, um sich für die Übertragungsrechte der Olympischen Spiele 2014 und 2016 zu bewerben. Bis dahin können die europäischen Fernsehanstalten ihr Angebot abgeben – ob erneut ARD und ZDF den Zuschlag erhalten, ist bei Weitem nicht sicher. Die öffentlich-rechtlichen Kanäle, die zur European Broadcasting Union gehören, hatten Ende 2008 einen Dämpfer hinnehmen müssen. Das IOC hatte ihr Angebot in Höhe von rund 640 Millionen Euro abgelehnt – zu niedrig, hieß es angeblich.

Medienberichten zufolge möchte das IOC mehr als eine Millarde Euro aus den TV-Geldern in Europa generieren und somit die Verluste aus den USA ausgleichen. Dort will der Sender NBC nicht mehr so viel bezahlen, wie bei der zurückliegenden Vergabe. In Deutschland bemühen sich neben den Sendern ARD und ZDF auch die Sportrechteagenturen Sportfive und Infront um den Zuschlag. Zudem hat der Bezahlsender Sky Interesse, der als größte Konkurrenz zu ARD und ZDF gilt.



In Italien hat Sky Italia dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen RAI die Rechte bereits weggeschnappt, was zu großer Aufregung bei der RAI führte. Für Deutschland zeichnete der italienische Sender nun ein ähnliches Bild. Sollte der deutsche Pay-TV-Anbieter in der Tat den Zuschlag für die Übertragung der beiden Spiele bekommen, dann müsste er allerdings 200 Stunden Olympia ans freiempfangbare Fernsehen weitergeben. Hier hat angeblich die ProSiebenSat.1 Media AG erstes Interesse bekundet, heißt es im Tagesspiegel.

Die Rechte für 40 Nebenmärkte, zu denen vor allem die kleineren Länder zählen, sind übrigens bereits seit einiger Zeit vergeben. Hier setzte sich Sportfive gegen Infront durch. Nach dem Ablauf der Bewerbungsfrist will die IOC recht schnell entscheiden, wer in Deutschland 2014 und 2016 Olympia zeigen darf.
27.07.2009 08:38 Uhr  •  Manuel Weis Kurz-URL: qmde.de/36325