15 Jahre ProSieben: Das Jahr 2002

Es ist Montag und es ist der 13. Januar. Also, was ist an diesem Tag ? Natürlich, die neue ProSieben Kolumne ist da. Heute wollen wir einen Zeitsprung in das Jahr 2002 machen und nochmal das letzte Jahr Revue passieren lassen.





Am 15. Januar lief auf ProSieben die letzte „Andreas Türck“-Folge. Die Fans waren alle schockiert, als Andreas Türck das Aus im Herbst 2001 verkündete.





Schlegl, übernehmen Sie heißt das Kommando bei ProSieben. Nach kress-Informationen startet Viva-Moderator Tobias Schlegl am 16. Januar auf dem Kirch-Sender mit seiner neuen Show "Absolut Schlegl" - täglich um 15 Uhr als Nachfolger von Andreas Türck. Der talkt am 15. Januar zum letzten Mal. Daily Talk ist bei Schlegl allerdings nicht angesagt. Couch Potatoes, die Produktionsfirma von Bärbel Schäfer, hat ihm eine Personality-Show auf den Leib geschneidert, die ProSieben als "erste Late Night des Tages" positionieren will. Produziert wird in Köln, Couch Potatoes baut derzeit eine Redaktion auf.





Noch um Jahr 1998 erreichte Andreas Türck 29,8 Prozent Marktanteil und meist Zuschauer von mindestens 1,5 Millionen Zuschauer, bei Liebessendungen sogar weit über zwei Millionen Zuschauer (Daten vom 14. Dezember 1998). Doch die Einschaltquoten sanken seit dem Jahr 2000 und mittlerweile ist der Tiefpunkt erreicht. Andreas Türck sagte noch, er wolle aussteigen, bevor der Sender seine Sendung absetzt und er habe genügend in vier Jahren Talk gelernt. Auch „Lovestories“ die Spin-Off-Show von „Andreas Türck“ wurde eingestellt. Allerdings wollte das Andreas nicht. Noch in der letzten Sendung sagte er, er würde sich auf die fünfte Staffel im Herbst freuen. Da machte ihn aber ProSieben ein Strich durch die Rechnung und setzte die Show ab, da sich die Zuschauerzahlen nicht weiterentwickelten. Mittlerweile muss man sagen, dass die Quoten von „Lovestories“ höher waren, als die jetzigen von „Futurama“ und „Switch“.





Jedenfalls talkte Tobias Schlegl ein dreiviertel Jahr auf den 15-Uhr-Sendeplatz. Das Ergebnis: Die Quoten waren weg und viele Zuschauer wanden sich anderen Sendern zu. Dadurch erreichten andere Sender Spitzenquoten.





Um 16 Uhr ging es ab März mit Sonya Kraus und Alexander Mazza mit „Clip Mix“ los. Die Show, deren Konzept so alt ist, wie das Fernsehen, wurde schon im September wieder eingestellt. Auch hier verschwanden die Zuschauer zu anderen Sendern und „Clip Mix“ verfolgten nur eine halbe Million Zuschauer. Zum Vergleich: Auf VOX sahen zur selben Zeit 900.000 Menschen die neuen Folgen von „7th Heaven“.





Im Januar wollte ProSieben mit „Galileo – The Game“ das noch Erfolgslose Magazin „Galileo“ ausbauen. Das Quiz schaffte mit 2,02 Millionen Zuschauer einen wunderbaren Auftakt, welcher schnell verschwand, „Galileo – The Game“ wird nach dreizehn Folgen nicht fortgesetzt. Einen positiven Aspekt ist dennoch zu erkennen: Durch „Galileo – The Game“ sind viele Zuschauer zu „Galileo“ gewandert und sind nun dort geblieben. „Galileo“ erreichte im letzten Jahr dreimal die höchste Einschaltquote. Im Sommer um die 2,4 Millionen und in einer Herbstwoche 2,6 und 3,13 Millionen Zuschauer.





Im März und April waren alle auf der Suche nach drei Agenten in „Mission Germany“. Oder sollten es, denn die Abenteurershow floppte gewaltig. Meist nur weniger als eine Million Zuschauer sahen das Format. „Friends“ erreicht mittlerweile 1,4 Millionen Zuschauer. Moderatorin Miriam Pielau konnte dennoch beim Sender bleiben, da sie zusammen mit Dominik Bacheier „taff“ moderiert. Sie übernahmen das Boulevardmagazin von Anna Bosch und Stefan Pinnow, die die Quoten in den Keller tragen. Mittlerweile sind die Quoten wieder am steigen, werden aber noch durch das schwache LeadIn aufgehalten.





Sechs Wochen musste „TV total“ Sommerpause machen, um sich von den sinkenden Einschaltquoten zu erholen. Doch auch die „Sex and the City“-Hour und „Buffy“, sowie der Donnerstagnacht-Spielfilm kamen nicht an.





Im Sommer wollte ProSieben-Geschäftsführer Nicolas Paalzow einen heißen Sommer bescheren: Neue Folgen von „Seven Days“ und die erste Staffel von „Emergency Room“. Doch nicht alles ging auf: „ER“ und „SD“ erreichten nur knapp 1,7 Millionen Zuschauer. „ER“ wurde sofort abgesetzt, „SD“ strahlte man weiterhin aus. Da entschloss man auf die Kampagne „Sunblocker“ zu setzten. Sechs mal die Woche gab es Spielfilme, meist irgendwelche billigen, die sich keiner anschaute.





Im Herbst probierte man eine neue Kampagne aus: „Entertainment XXL – Welcome to ProSieben City“. Der Claim und der dazugehörige Song von Robbie Williams „Let Me Entertain You“ wurde zum neuen Erkennungszeichen und so läuft die Herbstkampagne auch noch im Winter.





Im Herbst strahlte man montags den „Quatsch Comedy Club“ und die brandneue „Sketch Show“ ab 21.15 Uhr aus. Die Quoten waren überzeugend: Beide Comedyshows werden meist von 2,5 Millionen Zuschauer gesehen.





Am Dienstag positionierte man neue Folgen von „ER“, die 2,4 Millionen sehen, „Sex and the City“, 2,6 Millionen und die floppende Sitcom „Coupling“, an der ProSieben trotz 1,5 Millionen Zuschauer weiter festhält.





Mittwochs kam die „Scary Night“ zurück. „Charmed“ begeistert immer noch 2,5 Millionen und Sarah Michelle Geller’s „Buffy“ ist endgültig Tod: Nur 1,9 bis 2,1 Millionen sehen die Vampierjägerin.





Das war auch schon das Jahr 2002. Wenn Sie ein bisschen mehr von „15 Jahre ProSieben“ erwartet haben, können sie sich auf nächsten Monat freuen. Dann gibt es ein besonderes Special.
13.01.2003 00:01 Uhr Kurz-URL: qmde.de/1548