Sportcheck

Der Supermarkt macht zu

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Während in Italien trotzdem weiter verhandelt wird, wartet die Medienwelt auf die Mitteilung der Premier League. Das größte Fragezeichen liefert Amazon. Sky UK hat derweil schon mal mit dem Erwerb von Rugby-Rechten auf sich aufmerksam gemacht.

Rechte-Transfer-Karussell


Sporthighlights der kommenden Woche

  • täglich ab ca ein Uhr bis ca 15.30 Uhr: Olympische Winterspiele in PyeongChang (Das Erste und ZDF im Wechsel, Eurosport/TLC)
  • Dienstag, 20.45 Uhr: UEFA Champions League Achtelfinale: u.a. Juve - Tottenham (Sky)
  • Mittwoch, 20.45 Uhr: UEFA Champions League Achtelfinale u.a. Real Madrid - Paris (Sky/ZDF)
  • Donnerstag, 19 Uhr: Handball Bundesliga Flensburg - Melsungen (Sky)
  • Donnerstag, 21 Uhr: UEFA Europa League Neapel - Leipzig (Sport1/ Sky)
  • Samstag, 18.30 Uhr: Bundesliga Schalke gegen Hoffenheim (Sky)'
  • Sonntag, 15.30 Uhr: Tennis ATP Tour in Rotterdam - Finale (Sky)
  • Sonntag, 18 Uhr: Bundesliga Gladbach - Dortmund (Sky)
  • Quotenmeter Exoten-Tipp NBA All-Star-Weekend (ab Samstag, 3 Uhr, DAZN)
Während der deutsche Markt in Sachen Sportrechten in diesen Wochen und Monaten ziemlich leer gefegt ist, stehen den TV-Managern in Italien und England die Schweißperlen auf der Stirn. In Italien machte die Serie A ihren TV-Deal Anfang vergangener Woche fix. Sehr zum Bedauern von Sky Italia wurde man sich mit der spanischen Firma Mediapro einig – für 1,05 Milliarden Euro pro Saison. Das waren 10 Prozent mehr als die Firma anfangs zahlen wollte. Dafür müssen Fans in Italien ab Sommer bittere Pillen schlucken. Der Spieltag wird total zerpflückt. Die großen Fußballnachmittage weichen, dafür gibt es nun bald acht Anstoßzeiten. Fortan soll regelmäßig am Samstag um 15 Uhr, aber auch sonntags um 18 Uhr und Montags um 20.30 Uhr gespielt werden. Bisher hatte die Serie A fünf feste Spieltermine. Zudem will Mediapro alle Spiele selbst produzieren und eventuell auch vermarkten. Zuletzt wurden einzelne Partien noch von den Vereinen selbst aufgenommen.

Ein Streit ist derzeit über die genaue Rolle von Mediapro entbrannt. Liefern sie nur die Produktion oder machen sie einen eigenen Ligasender? Letzteres stünde wohl ihrer Rolle während des Bieterprozesses als Rechteagentur gegenüber. Für Sky ist das keine unwichtige Frage, würden sie doch vermutlich gerne redaktionelle Inhalte zur Serie A selbst beisteuern. Verhandlungen zwischen Mediapro und Sky Italia zur Sublizensierung laufen bereits.

In England war am Freitag dann der Big Day. Die Bieterrunde für die Pay-Rechte der Premier League ist zu Ende gegangen. Weil eine Mitteilung der Liga ausblieb, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen, dass die Rechte erst in einem zweiten Durchgang, der am Dienstag endet, über den Tisch gehen. Experten rechnen damit, dass sich die TV-Rechte nochmal verteuern – die Premier League könnte aus dem nationalen Markt nochmal rund 30 Prozent mehr herausquetschen. Sieben Pakete mit jetzt 200 Live-Spielen wurden angeboten – kein Anbieter darf mehr als 148 Spiele halten – das wären maximal fünf Pakete. Konkrete Voraussagen waren zuletzt nur noch schwammig zu hören. Das größte Fragezeichen geht in Richtung Amazon, denen mal mehr, mal weniger und zuletzt wieder mehr Interesse an zwei kleinen Paketen mit insgesamt rund 40 Spielen nachgesagt wurde. Es handelt sich hierbei um spezielle Spieltage (unter der Woche) mit zahlreichen Parallel-Spielen. Das Paket wurde extra als Einstiegs-Paket für Sender der „FAANG“-Kategorie geschnürt und könnte über 100 Millionen Pfund pro Jahr kosten.

Es wird erwartet, dass Sky England weiterhin Ligasender Nummer 1 bleibt – und sich erneut vier bis fünf Pakete mit um die 120 Spiele sichert. BT Sports hatte sich zuletzt schon als Nummer 2 auf dem nationalen Sportmarkt gesehen – gegen einen ganz großen Invest sprechen zur Zeit die eher verhaltenen Abo-Zahlen, die BT mit den großen Sportrechten (u.a. exklusive Champions League) verbucht. BT könnte ein, maximal zwei Premier League Pakete an sich binden. Englischen Medienberichten zufolge wollen Sky und BT (wenig überraschend) den Markteintritt von Amazon unbedingt verhindern; und hätten auch deshalb Ende 2017 ihre große Kooperation abgeschlossen. Ab 2019 können Kunden der beiden einstigen Konkurrenten auch die Angebote des anderen buchen. Also: Sky-Kunden bekommen die Champions League auf BT Sports zu sehen, BT-Kunden können etwa Serien bei Sky Atlantic anschauen.

Zugeschlagen hat Sky in England übrigens im Rugby-Bereich. Die Sportart ist auf der Insel relativ populär – nicht wenige meinen, sie sei die Nummer 2 nach Fußball. Sky England hat einen neuen Fünf-Jahres-Deal mit der National Rugby League in Australien geschlossen – somit wird Sky nun pro Saison rund 200 Rugby-Spiele zeigen. Der Sender halt auch Rechte an der nationalen Liga. Die Anzahl an Live-Spielen der Sportart wird somit fast verdoppelt.

Olympia-Wochenende 1


Seit Freitag laufen die Olympischen Spiele, die in Deutschland neben ARD und ZDF auch großflächig auf Eurosport und TLC übertragen werden. TLC, bisher ein Frauensender, der Koch- und Backshows zeigte, ist dabei als Sportsender noch nicht wirklich im Gedächtnis verankert. Am Samstag holte man am frühen Nachmittag zu einer Rennrodel-Übertragung rund 70.000 Zuschauer – die beste Reichweite des Tages. Fast parallel punktete Eurosport mit Skispringen – Andi Wellinger bescherte Deutschland da das zweite Gold. Rund 380.000 Menschen verfolgten das Springen. «Team D», die anschließend gezeigte Sendung aus dem Deutschen Haus, kam dann noch auf etwa 270.000 Olympia-Fans.

Am Sonntag stiegen die Werte nochmal an. Die erfolgreichste Eurosport-Sendung des Tages war Rennrodeln; ab 13.50 Uhr schauten hier schöne rund 660.000 Menschen zu, die um 15 Uhr gestarteten Snowboard-Wettbewerbe kamen dann noch auf etwa 300.000 Seher.

Ein Erfolg war am Samstagabend durchaus die Olympia-Show «zwanzig18» - der Versuch, Sport und Unterhaltung zu mischen, ging gar nicht so daneben. Bedenkt man die enorme Konkurrenz («DSDS», «Das Ding des Jahres»), sind um die 300.000 Zuschauer auf zwei Sendern kein Ergebnis von schlechten Eltern. Rund 250.000 sahen das Format aus München bei Eurosport, weitere 40.000 bei TLC.

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