Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis Seth MacFarlane bei seinem anhaltenden Erfolg und mit der in ihm schlummernden kreativen Energie auch die Kinosäle dieser Welt unsicher machen würde. Dass dies nun in Form eines Realfilms geschieht, kam dann allerdings doch ein wenig überraschend, hat sich der studierte Animationskünstler doch vor allem als Schöpfer der unzählige US-amerikanische Eigenarten treffend auf die Schippe nehmenden und mittlerweile Kultstatus genießenden Zeichentrickserien «Family Guy» und «American Dad» einen Namen gemacht. Dabei wurde der noch jungen Karriere MacFarlanes schon recht früh ein Dämpfer verpasst, sah sich «Family Guy» doch bereits nach drei Staffeln mit einer frühzeitigen Absetzung konfrontiert. Lautstarke Fan-Proteste, erfolgreich laufende Wiederholungen und in erster Linie die profitablen DVD-Verkäufe konnten die Serie jedoch zwei Jahre später wiederbeleben. Mit diesem frischen Wind im Rücken wurden schließlich auch MacFarlanes Folgeprojekte «American Dad» und «The Cleveland Show» (ein bislang noch nicht in Deutschland ausgestrahltes Spin-Off zu «Family Guy») ansehnliche und ebenso wie «Family Guy» noch heute produzierte Erfolge. Aus heutiger Sicht ist dies umso erfreulicher, wäre die Realisierung seines kühnen Kinodebüts «Ted» ansonsten wohl eher fraglich gewesen und dem geneigten Zuschauer in diesem Jahr somit zweifellos ein Komödienhighlight entgangen.
«Ted» trägt über weite Strecken deutlich die Handschrift Seth MacFarlanes, was jedoch nicht allzu sehr verwundert, ist dieser doch sowohl Regisseur, Co-Autor und Produzent des Films als auch Originalstimme des titelgebenden Protagonisten. Allein schon ebenjene Hauptfigur weist nicht zu leugnende Parallelen zum außerirdischen Roger aus «American Dad» oder zum Hund Brian aus «Family Guy» auf. Anders als letzterer ist Ted als sprechender Bär für die Menschen in seiner Umgebung zunächst allerdings in der Tat noch etwas Außergewöhnliches. Doch als der damit einhergehende anfängliche Weltruhm allmählich verblasst, führt auch er größtenteils selbstverständlich ein Leben inmitten der Menschen. So absurd die Idee des lebendigen Teddybärs vielleicht auch sein mag, so genial funktioniert sie letztlich in der Praxis. Ted ist zweifellos das Herzstück des Films und vor allem des schonungslosen Humors. Sein Lebensstil und seine derbe Ausdrucksweise sorgen in Kontrast zu seiner harmlosen Erscheinung für zahlreiche Lacher. Ohnehin hat MacFarlanes Film eine erstaunlich hohe Gagdichte vorzuweisen. Mit seinen oftmals originellen und nicht selten auch herrlich politisch unkorrekten Dialogen wirkt er insbesondere im höhere Altersfreigaben nur allzu gern meidenden Hollywoodkino überaus erfrischend.
Durch den konsequenten Fokus auf den humoristischen Aspekt des Films, wird über dessen gesamte Laufzeit leider die Erzählung einer einfallsreichen Handlung ein wenig vernachlässigt. Das, was die Komik an Biss und Originalität oftmals bietet, lässt die Story bedauerlicherweise an vielen Stellen vermissen. Auffällig wird dies vorwiegend gegen Ende der Komödie, wenn als dezente Anbiederung an den Massengeschmack dann sogar der über etwaige Handlungsschwächen gekonnt hinweg täuschende Humor zu Gunsten etwas kitschiger Szenenabläufe ein wenig zurückstecken muss. Während auf emotionaler Ebene der Anfang des Films durch die bewusste Überspitzung und den durchaus niedlich wirkenden Ted noch gut funktioniert, fallen einige leicht klischeebeladene und darin sogar ernster gemeinte Dialoge in den letzten Minuten weniger ergreifend aus. Doch letzten Endes weiß auch hier stets ein nachgereichter witziger Einfall oder eine anstößige Bemerkung Teds das Ruder in der Regel noch einmal gerade so rumzureißen. Darüber hinaus ist es auch den grundsympathischen Figuren zu verdanken, dass man, selbst in einer überraschungsarmen Handlung, Interesse für ihr Schicksal aufbringt.
Ted Seth MacFarlane