Forenecho: «DSDS» so schlecht wie nie!?

Zum Abschluss der neunten Staffel zogen unsere Forenuser ein Fazit: War die Sendung tatsächlich so schwach wie nie zuvor? Wie kam der Sieger Luca Hänni an?

Mit nur 4,71 Millionen Zuschauern endete am Samstagabend die neunte «Deutschland sucht den Superstar»-Staffel so schwach wie nie zuvor. Zwar war die Gesamtnutzung der Fernsehgeräte deutscher Haushalte vergleichsweise gering, doch auch die Marktanteile lagen glasklar unterhalb denen der Vorjahre. Mit insgesamt 18,1 Prozent fehlten mehr als fünf Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und sogar mehr als sechs gegenüber 2010. Fast noch deutlicher fiel der Bedeutungsverlust in der besonders wichtigen werberelevanten Zielgruppe aus: Mit 28,3 Prozent war man rund zehn Prozentpunkte von den beiden Vorjahren entfernt. Doch war der neunte Durchgang tatsächlich so mies oder hat das schwache Abschneiden andere Ursachen? Wie kam das Finale insgesamt an und was halten unsere Forenuser vom Gewinner Luca Hänni?

Um es gleich vorweg zu nehmen: Eine sehr große Mehrheit der Benutzer ist der Meinung, dass diese Staffel tatsächlich miserabel gewesen und der Quotenrückgang absolut gerechtfertigt ist. Bereits im Vorfeld der Finalshow hat es dieses Mal kaum Vorfreude auf die letzte Sendung gegeben. So leitet S!lent die Diskussion mit der rhetorischen Frage ein, ob die Programmverantwortlichen "uns das Finale nicht ersparen" könnten. Auch Lois ist überhaupt nicht zufrieden mit den beiden Finalisten und findet diese eher "traurig, traurig, traurig", während sich Doug Heffernan sicher ist, sich "dieses Finale nicht" anzutun. Als zu Wochenbeginn der Titel des Siegersongs ("Don't Think About Me") feststeht, spekuliert TomR sogar bereits, ob man damit eventuell "auf die stark verringerte Halbwertzeit des Gewinners anspielen" möchte. Ganz anders sieht es AndiK., sich auf "ein interessantes Finale" freut und sogar noch an Spannung in der letzten Sendung glaubt.

Aber diese Meinung hat er nicht nur vor, sondern auch während der Finalsendung ziemlich exklusiv, denn kaum jemand ist am Samstag mit dem Präsentierten zufrieden. Allerdings gibt der eine oder andere zu, nur reinzuschauen, "weil nichts anderes kommt", wie es S!lent formuliert. Wesentlich entsetzter ist TomR, der sich zunächst fragt, "was sich RTL dieses Jahr nur gedacht hat, die Live-Shows so zu verunstalten", bevor er einige Minuten später in die Runde fragt, ob es nur ihm so vorkomme, dass "das Finale echt so hammermäßig einschläfernd" sei. Regelrecht verärgert gibt sich Duffman, der eigenen Angaben zufolge zuvor noch keine Sendung dieser Staffel gesehen hat und entsetzt die Frage stellt, ob "diese zwei Nasen die besten von einigen Tausend sein sollen". Markus F. bezeichnet das Gesehene wenig später als "schlimmstes «DSDS»-Finale aller Zeiten", während es Sweety-26 einige Stunden nach der Show als "Finale ohne Glanz und Glamour" zusammenfasst.
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Natürlich war ein weiteres Gesprächsthema der Sieger der Sendung, Luca Hänni. Auch dem jungen Schweizer gegenüber können sich unsere User kaum ein positives Wort abringen, die Kritik überwiegt auch hier sehr deutlich. So fragt sich Merlin, was "denn dieser Luca auf der Bühne will", da sein "Stimmchen ja dünner als eine Nähnadel" sei. Er ist sich sicher, dass er bei «The Voice» "gleich in den Blind Auditions geflogen wäre" und es beim RTL-Format "nur noch ums Aussehen" gehe. Markus F. sieht dies ähnlich und ist der Meinung, dass sowohl Luca, als auch sein von unseren Forenusern insgesamt nur für unwesentlich stärker befundener Kontrahent Daniele Negroni "im besten Fall einigermaßen singen können". Dem schließt sich Steffi_ an, denn auch sie glaubt, dass "die beiden Finalisten dem Titel 'Superstar' nicht wirklich gerecht werden". Allerdings attestiert sie Daniele zumindest eine "rauchige Stimme", die zwar "alleine einen Song nicht trägt, [...] sich in einer Band jedoch super machen würde".

Für Luca hingegen hat kaum jemand ein Lob übrig. Ein ebenfalls häufig genannter Kritikpunkt ist seine englische Aussprache, die laut Merlin schlicht und einfach "grottig" sei. Für Steffi_ wiederum "grenzt es schon fast an Realitätsverlust", den Sieger "mit seiner schlechten Englischaussprache über den Klee zu loben wie Bruce und Bohlen es getan haben". Die Benutzerin nimmt insbesondere Ersteren in die Verantwortung, da sie es für "beschämend" hält, dass dieser offenbar "nicht gehört hat, wie schlecht Luca das 'th' [...] als 'te' ausgesprochen hat". Darüber hinaus hält sie dessen Auftritte immer für "todlangweilig".

Ein noch beliebteres Diskussionsthema als der Gewinner ist allerdings der Siegertitel "Don't Think About Me", der laut Ansicht einiger User auffällige Gemeinsamkeiten mit dem Siegersong der vergangenen Staffel von Pietro Lombardi, "Call My Name", besitzt. So wirft Duffman Komponist Dieter Bohlen vor, "einfach den Siegertitel vom letzten Jahr" kopiert zu haben, da dies aufgrund hoher Verkaufszahlen "ja ganz gut geklappt hat". Niki umschreibt diesen Vorwurf charmanter als "Patchwork-Popsong", während Markus F. es "selbst für «DSDS» mehr als schwach" findet, "jetzt schon eine Kopie von der Kopie" zu produzieren. Er glaubt deshalb auch bereits den Siegertitel der zehnten Staffel zu kennen und tippt auf "Don't Think About My Name". Eher belustigt ist falke16 von der Tatsache, dass "alle sofort an Pietros Song denken mussten".

Doch auch abgesehen von den Plagiatsvorwürfen ist S!lent der Meinung, dass dieses Lied kompositorisch "schrecklich" sei: Die "Bridge und der Refrain" seien "vom Text her semioptimal, weil es komplett von der Melodie abgehoben klingt". Duffman glaubt zudem erkannt zu haben, dass Jurorin Nathalie Horler "durch die Blume [gesagt] den Song zum Kotzen findet". Er prognostiziert zudem, dass "der Sieger dieses Jahr keine Nummer 1 landen wird". Dies kann sich falke16 wiederum nicht vorstellen, da ihn "die Meute wieder kaufen wird", bevor Song und Sieger "in einem Jahr wieder Geschichte sind". Die deutliche Kritik möchte nur Sebb. relativieren, der das Werk für "gar nicht so schlecht" hält und glaubt, dass "Standing Still" vom deutschen Eurovision Song Contest-Teilnehmer Roman Lob "auch nicht besser" sei.

Nach all den negativen Kommentaren zur Finalshow überrascht es kaum, dass auch das Staffelfazit einigermaßen vernichtend ausfällt. Dabei fällt der Wortlaut "schwächste Staffel aller Zeiten" gleich von zwei Usern innerhalb weniger Stunden (TomR und Sebb.). Ersterer schreibt zudem, dass "RTL das Format ruiniert" habe und "in dieser Form auf keinen Fall mehr gesendet werden sollte". Ähnlich äußert sich auch Waterboy, der die Staffel als die "grausigste überhaupt" bezeichnet und zudem auch gemerkt zu haben glaubt, dass man "von den Medien komplett und am Ende selbst vom Zuschauer ignoriert wurde". Deshalb werde man "in nicht einmal zwei Monaten vom Sieger nichts mehr hören", was RTL seines Erachtens dazu veranlassen wird, etwas zu ändern – allerdings nicht zum Positiven.

Merlin gibt zudem an, sich bereits nach den Castings verabschiedet zu haben und begründet es folgendermaßen: "Langweilige Kandidaten, ein beschämender Bruce Darnell, eine überfrachtete Inszenierung der Live-Auftritte und die üblichen Dramen konnten mich nicht mehr zum Einschalten bewegen." An Rodon sei sogar "die Staffel so richtig schön vorbeigerauscht" –– "mit Absicht", wie er hinzufügt. Und auch für Steffi_ besitzt die Sendung "keinen Reiz mehr", da "viel zu viel Wert darauf gelegt" werde, "das Privatleben der Kandidaten auszuschlachten, ohne Rücksicht auf deren zumeist jugendliches Alter". Dies gelte insbesondere auch für die Castingausgaben, die "mehr einer Comicsendung, denn einem seriösen Casting geglichen haben" und die deshalb auch "niemand mehr lustig zu finden scheint".

30.04.2012 09:45 Uhr  •  Manuel Nunez Sanchez Kurz-URL: qmde.de/56410

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