«Three Rivers»: US-Flop startet in Deutschland

Nur eine Staffel überlebte die Serie «Three Rivers» in den USA - sixx zeigt sie nun ab Freitagabend.

Für CBS läuft in dieser TV-Saison vieles nach Plan. Nach wie vor ist man Marktführer beim Gesamtpublikum, in der Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen musste man sich nur knapp FOX geschlagen geben. Doch das heißt noch lange nicht, dass der Sender in der Vergangenheit alles richtig gemacht hat: Zwischen großen Quoten-Erfolgen wie dem rundumerneuerten «Two and a Half Men» oder «NCIS» haben sich nämlich hin und wieder auch Flops eingeschlichen. Dazu gehörte beispielsweise «Three Rivers»: Mit knapp 7,5 Millionen Zuschauern erreichte die Serie 2009 zu schlechte Quoten. Nach nur 13 Folgen war deshalb schon wieder Schluss. Die letzten Folgen wurden im, wenig attraktiven, Sommerprogramm versendet.

Und dennoch kommt das Mediziner-Drama nun auch nach Deutschland. Die 13 Folgen werden jedoch bloß bei sixx zu sehen sein. Der Frauensender macht damit seinem Namen alle Ehren und bemüht sich wiederholt um seine zahlreichen Serienfans: Bei Sendern wie ProSieben oder Sat.1 hätte die Serie wohl kaum Anklang gefunden, zu groß sind die Quoten-Ansprüche der Privatsender. Da kommt ein kleiner Spartensender wie sixx gerade recht. Schon zuletzt nahm man häufig Serien ins Programm auf, die in ihrem Heimatland kurzlebig waren. Hier ist zum Beispiel «Miami Medical» zu nennen, das zufälligerweise ebenfalls bei CBS floppte.

Doch warum scheiterte «Three Rivers»? Vielleicht schon daran, dass die ursprüngliche Pilotfolge nicht über den Sender ging – stattdessen mussten die Macher gleich zu Beginn auf einen Plan B zurückgreifen. Das hat der Serie jedoch ungemein geholfen: Anstatt gleich mit einer Katastrophe aufzuwarten, konzentrierten sich die Autoren lieber auf die einzelnen Charaktere und deren Krankenhaus-Alltag. Ursprünglich sollte nämlich ein Blizzard für Chaos, und dementsprechend viele Patienten, sorgen. Die Serie spielt im fiktiven Three Rivers Medical Center in Pittsburgh, das sich auf Transplantationen spezialisiert hat.

Dr. Andy Yablonski (Alex O´Loughlin), Miranda Foster (Katherine Moenning) und David Lee (Daniel Henney) sind also tagtäglich damit beschäftigt, Patienten mit eben diesen wichtigen Operationen am Leben zu erhalten. Klingt auf den ersten Blick nach einer gewöhnlichen Krankenhausserie. Das ist sie auch, nur eben etwas anders aufgemacht. Was die Serie besonders macht, sind die Blickwinkel, mit denen die Serie erzählt wird. So wird nicht nur aus der Sicht der Ärzte, sondern auch aus der der Spender und Empfänger erzählt. Das Ärzteteam ist also gleichzeitig auch noch moralischer Beistand für Spenderfamilien, Empfänger und wartende Patienten. Schon in der ersten Folge bekommen es die Ärzte mit den unterschiedlichsten Fällen zu tun: So müssen sie sich unter anderem um eine schwangere Frau kümmern, die dringend ein neues Herz benötigt.

Kritiker bescheinigtem dem Format eine ordentliche Qualität, doch mit Genre-Stars wie «Dr. House» oder «Nurse Jackie» konnte man nie mithalten. Nachdem die Serie mit neun Millionen Zuschauern gestartet war, blieben am Ende nur noch knapp sieben Millionen übrig – zu wenig für CBS. Nach nur acht Folgen flog die Serie aus der Primetime, erst im Sommer 2010 waren dann die restlichen Folgen zu sehen. Diese wurden allerdings gut im Sommerprogramm versteckt. «Three Rivers» entstand übrigens zu einer Zeit, in der sich «Emergency Room» auf NBC dem Ende neigte – zu diesem Zeitpunkt starteten viele Networks neue Krankenhausserien, in der Hoffnung, an die «ER»-Erfolge anknüpfen zu können. Nicht nur anhand von «Three Rivers» konnte man gut beobachten, dass diese Idee nach hinten losging. Auch Serien wie «Trauma» (NBC) oder «Hawthorne» (TNT) starteten unter diesem Aspekt – und kamen ebenfalls unter die Räder.

Besonders bitter dürfte das Aus für Hauptdarsteller Alex O´Loughlin gewesen sein: Schließlich war «Three Rivers» nach «Moonlight» (2007-2008) somit schon die zweite CBS-Serie mit ihm, die nicht länger als eine Staffel überlebte. Erst mit «Hawaii Five-O», ebenfalls auf CBS beheimatet, gelang dem Schauspieler 2010 endlich der Durchbruch.

Am Freitag können sich die deutschen Zuschauer dann selbst ein Bild von der Serie machen. sixx zeigt die Serie jeweils freitags um 21.45 Uhr.

13.04.2012 07:30 Uhr  •  Daniel Sallhoff Kurz-URL: qmde.de/56071

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