First Look: «New Girl»

Zum Start von «New Girl» bei ProSieben am Donnerstagabend stellen wir Ihnen die Serie noch einmal vor.

Richtig stark war die Pilotfolge; was aber passiert danach? Wayans Jr. verlässt das Format, Morris stößt neu zum Cast hinzu.

FOX ist schon ein feiner Sender. Da veröffentlichen sie den Piloten von «New Girl» zwei Wochen vor der offiziellen Serienpremiere, um ein wenig Hype zu kreieren, und dann gelingt es der Serie noch erfolgreicher zu sein als sein ohnehin schon durch die Medien gehyptes Vorprogramm. Es ist definitiv eine positive Überraschung, dass «New Girl» in der Zielgruppe nicht nur «Glee», sondern in der gerade erst gestarteten TV-Saison neben «2 Broke Girls» schon die zweite neue Serie ist, die in Sachen Quoten auch alle Neustarts des letzten Jahres überbieten konnte. Und man darf ruhig sagen, dass «New Girl» im Gegensatz zu «2 Broke Girls» ein absoluter Selbststarter war und der eigentliche Gewinner unter den Neustarts ist. Ob das am allgemeinen Hype um die neue Comedyserie lag, an ihrer liebreizenden Hauptdarstellerin Zooey Deschanel, oder ihren vielen Fans, die sie für ihre „adorkable“ Art nicht nur lieben und verehren, sondern selbst filmischen Schund wie «The Happening» wichtig erscheinen lassen, obwohl Zooey kritisch gesehen nicht mal eine bewundernswerte Darstellerin ist. Trotzdem sind nicht nur ihre wunderbar blauen Rehaugen daran schuld, dass «New Girl» nicht nur ein überraschender Zielgruppenerfolg sein kann, sondern auch ein Serienerfolg in der Comedysparte, welchen FOX seit dem einstigen Erfolg von «Malcolm mittendrin» sucht.

Grundschullehrerin Jess Day (Deschanel) ist dabei, den Tag ihres Freundes Spencer (Ian Wolterstorff) mit einer zünftigen Überraschung zu versüßen, als sie realisiert, dass er gerade mit seiner heißen, rothaarigen Affäre beschäftigt ist. Enttäuscht und mit zerschmettertem Herzen antwortet die junge Frau auf die Mitbewohner-Anzeige von drei Jungs, die nicht unbedingt begeistert darüber sind, dass ihre neue Mitbewohnerin sechs Mal am Tag Dirty Dancing guckt, währenddessen heult, und nicht aufhört, auf ihrem funkelnden Regenbogen zu sitzen, ein Einhorn durch die Gegend zu reiten und ununterbrochen zu singen. Jess ist definitiv keine normale Frau, was Nick (Jake Johnson), Schmidt ((Max Greenfield) und Coach (Damon Wayans Jr.) schnell lernen. Doch nicht nur Jess ist ein Charakter für sich, auch ihre drei neuen Männer haben so allerhand Probleme. Fitnesstrainer Coach muss erst noch erlernen, wie man mit Frauen spricht; Womanizer Schmidt ist regelmäßiger Einzahler ins Deppenglas, und Barkeeper Nick hat – ähnlich wie Jess – mit einer verlorenen Liebe und deren Nachfolgen zu kämpfen. Zusammen sollten sie also die bestbesetzte Wohngemeinschaft im amerikanischen Fernsehen sein.

Eins vorweg: Die Zuschauer sollten sich besser nicht in Coach verlieben. Diese Episode wird nämlich seine einzige sein. «Happy Endings» wurde von ABC nämlich unerwartet verlängert, und Damon Wayans Jr. ist vertraglich verpflichtet, weiterhin in der ABC-Comedy mitzuwirken. Was durchaus schade ist, da sein Charakter in der Pilotfolge eines der vielen Highlights war. Sein Ersatz ab der nächsten Episode ist Lamorne Morris als der Basketballer Winston. Ansonsten ist zu «New Girl» nur zu sagen, dass alle Zooey-Fans Freude an ihrer Serie haben werden, und alle Hater ihren Spaß finden werden, die Serie wöchentlich zu zerreißen, weiter auseinanderzunehmen, und wieder zusammenzusetzen. «New Girl» wird zu jeder Sekunde von Zooey getragen und solange sie von ihrem Publikum geliebt und verehrt wird, ist ihre Serie dazu bestimmt ein Hit zu sein. Das erwarteten die Anzugträger in den FOX-Büros, als sie die Serie bestellten, und ihre Erwartungen stiegen sogar noch weiter ins Unermessliche, als die Serie in Fokusgruppen sehr stark getestet wurde.

Die Pilotfolge selbst ist nicht unbedingt perfekt, dafür unpoliert. Den Charakteren fehlt es größtenteils noch an Eigenschaften, die außerhalb des Bereiches der Vorhersehbarkeit liegen, und selbst Zooeys Jess wirkt in wenigen Momenten etwas zu sehr aufgesetzt und dumm. Das kann zeitweilig befremdlich wirken, doch wenn man darüber ein wenig nachdenkt, ist ihr Charakter nur logisch: Nur durch ihre liebreizende Dummheit war ihr Freund in der Lage, überhaupt fremdzugehen, und nur durch ihr ungeschicktes, manchmal echt peinliches Verhalten (ihr Gesinge und Getanze in Situationen, die nicht nach Gesinge und Getanze schreien), ist sie nicht in der Lage, ihre Freunde im Leben zu behalten, oder neue zu finden. Da ist es doch recht erfrischend, wenn auch solche Charaktere, die zuvor nur in Nerd-Filmen und «The Big Bang Theory» Anklang fanden, einen Mainstreamappeal haben und von den Zuschauern akzeptiert werden.

Mit Jess haben wir jedoch einen ganz speziellen Fall, den es zuvor im Fernsehen noch nicht gegeben hat: unkontrolliert in ihrem Leben, unkontrolliert in ihrer Eigenart, taubstumm den sozialen Normen entgegentretend. Das führt schon mal dazu, dass sie so abgelenkt und verwirrt ist, dass sie nicht bemerkt, wie sie ihre Haare in Feuer setzt, und in allen möglichen Situationen einen Titelsong für sich selbst kreiert und singt. Und ja, diese Momente können ab und zu forciert auf den Comedyteil der Episode wirken, doch ist es Zooey, die als einzige eine solche Rolle anpacken und mit Authentizität spielen konnte. Das Positive am Piloten ist, dass ihr Charakter zwar ein Cartoon ist, aber nie cartoonmäßig herüberkommt. Zusätzlich steht der Serie in der zweiten Folge mit dem Abgang von Wayans eine komplett neue Dynamik bevor. Hier zeigt sich, dass «New Girl» so völlig anders als andere Comedyserien in den Primetimeprogrammen ist, wenn die Serie schon in ihrem frühen Stadium dabei ist, ihre Grundstory aufzuräumen und komplett umzudrehen – speziell mit der Mission von Jess' Mitbewohnern, sie von ihren eigenwilligen Launen zu befreien, welche immerhin eines der Grundtöne der Comedy ist.

«New Girl» hat Potenzial, hat aber auch die Aufgabe, dieses Potenzial schnell zu nutzen. Immerhin kann die Serie nicht nur von ihrem Zooey-Charme leben und ihre anderen Hauptcharaktere außen vorlassen. Die Serie hat sogar den Vorteil, dass sie nicht immer die Schiene der Comedy fahren muss, sondern sich auch Zeit mit den tragischen oder emotional bedeutsamen Momenten Zeit lassen kann. Es wird der Serie sicherlich nicht wehtun, etwas tiefer in die Gedankenwelt von Nick und seiner gescheiterten Beziehung, die immer noch hinter dem Horizont hervorragt, zu gehen, oder dem übereifrigen Schmidt eine Unterhaltung zu geben, in welcher er sich nicht genötigt fühlt, sein Shirt auszuziehen. Parallelen zu den romantischen Plots von «Friends» und den charakterstarken Momenten von «Boy Meets World» kommen hier auf, und es ist nur zu hoffen, dass das Autorenteam rund um Liz Meriwether («Freundschaft Plus») auf die starken Elemente von «New Girl» baut. Oder die von FOX gehypte Serie mit dem starken Einstand in der Zielgruppe kann sich schnell zu einer Enttäuschung entwickeln.

Dieser Artikel wurde erstmals am 22. September 2011 veröffentlicht.

05.01.2012 08:00 Uhr  •  Christian Wischofsky Kurz-URL: qmde.de/52166

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